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N Worin enthalten ſind: i 5

I. Das Tage⸗Regiſter der beyden Prediger zu Eben zer in GSGeorgien vom 1. Iul. 1737. bis auf den Zr. Mart. 1739. II. Gedachter Prediger, wie auch einiger Saltzburger und

anderer Briefe, vom Jahr 739. Se

III. Ein Extract aus Georg Sanftlebens kleinem Reiſe⸗Dia⸗

rio, als derſelbe zu Ende des Ianuarii 1739. mit etlichen Coloniſten wieder nach Georgien gegangen. IV. Ein Verzeichniß aller Perſonen, die theils den 19. May 1739. in Eben Ezer gelebet, theils von Anno 1734. bis da

hin geſtorben. | | | hin ge Nebſt |

einer Vorrede 15 herausgegeben 5 M u i er | | 9 Samuel Urlſperger, ö a Des Evangeliſchen Minikterii der Stadt Augſpurg Seniore und Paſtore Mm 5 18 der Hauptkirche zu St. Annen. |

—— ö 3 NLE, in Verlegung des Waͤyſenhauſes, M DCC RXXX.

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Vorrede.

welcher Mittags den 28. Jan. in dieſem laufenden Fahr mit

noch ſechs andern Coloniſten von hier abgereiſet, und den 27. Jun. alt. Cal. auch Vormittags mit feinen Reiſe⸗Ge⸗ hf geſund und wohl in Eben&zer angelanget, iſt das dritte Stuͤck in dieſer Aten Continuation. Der chriſfliche Leſer wird ſich aus der Vorrede zu der dritten erinnern, - wie wir daſſlbſt gemeldet, daß man nunmehro den Brie⸗ fen aus Georgien täglich entgegen ſehe, und de sch fe, mit einer guten Nachricht von ihrer daſelbſt gluͤcklich g ſchehenen Ankunft erfreuer zu werden. Solche Briefe ſind den 16. Nov. angelangt, und haben vieler Hertzen, die darauf gewartet, mit Troſt und Freude erfülſet, daß der getreue Ott auf der gantzen Reiſe mit Diefen ment gen Coloniſten geweſen, das Hertz des Scheff⸗Capitains, ſo fie fuͤhrete, ſehr zu ihnen gelencket, ſie aus mancher Gefahr und mißlichen Umſtaͤnden errettet, und ſie zu m⸗ men an Ort und Stelle, dahin ſie kommen ſolten, mit Va⸗ ters⸗Haͤnden gebracht hat. Welch ein Frohlocken dieſe Ankunft unter den Inwohnern Eben Ezers, die man bil⸗ lig nebſt andern wenigen die Stillen des Landes in der neuen Colonie Georgien nennen mag, erwecket habe, wird zu ſeiner Zeit aus der Herren Prediger Diario vom

Monat Jun. und Jul. dieſes Jahrs zu erſehen ſeyn. In⸗

fonderheit hat es die Herren Prediger und andere chriſtuche Hertzen der Gemeine vergnuͤget, daß Sanftleben fein Wort redlich gehalten, und aus groſſer Liebe zu dieſer neu⸗

en Pftantz Stadt, auch aus Danckbarkeit gegen die Her, ren Prediger für das, was Gott durch Sie an ſeiner See le gearbeitet hat, ohnerachtet fo vieler neuen Beſchwer⸗

lichkeiten, die er vor ſich ſahe, und der anderwaͤrls ihm zu

ſeinem guten Unter kommen gethanen olterten, doch wie. der zuruck gekehret iſt. Woben wir zu melden nicht ver⸗ geilen ſollen, daß wir von dieſer Leute Ankunft viel fruher

Vorrede“

wür der echo worden ſeyn, wenn n flenid nicht einige einige Wochen in Sonden vor ihrer Einſchiffung hätten ſtille liegen muͤſſen, und wofern ſich hernach eher ein Schiff gefunden hätte, mit dem es aus Georgien Briefe zu ſenden möglih gewesen wäre. Wie denn auch dahero die Herten Predi⸗ ger denen, m mit welchen ſie correſponditen, mehrmalen ſchon geschrieben, daß die Urſach der ſpaͤten Ankunft ihrer Briefe und Diarii ſey, entweder daß öfters eine lange zeit gar keine Schiffe abgehen, mit welchen ſie ihre Brief . ten fortbringen koͤnnten, oder daß dieſelbe einen grof⸗ fer gen | 1 z nehmen, ehe ſie nach England kommen. Zu⸗

nden, theils von allen und teden Perſonen, ſo alten al Ei unge 0 Nec den Toren May dieſes Jahrs in Eben⸗

bey Leben geweſen 5 ſolchen, die von 1734. dis dahin daſelbſt . . ——

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| ders Gene, ei durch l et m . i } 7 ver rel der treuen . des Amts der Ver 1 6 ein ron e dee der te unanſehnli N rt digen Welz Augen, deſto herrlicher in ot Augen fh: und Berk, de tie fer er in der Stille

unter ſichwurtzelt, ohne ein groſſes Geruͤuſche zu machen,

dDeſte mehr ausbreiten und uber ich wachſen wird, alſo, daß wir noch ietzo dieſer Gemeine zu gut bis in die neue Weft hinein nach und zurufen dürfen, wie wir, als der =>, MEER vor rn Geena beg eng 5 93 nna

neigte Leſer auch eine accurate Verzeich?

geſchehe; wie denn die brieflihe Aufmunter

Vorrede.

Anna 1733. am Feyertage Simonis und. Zuda fin ihnen zu Troft, allen feinen damaligen aber auch zufü tigen Feinden, oder wer ſich ſonſten an ſie, ihnen zu ſcha⸗ den, machen, und flean Seele und Leib zu beleidigen fur chen wuͤrde, zur Warnung oͤffentlich ſagten: Ver⸗ we 38 denn es iſt ein Segen darinnen. Jeſ. 05, 8. g E 6 * 8 So viel Do e e ee Gibt der HERR Leben und Geſundheit, ſo ſoll unter feinem Beyſtand auf die künftige Oſter Meſſe die ste, ſo die neun uͤbrige Monate des 1738. Jahrs in ſich halten wird, folgen, und ſolcher die inzwiſchen einlaufende Briefe wie

derum beygedruckt werden, in der gaͤntzlichen e ven

daß mehrern mitfernerer Edirung derſelben ein Gefa

von vielen Orten noch immer an mich auesaebenc ntinui⸗ ren, und erſt vor wenig Tagen ein erfahrner Theologus

unſerer Kirche an mich unter dem sten Nov. schreiber; | „Mir ſelbſt iſt das Eben Ezeriſche Schreiben, ſo die Gemei⸗

„ne daſelbſt an Ew. geſchrieben, zu lefen gar ange „nehm, und zur Fuͤrbitte fuͤr Lehrer und Zuhoͤrer da⸗ „ſelbſt erwecklich geweſen, und bin ich für die freundliche „Communication ſehr verbunden. Die 2te Continua- „tion habe jüngſthin mit groſſer Bewegung geleſen, und „wünfchte ich, daß viele Prediger in Europa dur: das

„Exempel der treuen Arbeiter in Ebenckzer und ihre löbe

„lich führende curam animarum ſpecialem erweckt wer⸗ „den möchten, in ihre Fußſtapfen zu treten, unſere Ge „meinen aber in ſo gute Wege und Ordnungen ſo willig, „als jene, ſich einfuͤhren lieſſen. Die Herausgabe die⸗

„ſer Continuation, und zwar in ſolcher Geſtalt und Art,

„halte für ſehr nuͤtzich. Gott lege vielen Segen darauf!

„Mit, Uberfendung der; Arndiſchen. Paßions⸗ Puschen N a

0 Grande Edirung von einer Hochgraͤflichen a 2 * Dien

altzbi er in America ng etl⸗

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de 0 ten, F Zeit Hit thut. Es dienet - „folder zur m n Glaubens tärckung, wie dem a eben fel- en! rof. Francken und andern in gleichen mſtand en auf; eee ee Inzwi⸗

chen gratulirxe ich Ew. +». von Bergen, wie zu dieſer, „al auch zu denen übrigen erfahrnen Proben der treue⸗ „sten Vorſorge unſers himmlischen Vaters, und ver⸗

wWharre in der Hemeinſbaft unſers 1 Jesu

7 9 Bug Br, Diesem e genoch bey, was ein chr er mitleidi⸗

ſtder Armen deſorget wird)

edarıı ber mit Ihnen a

er und Fin Ausbreitung des Reiches Heilt wohlge⸗

ter Medicus unter dem 10. Nov. ann. curr. an mich ſchrifelich gelangen ließ. „Ew. ⸗⸗wertheſte Zeilen find „mir dieſes mal doppelt angenehm geweſen, da ſeit 4. „Wochen die alhier entlehnte geſe 15 Ebenezeriſche „Nachrichten mein kaͤgliches Silk waren, daß mir da⸗

whero ſolche zuzulegen wünſche, und zugleich die zte und

N Continuation mit Verlangen erwarte, wofuͤr ſaͤmt⸗

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Vorrede.

‚lichen beygeſchloſſenes uͤberſende, und den Über „von erſuche, der Armen⸗Caſſe in Ebene zer zu Fr

fein rans⸗

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„wahren Seelſorger ſich auch (ui e e gebeſſert ha⸗

»verurſachet, müſſe zu GOttes Ehre und der Frommen

„Freude noch ferner ſtegen en. Der HERR ſey geprieſen, der in der Naͤhe und

Ferne noch immer ſolche erwecket, welche ſich dieſer lieben

und wohlriechenden Gemeine, (die uͤbrigens in dieſem ent · legenſten Lande wie ein einſamer Vogel auf dem Dach iſt,) mit Rath und That annehmen, und theils ſelbſt ihr Scherflein zum Bau des Reiches Gottes in ſolchem Lan⸗ de einſenden, theils andere ein gleiches zu thun liebreich ermuntern. Wie denn erſt dieſer Tagen von zweyen Hochgraͤflichen Hoͤfen die wiederholte Nachricht erhalten, daß für die lieben Eben Ezerer von Zeit zu Zeit einige ar

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da uns zw ir nichts ‚übrig en wir find.

dreht mit dem Oeconon o, feiner, Frauen und edlichen Seelen üͤberſc a 5 Freuden.

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Vorrede.

ie Frucht im Felde, auch fuss Wayſenhaus, ſiehet ſehe Br oͤnz daher wir uns ſchon ohne ſonderliche Ausgaben „eine Zeitlang behelfen werden. Wer weiß, woher vuns der weiſe und gute GO d mittler Weile et „was zuwirft ,, 1 9 75 ut GOTT? + Zeit und bey nahe an eben d e e, da H pt Worte i in der neuen We t

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ſtaͤndig ret. imm ir 7 | Legale bed auß A 95 5 Un | fondere Ehen des Fön hen Vaters 10 10 5 9 machet, daß ich, der ich vor ih, 05 ern ver a für Eben Ezer zu beten, und olches Volck zu li 9750 5 dem zwiſchen England und Spanien A 00 ge ruhig ſchlafe. Dann dies label 1 st geleget it, bender kene Kal ERKU „Hauen 8 8 Ani Han 2 1 A. Ki KIT e ie gend fiber fortaßpracht werden koͤnne. Allein, da Die Veßirg rg Wechſel oder Alignation ihnen von bet an rene / To ift. desw nichts widriges zu befuͤrchten.

Vorrede.

Schloffeyer 2) daß der

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5 en a neuen Welt etablirten de 5 at Be ebenfalls fuͤr ſie zu beten, daß ſie ſich J 80 . und, wenn ſie

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in die neue ſchicket!

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2 3 artig, daß, die zu uns ge

fe iii! Jo werden in Anſehung diefer und . werde 5 die letzten, und die letzten die erſten. | * * am Ende dieſer apa zu melden, And

5 Wahrheit: daß ſolcher Name 1 u aud ewige Wahrh ſolcher ) Beach

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4 R pe zu erlangen, nun uns ʒu kraͤftiger An eſſelbigen ermuntern! So gehts im

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Vorrede. 5 aus dieſer neuen Fortſetzung klaͤrlich zu erſehen, wie unge. gründet diejenige Nachrichten, und ne des Schwei, gers, deſſen Schreiben in den mir eben zuge

H. E. Vinar. 7 1090. des zten Bandes angefuͤhret, aber gleich darauf von einem andern mit Recht widerleget wird, in Betreff Georgiens ſeyn. Man will von ſeinem Gemuͤ⸗ the nicht uriheilen, mit welchem und in was fuͤr einer Ab⸗ ſicht, ſo Gott zu uͤberlaſſen, der Schweitzer es geſchrie⸗ ben; in dem aber, was er von Eben Ezer einflieffen laſſen, wird er von den hier eingedruckten Original Schreiben of⸗ fentlich refutirt: wie man denn in dieſe Nachrichten bis⸗ hero nichts gebracht, auch hinfuͤro mit Willen und Wiſ⸗

fen nichts darein bringen wird, als was man mit ohnfehlba⸗

rem ſichern Grund der Wahrheit, obgleich nicht allezeit

nach eines ieden Geſchmack, (dann dieſer iſt gar zu ſehr, chrichtigen kan.

ſonderlich heut zu Tag, unterſchieden) benachrichtigen kan. Übrigens iſt man erbötig, einem ieden, der dis und je⸗ nes an dieſen edirten Nachrichten auszuſetzen haben moͤ

te, und mich darüber ſchriftlich zu befragen belieben wol⸗

te, geziemende Antwort zu ertheilen, oder auch, wann hier oder

eines und das andere ohne ſchriftliche Anfrag da gegen dieſe Nachrichten gelegenheitlich gedrucket wurde, in denen kuͤnftigen Vorreden zu den neuen ene Gen

terung zu geben. Hiemit ſeye der chriſtliche Leſer GOt⸗

tes Gnade treulich empfohlen. Augſpurg den . Der.

1739. n

geſchickten eit

Pr ee Ts NET u, 723 906 Samuel Urlſperger Erſtes

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8 85 Erſies Stuck: Er been Prediger, Herrn Boll, und Herrn Gronau, |

8 Hage. Regiſter vom 1. ar 1737. bis 31.9 Mart. 1738. jahr eh SE AVLIV S

. 1. Hl. Die Leute werden haͤufig kranck 2 und für eng 1737. het man den heftigen Fiebern theils mit Aderlaſſen an guten Tagen, theils mit guten Artzneyen zu begegnen. Einige nehmen keine Artzneyen, ſondern hoffen ſo ) geſund zu werden. Purisburgiſche Leute erzehlen, daß a daſelbſt diejenigen, die Artzneyen gebraucht haben, 8 > Ahle aber, die nichts genommen, geſund worden ſind. Als ich das letzte mal in Purisburg war, wurde mir erzehlet, daß ei lige Schieß Pulver ir. Alaun in Fieber gebraucht und davon geſund worden. Die Hitze iſt einige Zeit her fo groß, als wir fie & kaum vorm Jahre gehabt haben. Wegen des lange ausgebliebe⸗ 8 nen Regens ſtehts um die Frucht im Felde nicht gut. Den ꝛten. Wegen der allzugroſſen Hitze wird ietzt nur Vor⸗ | ehe See gehalten. Es find der Kinder wenige in der Schu⸗ le, und welche noch geſund find, werden bey den krancken Eltern 2 ar Anverwandten gebraucht. Wir haben einen Mann und 5 Americ. IV. Sort SH Tl 3 Weib |

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Bra:

Anno 1737. Iul.

Diarium. er Weib angenommen, die den Krancken in der Gemeine, welche fich ſelbſt nicht helfen koͤnnen, in der Aufwartung an die Hand gehen ſol⸗ len, N ihnen aus der Armen und Krancken⸗Buͤchſe etwas ge⸗

ahlet wird. Eu ib Den 3ten. Ich habe ſeit der letztern Reiſe nach und von Sa⸗ vannah das dreytaͤgige Fieber, welches ohne Kaͤlte, aber in heftiger Hitze beſtehet, gehabt; und ob ich wol gemeynet, dieſen Tag den Gottesdienſt mit zu halten, auch ſchon in der Verſammlung war, ſo ließ es die Heftigkeit des Fiebers doch nicht zu, das Wort des HEren zu verkuͤndigen. Inzwiſchen hatte ſich mein lieber College

ſchon in etwas auf eine Predigt über das Evangelium Luc. 6, 36.

fegg. praͤpariret, die er denn auch gehalten. Ich hatte mich wol ſehr gefreuet, heute uͤber gedachten Text mir und der Gemeine zum Heyl nach goͤttlichem Willen vorzuſtellen: Das Hertz des Vaters und ſeiner Kinder. Die wenigſten Leute koͤnnen wegen des Fiebers in die Kirche kommen. So viel als es die faſt unertraͤgliche Son⸗ nen⸗Hitze zulaͤßt, beſuchet mein lieber College die vielen Krancken, und wuͤnſchte er wol hertzlich, zu allen an iedem Tage zu kommen, weil die redlichen Seelen unter uns ein groß Verlangen darnach be⸗ zeigen, es auch im Geiſtlichen und Leiblichen viel Nutzen hat. Der liebe GOtt hat es vorm Jahre ſo weislich eingerichtet, daß wir doch nicht beyde auf einmal Franck worden, ſondern einer doch immer einiges Vermoͤgen gehabt, Öffentlich und priuatim die Gemeine zu an Er wird auch dismal nach ſeiner Barmhertzigkeit mit n handeln. 945 ee Den aten. Auf meiner neulichen Reiſe von Savannah nach Haus, wurde mir in Purisburg erzehlet, daß der Schuhmacher A. ſich in Rum vollgetruncken, und in ſolchem Zuſtande mit Reden und Schreyen aͤrgerlich geweſen ſey. Es waren noch drey aus der Ge⸗ meine bey ihm, die zuſammen Proviſion von Savannah holen ſolten, aber nichts brachten. Der Schuhmacher ging darauf zum Tiſch des HeErrn, weil ich von dieſem groben Vergehen nichts wuſte, auch ihm was beſſers zutrauete, da er ſchon einmal wegen feines Vollſau⸗ fens auf der Reiſe die Kirchen⸗Diſciplin erfahren hatte. Nach dem Gebrauch des Heil. Abendmahls reiſete er uͤber Purisburg zu feiner Tochter, die er von einem Englaͤnder, dem ſie wegen Bezahlung 105 *

auf ſeine Zuruckkunſt, da ich ihn denn vorgenommen, und von der

hung ſeines Worts gebracht, hat mich auch wohl verſichert, daß ihr

a Diariut 075

5 . 5 5 ———— —DmU ä4 bes Paflage- Geldes auf etliche Jahr verkauft iſt, gern los machen Anno 1737. "u

wolte. So bald ich von ſeinem Vollſauffen, dabey er das heilige Abendmahl dismal eben fo ſchaͤndlich, als vor der neulichen Kirchen Diſciplin gemißbrauchet hat, Nachricht bekam, wartete ich nur

Gemeine bis auf reelle Probe einer wahren Vuſſe ausgeſchloſſen haͤt⸗ te. Heute aber empfange die unvermuthete und betruͤbte Nachricht, daß er in Purisburg ins Waſſer gefallen und ertruncken ſey. Und alſo hat ihn der heilige und gerechte GOT, der ſich nicht ſpotten laßt, von der untern und obern Kirche eher excludiret, ehe es von uns, ſeinen unwuͤrdigſten Knechten, geſchehen koͤnnen. An dieſem Manna hat GOTT eine groſſe Barmhertzigkeit gethan. Er iſt oh⸗ ne Erkenntniß aufgewachſen, iſt als Soldat in Daͤniſchen Dienſten gedweſen, nur um auf gut heydniſch fein Fortun in America zu ſuchen, nach Caroline gekommen, wo er nebſt ſeiner gantzen ſtarcken Fami⸗ ie wegen des Paflage - Geldes verkauft worden. Weil aber ſein Herr ſiehet, daß er dieſen alten Mann mit feinen kleinen Kindern nicht wohl gebrauchen Fan, fo dimittiret er ihn unter der Condition, daß er ihn in etlichen Jahren bezahlen, und ihm die aͤlteſte Tochter, um ihres eigenen Paſſage. Geldes willen, in ſeinen Dienſten behalten laſſen ſolte. Darüber koͤmmt er nach Savannah, und endlich mit dem zten Transport, der eben daſelbſt ankommen war, nach Eben⸗ Ezer, ob ſich wol dieſer Mann mit ſeiner Familie, nach der neuen 8 Stadt Friederiea zu gehen, bey Herrn Cauſton anheiſchig gemacht hatte. Sein Weib nahm Gottes Wort zu ihrem Heyl an, und hat mit ihren Kindern Gott gedancket, daß er fie und ihren Mann aus dem unordentlichen Leben zu der reichen und lautern Verkündi⸗

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Mann anfange ein wenig nachzudencken, vielleicht laſſe er ſich 9% winnen. Aber daß alte Sünder felten bekehret werden, und daß, wenn ſich GO an den Menſchen durch Erweiſung ſeiner Gute und Wohlthaten nicht verherrlichen und Ehre einlegen kan, er es zuletzt durch feine Gerichte thue, wie a dee e und an dem Wolcke Iſrael zu ſehen, das wird durch dieſes Exempel bekräftiget. Der Mann hat mit dem Boote, welches Rauner und Riedelſperger nach der neuen Fortrelſe über Savannah Town herauf rudern hel⸗

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2076 Diarium | | Anno 1737. fen, nach Haufe reifen wollen, und iſt neulichen Freytag im fpäten Iul. Abend, da er vom Lande ins Boot ſteigen wollen, hinein gefallen. Vid. 1 1. Iul. So wol der Patron des Boots, als Rauner und ein Engliſcher Knecht, verſicherten mich, daß es menſchlicher Weiſe beym hellen Monden⸗Schein faſt nicht moͤglich geweſen, hier ſein Leben einzubuͤſſen; ich ſagte ihnen aber, daß goͤttliche Gerichte es wohl möglich machen koͤnten, und gab dabey eine noͤthige Eemah⸗ nung. Ohnerachtet nun diß ein ſolcher ſchrecklicher Fall war, ſo wurde ich doch durch ein beſonder Exempel an dieſem Tage bekraͤf⸗ tiget, daß durch Gerichte, leider! wenige, wenige bekehret und beſſer werden, wo fie dem Evangelio unſers HErrn JEſu CHriſti nicht gehorſam werden wollen. Die Furcht und Schrecken uͤber die Suͤnde iſt mehr was in die Sinne fallendes und vorbeyrauſchen⸗ des, als daß es zur rechten Hertzens⸗Demuͤthigung über den erkan⸗ ten Greuel der Suͤnden kommen folte: e ee Den sten. Ich hatte den K. bey mir, welcher gleich dem Schuſter A. ſich in Rum uͤbernommen haben ſolte, er verſicherte mich aber unter Thraͤnen fo, wie er ſichs an jenem Gerichts ⸗Tage zu ver» antworten getraue, daß ihm dergleichen nicht bewuſt, ſondern ſein Unvermoͤgen zum Rudern, daraus man ſolches hätte ſchlieſſen mis _ gen, ſey von einer Leibes⸗Schwachheit entſtanden, welche ihn ſchon vor Purisburg befallen habe. Inzwiſchen, da er von dem Volle faufen des A. gewuſt, und es fo mit anfehen koͤnnen, daß er gleich darauf das Heil. Abendmahl gemißbrauchet, und es doch nicht an⸗ gezeiget hat, daß man ihn zum Heyl ſeiner Seelen von dieſer heiligen Mahlzeit abgehalten hätte, fo ſagte ich ihm und dem H. der auch um folchen Greuel gewuſt, daß ſie hohe Urſach hatten, von Hertzen Buſſe zu thun, wo die Sünden des A., deren fie ſich durch ihr Stillſchweigen theilhaftig gemacht hatten, ihnen nicht auf ihre Rech⸗ nung ſolten geſchrieben bleiben. Der Spruch Jac. 5, 19. 20. wur⸗ de hiebey vorgeleſen und eingeſchaͤrft. Es find ſeit geſtern die Eng⸗ laͤnder an unſerm Orte, welche einige Provifion ins neue Fort über Savannah⸗Town hinauf rudern ſolten. Sie haben ſich aus allem Vermoͤgen bemuͤhet, einige Leute aus unſerer Gemeine zu gewinnen, daß ſie mit ihnen hinauf reiſeten. Weil ich aber meinen Conſens nicht dazu geben konte, ſo iſts zuruͤck gegangen, ob wol - ur

‚einem Englifcpen zu dieſem Boote gehörigen. Knechte der de Ba⸗ dens wegen ins Waßeer geſprunge n, und von einem groſſen Croco⸗ dil ergri 4

Sefc) n in unſern Hof kam, und um Mittel zur Heilung bat. Es Heute iſt mein Fieber zeitig abgegangen, daß ich auch daher

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us Butjenters kund, daß er fich bemüße, für unsere Hemel. ne Bekten und alte Kleider aufgubringen, und gebe von derſelben Her⸗ ſchickung freundliche und gewwiſſe Berſicherung. 2) Sagte ihnen auch etwas von dem bereitwilligen Erbieten des Herrn D. Gerdes in Londen, unſerer Gemeine ins kuͤnftige auf moͤgliche Weiſe zu dienen. Hierauf zeigte ich die Urſachen an, warum ich ihnen die gedachte Puncte vorgeleget hätte, nemlich daraus die hertzliche Vorſorge Gdttes fir unſere Gemeine zu erkennen. Er hätte bisher folche augenſcheinliche Proben ſeiner Vorſorge in ſo vielen Wohlthaten Pireniaftn und mache uns auch ſchon aufs Fünftige zu neuen Wohl⸗ thaten gewiſſe Hoffnung. Daher ſey es ja wol ein ſchlecht Zeichen, daß einige gantz unbeſonnen ſich auf eine Zeitlang von der Gemeine dennen, und duch menſchüche Wehe und Meynungen den Pr fungen und Mangel entgehen wolten. Von ſolchen koͤnne man es unmoglich glauben, daß fie bloß um des Evangelü willen aus ih⸗ vom Baterlande ausgegangen weren. Wenn dieses wäre, würden ſie beym Evangelio Fuß halten bis aufs aͤuſſerſte. Ich wuͤſte von ei⸗ nigen, die auch ſchon in die Ruhe des HEAMT? eingegangen find, daß fie mir erzehlet, wie fie im Salsburgiſchen in den Bergen und Holen zum Singen, Beten und Leſen zuſammen kommen waͤren, wert fi es nur oft ſo gut hatten haben Mare 17 ſich aber viele unter

uns

7272 VESE | Anno 1737. uns ſo begierig und ernſtlich nicht bewieſen, muͤſte es wol an ſol⸗ Iul.

chem redlichen Sinne bey ihnen fehlen. Ich muͤſte es ihnen aber auch ſagen, daß ich diejenigen, Die ſich durch ihr eigen Geſuch und Wegreiſe von unſerer Gemeine ausſchlieſſen, auch bey Empfang der kuͤnftigen

leiblichen Wohlthaten als ausgeſchloſſene anſehen, und ihnen nichts

geben würde, wie auch bey der letzten Leinwand geſchehen ſey, wor⸗

in ich hoffentlich der Wohlthaͤter Approbation finden wuͤrde. Die

fen Punct möchten fie ja den übrigen, die wegen Leibes ⸗Schwachheit

nicht gegenwaͤrtig waͤren, treulich wiederſagen. Das iſt ein Haupt⸗

Fehler unter uns, wie auch unter den meiſten Chriſten, daß ſie in der Noth und Mangel der ſchon erfahrnen Huͤlfe und Vorſorge Got⸗ tes, wie auch ſeiner gewiſſen fernern Zuſage vergeſſen. Und wie Moſes und andere Knechte des HErrn ihre Zuhoͤrer deſſen immer er⸗ innern, und der Wohlthaten des lieben GOttes nicht zu vergeſſen ermahnet haben, ſo finden wir das auch zu thun hoͤchſt noͤthig. Sir.

2. Sehet an die Exempel der Alten, und mercket ſie .

Den 6ten. Es kam ein Weib zu mir, und bat mich in ihrem und einer krancken Witwen Namen, ich moͤchte, wenn ich an die Wohlthaͤter in Teutſchland ſchriebe, auch ihrentwegen für die em⸗ pfangene Wohlthaten, ſonderlich die Leinwand, Danck abſtatten. Sie ſagte weiter, daß ſie von dem Inhalt der geſtrigen Betſtunde mit dem krancken Weibe viel geredet hatte.

Zeithero haben ſich zwar täglich Donner- Wetter hören laſſen, ſie ſind aber gar bald und zwar ohne Regen abgegangen. Dieſen Nachmittag ſchenckte GOTT einen feinen eindringenden Regen, der, wenn er anhalten ſolte, unſerm ſchmachtenden Erdreich ſehr wohl thun wuͤrde. Das Korn bluͤhet, und wenn um dieſe Zeit der

Den 7ten. Ich ſetze die Feder mehrmal an, an unſere Freun⸗ de und Wohlthaͤter in England und Teutſchland zu ſchreiben, werde aber darin gar ſehr geſtoͤhrt, indem unter den vielen Krancken einer dis, der andere jenes verlanget, und es alſo viele auſſerordentliche

7

Regen ausbleibt, ſoll es klein und wenig Kolben oder Aehren geben.

Geſchaͤffte gibt. Inzwiſchen ſind einige Briefe ſchon geſchrieben, die

vornehmſten Darunter aber ſollen geſchrieben werden, fo bald man nur vernimmt, wie Herr Cauſton die neu empfangene Ordre exequi⸗ ren wird. Der liebe GOTT faͤngt an mir wieder mehrere 185

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3 Dies BERN

te zu geben: Das Fieber hat in feiner erſten Heftigkeit ſehr n Ein frommer Saltburger ſprach nach dem Paroxyfmo des Jie; bers, das bey ihm ſehr heftig iſt, bey mir ein, ſich einiges Raths zu bedienen. Er erzehlte mir, wie er ſich bey feinen gantz ungemeinen Kopf ⸗Schmertzen der Schmertzen des HErrn JE Su, die unend⸗

lich geöffer für aller Menſchen Sünden geivefen, erinnere, und kom⸗ me ihm das daß er ſeine Liebe und fein Leiden bar ſey. Es liege ihm das Selig⸗

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J ſchickt, der Mehl und Butter, vielleicht and Fleiſch, bringen folk.

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ach» Anno 1737. ul. |

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173). Den gten. G. der dem Herrn Hof⸗Prediger Ziegenhagen

wohl bekant iſt, als welcher unter dem zten Transport zu uns kam, iſt ſeit einem Jahr ein Soldat in Friederica geweſen, und wird nun wol gar da bleiben, indem er ſich nicht nur feine Sachen ſchicken laſ⸗ ſen, ſondern auch dort geheurathet hat. Es wird ihm von guten Leu⸗ ten in Savannah ſehr verdacht, daß er unſern Ort, gute Selegenhei zur Erbauung und gute Exempel verläßt. Wenn er doch in Sa⸗ vannah bliebe, hatte er doch noch manche Gelegenheit zum Guten. Er iſt einige Zeit in N. geweſen, und hat gleich von Anfang heꝛ mit uns eben nicht harmoniret, doch hat er an dem Wort GOttes, ſo er hier angehoͤret, ſeinen Gefallen bezeuget. Er wird wol nunmehr um das wenige Gute, das er etwa hatte, völlig kommen. 85 Eine fromme Saltzburgerin brachte meinem lieben Collegen eine Melone zum Geſchencke (mit welcher Art Geſchencken unſere Leute fleißig einfprechen.) Da fie bey mir vorbey nach Hauſe ging, ſagte ich ihr, daß wir morgen uͤber das Evangelium Dom. V. p. Trin. aus Luc. 5, f. fegg. hoͤren wuͤrden, wo der HErr FZESUS ſey, da ſey auch Segen, welches ich ihr mit einigen Zuſaͤtzen fuͤr ſich und die Ihrigen, die wegen des Fiebers nicht den Gottes dienſt beſuchen koͤn⸗ nen, nach Hauſe gab. Sie nahm dieſen Zuſpruch mit ſolchen Minen und Worten an, daß mirs ſehr erbaulich nnd eindruͤcklich war. Es iſt vielen unter uns gewiß um nichts als um den HErrn JEſum und feine erworbene Gnade zu thun, und ſagen fie wohl mit Wahrheit aus Pſ. 73. ER, wenn ich nur dich habe 79. Den loten. Ich bin heute, GOtt Lob, an Kräften wieder ſo voͤllig geweſen, als wenn ich kein Fieber gehabt haͤtte, daher ich das liebliche Evangelium von JES ll, in dem eine gantze Fuͤlle des Heyls und des Segens iſt, ungehindert verkuͤndigen und einige Krancke beſuchen konte. Gegen Abend merckte ich einigen Fieber ⸗Anſtoß,

daß ich auch, mich noch zu ſchonen, die Wiederholungs⸗Stunde

ausſetzen muſte, und gedencke ich morgen in der Abend⸗Betſtunde das, was heute vorgetragen worden, zu wiederholen. Es iſt gar erbaulich, wenn man gewahr wird, daß auch diejenigen, die doch das Fieber noͤthiget, das Bette zu huͤten, ſich recht dringen zur An⸗ hoͤrung des goͤttlichen Worts zu kommen, daraus man wohl ſichet, wie groß und lauter ihre Begierde nach dem Evangelio iſt. 7 0

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2084

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aus dem Kopf geweſen.

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Sie olberirad 1065 nch Hi ber Kane nktias, wie 17 doch kan das ort ee Ark Leute: ue Mn 5 ö ſie voller irdiſchen Abſichten und fait 1 vof

fh um Erkentniß ihrer Sünden beten.

Den 13ten. Dieſen Vormittag unter der Schüle tam mein lieber Colles 9 1755 hause, hatte aber keine Lebens⸗ ‚Mittel auf treiben koͤnhen. Mann, der das Korn zu verkaufen pflegek, war in dem Fort Wiäach ale geweſen, und hat er eine mliche pole aber vergebens, auf ihn gewartet, endlich den Boche er⸗

alten, daß das eue Korn den N e ſey, un 0 Ai

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1 EEE Disti die Reiſe umsonſt. Well aber der Provift vi ion Ai mich en noch dieſe nitfg

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sn Den ren, ae me ii 152 Au geſtern und ich alſs allein bin, miktags⸗Stunden zum Beſuch der Kyancken angewendet. Och hakte

wol Schule gehalten, aber es ſind der Kinder ſehr wenige gefund, und 3 ‚glaube, es ſey ehe gut wel man die Leute in ihrer Kranckheit beſu⸗ de and, wege Ade ſind ſie

aber kranck, ſo tr n ſie f N nenrasdenn ſaget, gehe dee ee aich heute eine von den Leuten „der ſonſt allezeit ſehr frech iſt, Gude verwunder⸗ te er ſich darüber, daß der Menſch fo ſehr der Grade Gore i wi⸗

Adams Fall iſt gang verderbt menſchlich Natur f f e ch erſt glaubete, dann kaͤme es nit ihm.

Man hat auch auf ſolche Weiſe beſſere Gelegenheit, ber Kindern in

ihrer Kranckheit ans Hertz zu reden. Eine gewiſſe Mutter erzehlte

mir von ihrer Tochter, wie ſte ſo gern ſterben wolle, weil ſie wiſſe, ſie kame in den Hümmel. Hierüber verwunderte ich mich, und fagte zu dem Kinde, woher ſie dieſes wüſte; der HErr JEſus fage ja: Wer

von GO ſey, der hoͤre GOttes Wort: Nun aber wuͤſte ich ja/ wie ſie es in der Schule und Kirche mache, ſie ſey ja eins von den Kindern, welches mir in der Schule und Kirche die größte Betruͤb⸗ niß er denn fie höre ja nicht zu, und wenn fie. auch ein und ans a ſo höre ſie doch nicht recht folgli waͤre ſie nicht von | und alſo weder ein Kind Gottes, noch ein Erbe des ekwie gen hend Darauf ſagte ſie nichts, und fing an zu weinen. Dien Iten. Heute beſuchte abermals die Krancken, N dat nahm Gelegenheit mit ihnen nach ihren Umſtaͤnden zu reden: Der Seeg ſegne es alles zum wahren Heyl ihrer Seelen. Eins von den 1 welches 1 noch 1 iſt / und woruͤber ſehr geklagt

mm mmm m2 wurde, |

1 Diarlunm 55 ben, und gleichſam in ihrem Hertzen ſprechen: Da wird nichts Anno 1737. draus, wir bleiben, wie wir ſind; ſo ſtellete ich ihnen vor das Exem⸗ lul. pel des Juͤdiſchen Volcks aus Jer. 18, 1 1. 12. und ſuchte unſere Zuhoͤrer gleich im Anfang der Predigt zu warnen, daß ſie es ja für dieſes mal nicht wieder ſo machten, als es wol manche ſonſt gemacht, und daß ſie nun einmal dem Worte der Wahrheit und dem Evange⸗ lio ihres HErrn JESU CHriſti glauben und gehorſam werden möchten. Denn auf ſolche Weiſe würden fie gewiß die Guter fo wol des Reichs der Gnaden als des Reichs der Herrlichkeit zu ge⸗ nieſſen haben. So bald die Predigt vorbey, wurde mir uͤbel, und ai a e de ſo hatte ordentlich das kalte Fieber, daher mich zu Bette legen muſte; gegen 3 Uhr aber des Nachmittags ſtaͤrekte mich der liebe GO wieder ſo, daß ich noch eine kurtze Catechiſa⸗ jon über die Ste Bitte anſtellen konte. Der HENN ſey gelobt! egen Abend wurde zu einer Witwe gerufen, welche mir erzaͤhlete, daß ſie heute ſo ſchwach waͤre, daß je glaube, es würde immer näher Hasena ash. Bey dieſer Gelegenheit fragte ich ſie, ob fie hoffte elig zu we Ba und da fie es mit Ja beantwortete, ſo ſagte ihr, was der HErr IEſus in dem heutigen Evangelio und an andern Orten der Heil. Schrift von denen erfordere, welche gewiß ſelig werden wollen. Wuſte fie davon noch nichts, ſo ſtünde es noch ſchlecht mit ihr. Wuͤſte ſie aber was von der wahren Bekehrung und Wiedergeburt, und von der beſſern Gerechtigkeit, und daß ſie ſey aus dem Tod ins Leben kommen ſo duͤrfte ſie an ihrer Seligkeit nicht zweifeln, ſondern deren ſo gewiß ſeyn, als ſie da auf dem Bette laͤge. Darauf antwor⸗ tete ſie: fie glaube, es ſey kein Menſch in Eben Ezer, der feiner Se, ligkeit ſo gewiß ſeyn koͤnte. Da ich ihr aber mit Wahrheit ſagen konte, daß es dergleichen hier gäbe, und was die Schrift davon ſage, ſo glaubte ſie es. Darauf ich ihr denn einen Rath gab, wie ſie es gantz einfaͤltig machen ſolte; der HErr JeEſus haͤtte ihre Seele viel zu lieb, er wuͤrde fie nicht wegſtoſſen, wenn fie zu ihm Fame. Und da ich ihr ſagte, wie es andere in der Gemeine uͤbel naͤhmen, wenn man ihnen faße, woran es ihnen noch fehle; ſo bezeugte ſie, daß es 3; ib gar nicht zuwider wäre, ſondern es ſey ihr ſehr lieb. GS e ge⸗ be, daß ſich nur einmal alle uͤberzeugen laſſen von ihrem Verderben, damit ihnen koͤnne geholfen werden. e Mmm mmm m 3 Den

2086 . Diarium. |

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Anno 1737. Den 18ten. Dieſen Tag habe mit lauter aͤuſſerlichen Din 1. * gen zugebracht, fo, daß ich den Krancken Artzney gereichet, und ſh⸗

> nen ſonſt an die Hand gegangen bin, und hernach habe der Gemeine das Korn ausgetheilet, welches am vergangenen Sonnabend an⸗

kommen iſt. Ich hoffe, das groſſe Boot, fo herab gegangen iſt,

den Herrn Boltzium zu holen, wird ein mehrers bringen.

Gegen Abend kam der Land⸗Meſſer, welcher ehmals ſchon bey

uns geweſen, und die Garten ausgemeſſen, von Purisburg hier an,

und will eine Linie ziehen vom gantzen Lande, damit wir uͤberhaupt

wiſſen Eönnen, wie viel gut Land in allem hier iſt, und wir alſo un.

ſern Wohlthaͤtern in England und Teutſchland davon gewiſſen Be⸗

richt abſtatten koͤnnen. ER eee een;

Den ıgten. Im ſpaͤten Abend kam ich (Boltzius) unter goͤtt⸗

licher Beſchirmung mit den Saltzburgern nebſt einiger Proviſion an

Korn und wenigem Mehl wieder nach Hauſe; wofür der Name des

HErrn gelobet fen, der meine Geſundheit erhalten, und mich nicht

gantz ohne Nutzen hat ausreiſen und wieder kommen laſſen. Herr

Cauſton that abermal was er konte, und bewies mir alle Liebe, com⸗ municirte mir auch den Inhalt desjenigen Briefes, den die Herren

Truſtees unſerer Gemeine wegen an ihn geſchrieben, deſſen Inhalt

mit meinem von ihnen empfangenen Briefe gautz einerley iſt.

Weil er darauf drang, daß die Saltzburger, die in Alt⸗Eben Ezer

einiges Korn vor ihrer Remotion gepflantzet und hernach mit vieler Mühfeligkeit eingeerndtet haben, daſſelbe als einen Theil der ihnen verordneten Proviſion anſehen ſolten; fo zeigte ich ihm die Schwie⸗

rigkeiten und conſequentien, die mit dieſer Forderung unausbleiblich verknuͤpft feyn werden, welches ihn bewog, hievon abzuſtehen, und denen Herren Truſtees Vorſtellung zu thun. So wol unſere privat - Rechnungen, als was zur Proviſton der Gemeine gehoͤrek, find nun examiniret; doch noch nicht fo weit complet, daß wir wuͤſten, wie wir wegen unſers Salarü in Abſicht auf die aus dem Storehauſe empfangene Proviſion, und die Gemeine wegen ihrer empfangenen Lebens⸗Mittel dran find, Herr Cauſton hat mir beym Abſchied verſprochen, zu uns zu kommen, und der Saltzburger Arbeit zu ſehen, und weil der dortige Prediger Herr Weßley auch des Vorhabens iſt, ſo habe ihn gebeten, dem Herrn Cauſton Geſellſchaft zu r. * u men wodur

Erqvickung geſchencket

gel eines

3 Diarium. 2087 wodurch erzur Herreiſe deſto eher bewogen werden möchte, als wor, an nach unſerm Erachten etwas gelegen iſt. Den 2oten. Die Fieber⸗Kranckheiten halten bey uns ziemlich

Wind bat nel dome welches noch nicht allenthalben

*

Anno 1737. Iul. ar

any ündaber doch nicht foheftig, als vorm Jahe. Wellielekranck i ap bie gefunden ihre Arbeit haben, ſo kan auf einigen Aeckern

urch aufgehaͤuftes Erdreich beveſtiget iſt. Die

n, was ſie koͤnnen, und empfehlen das übrige dem HErrn,

| vo machen wird. Die Feldmeſſer macht heute einen Anfang, das Land, m

Saltzburger Plantationen ausgemeſſen werden e e zugehen und abzuzeichnen, wozu er drey verſtändige Saltbur⸗ u Gefaͤhrten hat. Er hat ordre, meinem Rath und Anwei⸗

zu folgen, und habe ich ihm den Sinn unſerer lieben Wohlthaͤ⸗ ihrem Sinn das Land auszumeſſen. An die

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e gebeten,

rdre, die ihm Herr

fo genau halten. Wenn nur iede Familie etwas gutes Land bee

kommt, wird man gern zufrieden ſe nnn. 15 | Den alten, Der liebe GOtt hat mir bey einigen Zuhoͤrern,

ale be

ter, die in der Wahrheit der Salsburger Beſtes ſuchen, erzehlet,

glethorpe gegeben, alle Plantationen in ei⸗ nem Quadrat von ſechzehn Engliſchen Meilen auszumeſſen, wird er

dieich dieſen Morgen vor der Schule beſuchte, viele Erbauung und

chencket, indem ſich die Kraft des Todes und der Auf⸗ erſtehung CHrifti fo ſchoͤn an ihnen offenbaret. Ein Weib fand ich beym Gebet⸗Buch, die über ihr Elend feufzete, und klagte über Man»

* 5

ihres Heylandes ſchoͤn und rothauf ſie flieſſen, Darüber ihr Hertz ſehr

wacker und geſtaͤrcket worden. Ich las ihr darauf die legten Verſe

aus dem Lied: Ein Laͤmmlein geht und tragt die Schuld ꝛc.

rten eines erbaulichen Liedes: Ich weiß, du kanſt mich nicht os, wie koͤnteſt du ungnaͤdig ſeyn dem, den ri WWWGWWWWWWWWWWW ut

empfindlichen Troſtes. Vor etlichen Tagen iſt ihr auf ih⸗ CV e

vor, darin erbaulich vorgeſtellet wird, wie fich ein Gläubiger das reine Verſoͤhn⸗Blut des Heylandes zu Nutze mache, und ſprach ihr wegen ihrer jetzigen Bekuͤmmerniß aus Gottes Wort und aus den

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Troſt zu. an. UNE N Eine andere, die vom Fieber ſehr angegriffen wurde, ſagte:

danckbare (wie vielmehr uͤber ſeine Kinder Pf. 32, 10) in. 43. Mir haſt du Arbeit gemacht mit deinen Sünden Gd

Wir bekamen gegen Abend einen geſchlachteten Ochſen von Alk Eben Ezer, wo die Truſtees vor etlichen Wochen einiges Rind ⸗Vieh zu halten, Anſtalt machen laſſen. Weil er aber ſo beſchwerlich hie⸗ her zu bringen war, ſo war es faſt ſtinckend, und brauchten wir alle Geſchwindigkeit es auszutheilen. Auch bekamen wir ohngefehr 600 Pf. eingeſaltzen Rindfleiſch von dorther, welches unferm Man⸗ gel auf kurtze Zeit zu ſtatten kommt. 1 Dien 22fen. Der Prediger in Savannah fo wol, als Herr Cauſton und feine Frau haben mich aus allen Kraͤften zu überreden geſucht, bey unfern Leuten China de China zur Vertreibung des Fie⸗ bers zu gebrauchen, und haben mich mit Anfuͤhrung ihres eigenen und vieler anderer Exempel verſichert, daß nicht der allergeringſte Schade von dieſer Cur zu beſorgen ſey, wenn man nur dabey dieſe Me. thode brauche, daß man dem Patienten ein Brech⸗Pulver vorher gebe. Die Artzney aus gedachter Rinde wird folgender geſtalt praͤ⸗ pariret: Man nimmt 2 Ungen China de China, eine Hand voll Wermuth, und eben ſo viel Schlangen⸗Wurtzel; dis wird zuſam⸗ men in 4 Qvart Waſſer gethan, und ſo lange gekocht, bis 2 Qvart

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Der S a e China iff m allgemein und 1 weitlaͤuftig, daß bereits gantze Tractaͤtchen davon geſchrieben find: Darum wird in dieſer Nota sun dieſer Materie nicht ausfuͤhrlich genug koͤn⸗

be rucket werden: Die Fieber⸗ Rinde erfordert eine groſſe Vorſichtig⸗ 0 von wenigen Menfihen zu erwarten iſt. Durch den Miß⸗ Rinde iſt mehr als ein tauſend Menſchen um das Leben

ya 75 en nen gehandelt werden. Jedoch kan die Nothdurſt mit kurtzen Worten ee

5 5 fe eher debe dieſer Artzeney nicht leugnen koͤnnen. Alle 1 alte Sieber können ohne dieſe Ninde gründlich eurjret werden, und hat man

72 uicht noͤthig, dieſen ſchluͤpfrichen und mißlichen Weg zu erwählen. Die Worſichtigkeit, welche hierbey durch das vorher zu gebrauchende Vomitiv mae iſi ein deutlicher Beweis, daß der Urheber der⸗ 2 die is eines kalten Fiebers nicht eingefehen habe. Denn wir lien keumſ echſerley Umfäande in der weitlaͤuftigen F

2, *

van 12 55 ohne Schaden koͤnnen gebrauchet werden und ft daher gewiß,

daß dieſes recommendirfe Vomitivöftern Schaden bringen werde, als die

55 . Fræparation ziemlich eingeſchraͤncket, daß ſie ihren ſonſt gewohnt ichen ſchlim⸗

= eber⸗Rinde ſelbſten. Denn dieſe iſt durch nützlichen Zuſatz und gute

men effectum adſtrictorium nicht beweiſen kau. la forma enim Pecocti &

Alden rernouentium partes Terreſtres adfl:ingentes craſſiares exelndun- 05 tur, teneriores autem disjunguntur. Jedoch wenn man dasjenige, was unterm 17ten Aug, dieſes Jahrs von dieſer Sur gemeldet wird, in Erwe⸗ 557 an vehet ſo wird man dieſelbe zu gebrauchen ſich billig ein Bedencken

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2090 | Diarium.

07. Den azten. Dieſen Nachmittag habe die Gleder der zemei⸗ me, die geſund ſind, abermal beyſammen gehabt, einige Dinge zu uͤberlegen. Der liebe Gott ſegne alles zu ſeiner Ghee b uns Heyl! Wegen unſerer ietzigen kuͤmmerlichen Umſtaͤnde werden manche Ausgaben für die Elenden und Dürftigen in der Gemeine er⸗ fordert, und iſts wol eine recht väterliche Vorſorge Gottes, daß bey Ankunft des neulichen Schiffs eben ein ſchoͤner Segen zu dieſem Zweck mit gekommen iſt. Der Name des HErrn muͤſſe fuͤr alle feine Guͤte gelobet werden immer und ewiglich! ae Den 24ten. Ich zeigete der Gemeine an „daß wir uͤber 14. Tage zum Diſch des HErrn gehen wollen, und möchten diejenigen, die da dencken hinzu zu gehen, ſich deſto eher unter ernſtlichem Gebet zu dieſem heiligen und wichtigen Vorhaben anſchicken. Bey die er Gelegenheit konte ich nicht unangezeiget laſſen, daß Gott an dem Schuhmacher A. neulich ein ſolch ſchrecklich Gericht gebt haͤtte, welches wir uns zur Warnung ſolten dienen laſſen. Ich ade daß er nicht nur einmal, ſondern, auf geſchehene ul und Zufage einer wahren Beſſerung, abermal fich voll getrun en, und gleich darauf zum heiligen Abendmahl gegangen ſey, und habe er nun erfahren müffen, was das heiſſe: Irret euch nicht, OCT laßt ſich nicht ſpotten. Diejenigen, die von ſeiner letzten Unord⸗ nung gewuſt, und haͤtten ſie doch nicht bey uns angezeiget, haͤtten die Suͤnden des Mannes fo lange auf ſich, bis ſte ſich von Hertzen be⸗ kehreten, und ſich in dem Verſoͤhn⸗Blut JEſu CHriſti davon reini⸗ gen lieſſen. Sie haͤtten den ungluͤcklichen Mann noch koͤnnen retten helfen, und haͤtten es nicht gethan, welches wol ein ſchrecklich Ding ſey. Daher ich alle und iede gebeten, ja nicht aus Menſchen⸗Furcht die unordentlichen Dinge, die ſie an ihrem Naͤchſten gewahr wuͤrden, 7 verſchweigen, weil ihr und des gefallenen Suͤnders Heyl daran ange. | 998 | RER I. _ Mein lieber College hat vor eklichen Tagen am Fieber und Durchfall das Seine auch zu leiden gehabt, und weil er dadurch fehe. von Kraͤften kommen, ſo habe ihm gerathen ‚fi heute zu ſchonen, und mir die Arbeit an dem heutigen Tag, die fonft auf ihm lieget, zu uͤberlaſſen. Staͤrcket ihn der liebe GOtt, ſo wird er ſich in dieſer Woche der Schule und Gemeine deſto ernftlicher annehmen e

er

Desu 2091

da ſch mich des Brieſſchreibens wegen gern zu Haus halten wolte. ano m Iul.

Ich machte der Gemeine dieſen Nachmittag an ſtatt der Catechiſation

den Lebenslauf des ſel. Schaitbergers, der bey allen Salsburgern

lieb und werth gehalten wird, zu Nutze, welches mich bey der groſſen

Hitze, und da ich auch noch nicht völlig bey Kräften bin, am leichteſten

| mmt. 5 Di \ 5 ie . Den aßten. Ein Engländer von einer Plantation in Caroli·

ne verkaufte hier etwas Butker, und da wir ihn um Verkaufung ei⸗ niges Korns erſuchten, erzehlte er uns, was fuͤr ein Mangel an Le⸗

bens ⸗Mitteln weiter hinauf ſey. Es hatte auch dort lange nicht ge⸗ regnet, und auſſer dem thaͤten die Wuͤrme im grünen Korn unge 3 „daß daher noch groͤſſere Theurung zu beſorgen ſey.

Butter iſt auch rar und theuer, weil bey den disjaͤhrigen Uber ſchwemmungen des Savannah⸗Fluſſes viel Vieh im Waſſer umge⸗

kommen ſey. Eingeſaltzen Rind und Schwein⸗Fleiſch ift fo rar, daß

wan fur Geld nicht einen Biſſen zu ſehen, geſchweige zu kaufen ber

Dieſen Morgen ſchickten wir unſer Boot nach Savannah,

das wenigstens Saltz bringen ſoll, wenn ſonſt nichts im Storehaus iſt. Es iſt dis eine ſonderbare Vorſorge GOttes, daß ich neulich unvermuthet Korn in Savannah antraf, und 44. Buſhel nach

EbenEzer theils ſchicken, theils ſelbſt bringen konte. Unſere Leute

führen hier eben dieſelbe Klage, daß die Wuͤrmer das noch gantz

weiche Korn in den Kolben gantz ausfreſſen, darin auch kein ſieu⸗

ĩʒVſ . | 2... Den 26ten. Ich hielt mich dieſer Tagen in der Betſtunde bey

dem Umſtand ein wenig auf, da die unartigen Israeliten 2 B. Moſ.

16,3: Moſi auf eine ſchaͤndliche und luͤgenhafte Weiſe vorrücten,

daß ſie es vor dieſem beffer gehabt, indem fie bey den Fleiſchtoͤpfen ger ſeſſen und Brodt die Fülle zu eflen gehabt haͤtten, da doch wol die har⸗

ten und feindfeligen Egyptier ihnen keine Ochſen und Schafe, die ihre Goͤtter waren, werden geſchlachtet und zu eſſen gegeben haben,

und es ſonſt kuͤmmerlich gnug mit ihrer leiblichen Verſorgung bey

ihrer harten Arbeit werde hergegangen ſeyn. Ich erlaͤuterte dieſen

ungegründeten Ruhm und boͤſen Sinn durch das Verhalten vieler Menſchen heutiges u. „die die vorige Zeiten und Wohlthaten, ob ſie wol nicht ſonder

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ich geweſen, nur um des willen rühmen und

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2092 Diarium

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tes gering machen, ja vernichten moͤchten. Sie machen es, wie die Soldaten auf ihren Märchen, die das gegenwärtige Qvartier mit dem vorigen vergleichen, jenes loben, und dieſes zum Verdruß ihres Wirths verachten, und ſo machen ſie es mit den folgenden: zeigte aber, was dis fuͤr ſchwere Suͤnde ſey, wenn ein Menſch f Gott alle Tage viel Gutes an Leib und Seel erzeiget, das Gegen⸗

waͤrtige gering achtet, und ſich im fleiſchliche. Sinn nach den vori⸗ gen und alten Dingen, die wol mit vielen Suͤnden und Mißbrauch verknuͤpft geweſen, ſehnet; und warnete unſere Zuhörer vſich hierin ja der Welt nicht gleich zu ſtellen, als wozu auch wol mancher unter uns, der es etwa in der vorigen Zeit dem Leibe nach beſſer als ietz

gehabt hat, verſuchet worden iſt. Durch dieſe Vorſtellung und

Warnung iſt ſonderlich ein Mann in der Gemeine nicht wenig geruͤh⸗

et worden, daß er daher zu mir kam, und bekante daß er es einge mal auch ſo gemacht und ſich verſuͤndiget haͤtte, ob ihm wol nicht 1

wiſſend waͤre, daß er die vorige Zeiten da es ihm nach dem Flei wohl gegangen, aus boͤſer Meynung geruͤhmet hätte, es ſey aber doch nichts nutze, und erbaue den Naͤchſten nicht. Ich zeigete zu glei⸗ cher Zeit zur Nachricht und Troſt unſerer Ereug- Träger, daß dieje⸗ nigen Iſtaeliten, welche in Egypten bey den Fleiſchtoͤpfen, (wenn ſie ſie ja gehabt,) hätten bleiben oder dahin wieder zuruͤck ziehen wollen, kein Manna und Himmel⸗Brodt bekommen haͤtten, G Ott ſchei

es nur denen, die vorher einige Wochen das Brodt des Elendes (un⸗ geſäͤuertes, unſchmackhaftes Brodt) bey den goͤttlichen Fuͤhrungen in der Wuͤſten gegeſſen haͤtten. Das waͤren noch immer die Wege des HErrn mit feinem Volck, daß er fie von der Wohlluſt und Ge⸗ muͤchlichkeit der Welt abfuͤhre, ſpeiſe ſie eine Zeitlang mit Thraͤnen⸗

Den arten. Die Otte il ſognoß, daß wir nur des Vormit⸗ tags mit unſern wenigen gefunden Kindern Schule halten koͤnnen.

Es thut uns leyd, daß wir wegen Y gen glich iſt zu ſchonen da es

1 76 wol

vol d N ſdigkeſt und das Derlange en der Zuhöre le den ma u beſuchen, n ee aus GOttes er ede and en en g Se de Bitter auf, bringen aber ke nen Regen und Abkuhlung. hatten wir unpermuthet einen bald vorüberge⸗ 5 r . des doch re Land wies erqvicket hat.

um

die Kinder Iſtgel zwar aus einer vi fienber nach ſeiner Weisheit bald wieder in eine andere, nem het Beeren kommen laſſen. Hier haͤtte a . eee der bisherigen Sifahtting der Hülfe GOt⸗ tes ermuntern und gleichſam ſagen ſollen: Murret ja nicht, ſondern den, rn in welcher Noth wir vorher ſteckten; aber hat uns der HE wunderbar errettet? runs nicht ſo viele Ver⸗ heiſſunge 9 heb une des It Erbarmer und Verſor⸗ ger zu ſeyn Laſſet uns an denen Berheifingen ef halten! Mer kan und wird uns nicht verlaſſen noch verſaumen, es daure auch die Pruͤ⸗ fung (lange ſie wolle. Hievon aber faͤnden wir das Gegentheil und ein ‚Bild vieler Chriſten, die zur Zeit der Prüfung aufhören Chriſten 9 0 ‚oder are deutlich offenbaren, „daß fie nicht wahre Ehri⸗ ſten und Gläubige geweſen. Solche muͤſten eben in der Schule des Henn Jesu de Section lernen, die Paulus und alle Gläubige Gebr 11, 35. d. Rom. 8,3 5, 38.) gelernet, welche wir finden Phil. 4, 1112 Ich habe gelernet, bey welchen ich bin, mir genügen zu laſſen. Ich kan niedrig ſeyn, und kan hoch ſeyn⸗ in im allen Dingen und bey allen geſch

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2094 Diarium.

Anno 1737. Ich vermag alles durch den, der mich maͤchtig macht CHri⸗ ul. ſtus. Der liebe Heyland ſey gar ein geduldiger und langmmüͤchiger Lehrmeiſter, wenn man auch dieſe Lection nicht auf einmal lernen koͤnne. Aus dem Mangel dieſer hoͤchſtnoͤthigen Gemuͤths⸗Beſchaf.⸗

fenheit komme ſo viel Unruhe, Ungerechtigkeit und Arges unter den enſchen; da hingegen ein ſolcher wahrhaftig gelaſſener Menſch gantz ruhig ſey, und alles, es ſey Gluͤck oder Ungluͤck, Reichthum oder Armuth, Geſundheit oder Kranckheit, von GOtt, als lauter ihm heife fame Gaben und Wohlthaten, annehme. e, Das andere, was ich ihnen erzehlte, betraff den Felſen, den Moſes auf Befehl Gottes vor den Aelteſten der Kinder Iſrael ge⸗ ſchlagen, und dadurch Waſſer fuͤr die durſtige Iſraeliten heraus ge. bracht hat, an deſſen Waſſer ohne Zweifel auch andere Voͤlcker und Geſchlechte, zum Volbilde der allgemeinen Gnade Gottes in CHri⸗ flo, Antheil genommen. Unſer lieber Heyland ſey auch, und zwar zu unſerm geiſtlichen und ewigen Heyl, geſchlagen, und am Creutz ſeine Seite mit einem Spieß eröffnet worden, daraus Blut und Waſſer zu unſerer Reinigung und Heiligung reichlich gefloffen ſey: die gantze unergruͤndliche Fuͤlle der Gnaden ſey nun da, er lade nun die Sun, der zur Application derſelben freundlich ein, wie das Samaritiſche Weib Joh. 4, 13. 14. nur fehle es den Leuten am rechten geiſtlichen

Durſt, daher achten ſie CHriſtum eben ſo wenig, als manche rei⸗

che Leute, die ſonſt gute Dinge gnug zu trincken haben, das Waſſer achten und Gott dafür dancken. Wir waren alle bey dieſer Erzeh⸗ lung und Unterredung ſehr vergmügte e. Nr. iſt auch eine Weile kranck geweſen, und da er bey gefunden Tagen einen trotzigen harten Kopf gehabt, fo ſcheinet ihn GOtt ietzt muͤrbe und weich zu machen. Ich habe ihm beyde mal, da ich ihn ber ſucht, von der abſoluten Nothwendigkeit einer gründlichen Hertzens⸗ Aenderung vieles vorgeſagt, und mit ihm gebetet. Gott gebe ihm noch Raum zur Buſſe! Ich gedachte, er hätte vielleicht einen heim lichen Bann an Diebſtahl, Ungerechtigkeit, Betrug des Naͤchſten ꝛc. auf ſich, davon er ſich auf mein Vorſtellen ja los machen möchte; er meinete aber in feinem Gewiſſen davon frey zu ſern n. Den 28ten. Ein frommer Mann erzehlete mir, wie übel fein Korn, das doch ſo ſchoͤn aufgewachſen, von den neee ö f | e

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2096 Diarium,

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h Ich hatte unfer Boot nach Salg loi, es kam aber mit

ſechs Faͤßchen Mehl beladen wieder. Es 10 zwey Sloupen vor

Savannah angekommen, die Mehl, weiß nicht was mehr, mitg

bracht, davon Hirt Caufon dem dritten! ransport etwas zukon⸗

men laſſen. Weil nun der Krancken unter uns ſehr viel ſind, die

mit bloſſem Indianiſchen Korn nicht wol behelfen Eönnen, ſo iſth.

Dun Boot abermal herunter gegangen, einige Fafchen: Med zu Bar d gedenck Ur 15 den Armen aus der Armen Büchſeetwas dar⸗

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Kopf ⸗Schmertzen, oder Fieber Hitze, wie anbereh aben,fägen. Geſte hatte ſich dieſer Zuſtand in eine ſtarcke diarrhoe reſoly ret, und es wol heute ſchiene damit ein wenig beſſer zu werden, iſt er doch wid unſer Bermuthen geftorben. Daich wegen des Gebrauchs der Me 1% dicin dieſen Morgen nicht ausgehen k konte, ließ ich ihn ki. 1

Disrium 5 2097

lich GD De um die Erkentniß ſeiner Suͤnden anrufen möchte, damit

er zur wahren Bekehrung gelange, welcher es auch ausgerichtet hat.

In ſeinem Leben wolte er das Wort der Buſſe nicht recht annehmen,

konte ſich auch in die Pruͤfungen GOttes wegen feines fleiſchlichen Sinnes ſo wenig finden, daß er willens geweſen, fortzuziehen, wenn

7 nicht beſſer würde. Suletzt iſt er auf ſeinem Krancken⸗Bette zwar

mert geweſen, hat gebetet, und, was mit ihm geredet, wie

den, wie ich ihm folches als abſolut nothwendig eingeſchärſet, wird

er am beſten wiſſen. GOTT gebe, daß dis Erempel bey allen, forte derlich bey feines gleichen jungen Leuten, einen rechten Eindruck habe!

wohl angenommen; ob er aber von neuem gebohren wor⸗

Wir werden es uns wohl zu Nutze zu machen ſuchen. | Es ſind unſere Briefe nach England und Teutſchland nun fer⸗ tig, und warten wir auf eine ſichere Gelegenheit, fie wohl zu beſtellen,

die uns der liebe G Ott ſelbſt zeigen wolle. Das Paquet iſt nebſt dem

. Diario gar ſtarck, und alfo wuͤnſchten wir es deſto lieber in ſichern

gen, daß ihre Briefe verlohren gehen; wir aber muͤſſen zum Preis des

Händen. Herr Wesley, Prediger in Savannah, und andere, kla⸗

Hege bekennen, daß wir von unſern Briefen, die wir geſchrie⸗ ben, oder die an uns geſchrieben find, noch keinen, fo viel als uns

wiiſſend, vermiſſen, auſſer daß einmal die 4 Guineas, die der Herr Hofe Prediger Ziegenhagen unſerer Gemeine geſchicket, nicht eingelieſert

worden, wovon wir auch Nachricht gegeben haben. Der liebe Gott

halte ferner feine Hand über uns und über unſere Briefe, daß ſie nicht

nur wohl ankommen, ſondern auch einigen Nutzen und Segen haben.

Wir haben dismal 4 Engliſche Briefe nach Londen geſchrieben, ei⸗

nen an Capit. Coram, zwey an die Herren Truſtees, und einen an die Hochloͤbl. Societaͤtz von den z letzten haben wir den Inhalt an Hrn. Hof Prediger Ziegenhagen zu feiner Nachricht geſchrieben. Nach Teutſchland find die vornehmſten Briefe von uns an Herrn Sen. Urlſperger und Herrn Prof, Francken, desgleichen an die lieben Unſri⸗

gen, an meinen Vetter Herrn Wachsmann in Berlin, an unſere

werthe Wohlthaͤterin die Fr. v. H. desgleichen nach Londen an Herrn

D. Gerdes, an Herrn Hof⸗Prediger Butjenter, an Herrn Matthi ſen, der zu uns und unſerer lieben Gemeine eine hertzliche Liebe traͤgt.

Auch ſind einige fromme Glieder der Gemeine durch die empfangene

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Setter deſſen, was ich ihm neulich geſagt, erinnern, daß er vornehm; e Il.

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2098 | Diarium.

Anno 1737. Wohlthaten aufgemuntert worden ji

ert an ͤihre Wohlthaͤter in Londen und Teutſchland, desgleichen an Freunde zu ſchreiben. Dem Schul⸗ meiſter Ortmann habe ich zugeredet, doch auch an die Societaͤt zu ſchreiben, und den Empfang des Geſchencks von 5 Pfund Sterl. danckbarlich zu berichten, welches er zu thun verſprochen. Es wird verlangt, im Schluß des Diarii die Anzahl der verſtorbenen und noch lebenden Glieder, ſo viel ihrer von Anfang hieher zur Gemeine gekommen, zu berichten. An Erwachſenen find in Alt und Neu⸗ Eben Ezer geſtorben Zr: an Kindern 24. und ſind noch beym Le⸗

ben an Erwachſenen 89. an Kindern 43. Solten wir die Namen eines ieden zugleich miederſchreiben,

ſo bitten wir uns davon Nach⸗ richt aus. eee ee ,

Den 31 ſten. Heute habe ich die lieben Zuhörer über das or⸗ dentliche Sonntags Evangelium Matth. 7, ı 5 qq - aus dem Mun⸗ de CHriſti vor Verführung und Selbſt⸗Betrug zu warnen geſucht,

und gezeigt, daß Verfuͤhrer nicht nur unter den Lehrern, ſondern auch unter Zuhoͤrern, ſonderlich wo Gott redliche Lehrer aufgeſtel⸗ let hat, zu ſuchen und zu finden waͤren. In Teutſchland iſts bey den

Chriſten unleugbar, daß ein junger Menſch den andern, der wohl

in ſeiner Eltern Hauſe erzogen, verfuͤhre; aber auch die jungen Leute unſerer Gemeine machten ſich dieſer Sünde theilhaftig, da fie an ih ren Cameraden durch allerley unordentliche Dinge wieder nieder⸗ riſſen, was die Lehrer gebauet haͤtten, und alſo groſſe Betruͤbniß an⸗ kichteten. Bey dieſer Gelegenheit gedachte ich auch an den vor dem Morgen⸗Gottesdienſt begrabenen N. N. als der ſich auch gerne mit böfen Geſellen complottiret, andere verführet hat, und durch andere verfuͤhret worden, daß das Wort der Wahſhel meu n haften wollen. Ich ſagte ſeinen Cameraden öffentlich, daß er es ihnen in der Ewigkeit ſchlecht bancken würde, daß fie ihm Gottes Wort haͤtten verplaudern, und ihn in feinem unbekehrten Zuſtand beſtaͤrcken helfen; hingegen welche Freude und Lob GOttes es im Himmel bringen wuͤrde, wenn ſie ihm zur rechten Schaffung ſeines Heyls durch ihren Zuſpruch Gelegenheit gegeben, und ſich mit ihm auf die Seligkeit recht zubereitet hätten. Wir haben wenig Kenn⸗ zeichen auf feinem Krancken⸗Bette wahrgenommen, daraus nan gewiß ſchlieſſen koͤnnen, daß er unſer letztes Zureden beym Beſuch zur gruͤndlichen Bekehrung angenommen haͤtte. N 1 ip ar | . Na

- Diem” 2099

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F Mach dem Nachmittags Bostesdienft Fam ein Salgburger zu Anno r.

mir, und bereuete es unter Thranen, daß er dem eler den Menſchen Iul.

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ſo hinſterben laſſen, und ihm ſeine ſchwere Verſündiaung, die gegen meine Perſon und Amt mir umoiſfend gegangen, nicht vorgehalten, oder mir es in Zeiten angezeiget hätte: Er ſey nun mit ſolcher ſchreck⸗ lichen Laſterung geſtorben, welches ihm groſſe Angſt maches ich möchte doch in dieſer Weche bey ihm einſprechen, daß ich hm mt Gebet und Unterricht zu Hülfe kame. Er klagte ſehr über Traͤgheik im Guten und Menſchen⸗Furcht, und ſagte es zu, ſich dadurch nim mermehr zum Stillſchweigen bey Sünden und Bosheiten verleiten zu laſſen, es gehe ihm auch, wie es wolle

BVorund bey Ankunft dieſes Jaltzburgers hatte ich einige Unge⸗ legenheit vom Fieber, der liebe G Ott aber ſtaͤrckte mich augenſchein⸗ lch, dab ich ausgeben und den N und fein ZBeib, wieihm geftern verſprochen, befischen konte. Die N. hat ſich eben neulich durch ſol⸗ che Laͤſterung und greuliche Erpreſſion zum Anſtoß vieler in der Ge

meine im Zorn verſuͤndiget, und hat der Mann bisher aus Vermoͤgen Sicht gearbeitet, fie zur Erkentniß, Reue und Abbitte ſolcher ar gerlichen Dinge zu bringen, weil ich ſie ſonſt nicht zum Heil. Abends mahl admittiren koͤnte und wuͤrde. Er hatte aber bey ihr nicht ein. mal fo viel ausrichten koͤnnen, daß fie nur mit ihm zu mir gegangen ware. Dis und viel ander Übel, fo er täglich mit ihr erfahre, klagte er mir geſtern zweymal. Da ich nun im Namen Gottes in ihre Huͤt⸗

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ſie verhindert hat, daß fie nicht in die Kirche kommen koͤnnen. Da⸗ her nahm Gelegenheit, ihnen den Sahalt meines Vortrags zu fügen, und ſie vor Verfuͤhrung und Selbſt⸗ Betrug herzlich und beweglich zu warnen. Sie bezeigete ſich zu meiner Derwundenmg uͤber meine Gegenwart erfreut und bewegt, und erzaͤhlete der Mann, daß ihm das Exempel des verſtorbenen N. N. bey feinem Fieber immer im Ge⸗ muͤth geweſen, und komme es ihm ſo ſchrecklich vor, daß der Menſch übel gefahren ſeyn moͤchte. Dis gab mir Gelegenheit, beyden zu ſagen, daß ichs heute erſt erfahren, daß er ſich an mir und meinem Amt eben auf die ſchreckliche Weiſe verſuͤndiget, und ohne Erkent⸗ niß und Bekenkniß in der Tuͤcke feines Hertzens dahin gefahren ſey, welches wol eine entſetzliche Sache. Daruͤber wurden fie beyde zu . N“ 900 00002 Thraͤ⸗

te trat, fand ich ſie beydeam Fieber kranck und abgemattet, welches

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in dieſer Woche anwenden müften, wenn ſie von

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N ge ück gehalten werden, jego haben fie auſſerlich einen beſſern Aug: E „und verſprechen viel Gutes. Ich warne fie nach allem und werde, wie es in den Betſtunden mehrmalen geſchiehet, es an ih⸗ gewiſße Person, ſo fich einige Zeit Datei aufgehalten, Laß die duft Daſelbſt hoͤchſt ungeſund ſey, die blanquen Leute ſehr boshaftig lebe

emoͤgen vor der Verſündigung an dem Leib und Baut des Herten; ken in diefe Woche wiederholen. ten, mit den Negroes oder Mohren⸗Selaven ungemein tyranniſch ingirigem, viele Selaven aber an den HErrn JEſum von Hertzen

doe, „Giehaben, fo fange te bey uns nd dis ate immer mäf, Ann 1737. Den aten. Von der Inf St. Thomas erzählete mir eine en waren‘, fo, daß ſie jetzt die weiſfen Leute ihrer Pflicht

® chen verfolget wuͤrden. Ihre Bruͤnſtigkeit und 1

Aug,

2102

1737. chen. Gegen Abend hatten

Regen, der aber wenig eing ö Den ten. Ich beſuchte dieſen M hl zu gehen gedencken, da gen und Erbauung, als ich hoͤrete, wie ſie der liebe G Ott in das Erkent⸗ ihres Elendes, aber auch in die lebendige Erkentniß CHrif er erworbenen Gnade recht hinein führe, und welchen Kan fh mit ihrem Fleiſch und dem Erz⸗ Betrüger, dem ahr at | ee

Heil Abendma

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kommen, um ſie auf Chriſtli Grolls und der xeindſchaft zu heben; er aus beyden dergeſtalt hervor,

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Seelen jammert. Ich wurde zwar Vo inwendigen im Unterleibe tobenden Fieber i aber doch nicht umhin, theils mit der Gem „theils aber die am Sonnabend ſonder ration zu halten, als darin ich der N. A res Mannes Verlangen abthun muſte,

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fanmleten Leuten, daß darin die meiſten Men irreten, wenn ſie das Chriſtenthum in aͤuſſerlich

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Diarium.

Bir wid Beh edrungen iſt.

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er ene Den sten... Ich ließ zwo Perſonen geſtern Nachm che Weiſe zu vereinigen, es brach aber ihr inwen nl daß ich mich uͤber die Gren andern jns Geſicht ſagte, verwunderte, welches N. vom Tiſch des HErrn wegbleiben muſte, ſelbſt erkante. Es kam nun hergus, wie ſehr fich dieſe Perſonen an mir durch Luͤgen, Laͤſt 1d S ſuͤndiget haben, wenn ich mein Amt Geſetz und Kirchen⸗Diſciplin nahe N fie ſolche Sünden, wie N., erkennen und bereuen te CHriſti Vergebung finden! Mi

erungen und Sch an ihnen habe th

ſchlägt folche lindanckbarket

Bosheit weiter nicht nieder, 5 daß mich

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e gelaſſen werden. In dieſer Vorbereitu

dem Gebrauch der Mittel des Heyls,

Pflichten ſetzen, ſondern es komme vielm wahrer Gottgefaͤlliger Chriſt ſeyn wolle Wahrheit erfahren lerne, 1) was Sünde fey, 2) w ſey, 3) was Gnade Gottes ſey; wer zu ſolcher Erfahrung

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oder in Ausuͤbung gewiſſer ehr bey einem ieden, der ein rauf an, daß er in der

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nner⸗Wetter und

der armen blinden Nachmittag von einem.

eine eine noͤthige C lich gewohnliche P Dar ergerniß nach ihrem und ih⸗ ehe ſie zum Heil. Abendmahl zeigete ich den ver⸗

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9 950 ten. N. N. bezeugte geſtern Abend, wie ſehr ihn ſei⸗ ö U druͤcken, a wie ſehr er ſich in feiner Angſt nach goͤktli⸗ et rost | ſehne, eh igte daher mit zum Heil. Abend hl zu ger 1. Ich ließ es geſchehen, da wol hoffentl lich der liebe g Dit wieder feiner eeleark 1 kan, und ihn 5 wol eine Reue deffen, wor⸗ er f ne verfündiget hat, ankommen mag. Es gingen an er Zahl 29 zum Tiſch des HErrn, darunter viele mit einem Gnaden⸗ n on en erſchienen find. Dien Sten. Weil es an Korn und Reiß im Lande fehter, und 21 50 ton einigen Vorrath um Mehl bekommen hat, fo laßt er

1. und 2. oviſion nicht gehoͤret; welches! in ihren Leibes⸗Schwachheiten bil, 5 ein 98 der e BE BE, e

wir uns aber zur Applicirung der Mediein nicht finden konnen.

5 zn von ie: ri Medicamenten, der uns neulich gechckt Ä

worden,

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„Transport auch Mehl zukommen 70 es wol zu hrer

e hewiſſe a ben 1 en wie gehen it 6 50 lg 3) 5 e hat eine 1 Zeit her eine auszehrende Kranck⸗ heit 11 55 abt und kommt ietzt ihrem Ende immer näher. Nach der A end⸗Betſtunde wurde mein lieber College zu ihr gerufen, der nach Beſchaffenheit ihrer Seelen⸗Umſtaͤnde mit ihr geredet, auch ihr von der! ffentia dulei zur Staͤrckung etwas gereichet hat, Es ſcheinet bey ihr ein ſchleichendes abzehrendes Fieber zu ſeyn, 1 .

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2104 Diarium. | 2 Anno 1737. worden, hat bey den vielen Kranckheiten . 1 u zu unſerm eigenen Gebrauch ar Den loten. N Nupr⸗ 1. Steinen hätte, einmal aufs Feld! der Salsburger zu g groffen Schaden fehen, den die Wi 4 Morgen Landes e da bereit, es einem gantz zu uͤberlaſſen, w für bekaͤme, und fo ſagen 29 e aden das Korn am ſchoͤnſten ſtehet, dahehen died su Beh größten Schaden gethan. Der Mann war h ich 8 8

traute es dein lieben GOTT zu, er werde ſonſt ſchon Unt

befcheren wiſſen, wenn es auch im Felde! nicht ge eraͤt 85 55 —5 andern daraus, daß zu einer ge eſegneten Ernte nicht gutes dand, fon, dern der Segen des HERRN das meiſte, ja GO der

gebe, daß es alle glauben lernen! Muͤllers alt er Sohn lich kranck. Da ich dieſen Morgen zu ihm kan 5 le und Kinder weinend, e e a d daß ſie bekümmert waren, daß ihr Sohn noch nicht ? waͤre, und alſo nicht felig werden Mute, welches er auch ich merckete ) mit Neu und Wehmuth erkante und klagte, daß es ie groß 7 Leibes⸗Schwachheit nicht zulaſſen wolte recht zu ſeuſzen und zu beten. Ich redete mit ihm etwas aus G } 990 4 zu feiner beſſern Pflege und Derugung mit > rtzney⸗ N Den I Iten. Ein junger Sal sburger, der bey n Ta⸗ gen ein mittelmaͤßiges Chriſtenthum (wie es die 7 nennet) ge» führet hat, kommt jest auf feinem Krancken⸗Bette zum Erfentnig und Gefühl feiner Sünden, und brauchte davon 4 nachdruͤcklich⸗ ften Exprefliones. Ich erinnerte ihn einiger Sprüche der Heil, Schrift, daraus er Aae koͤnte, daß ihn GO nicht verſtoſ⸗ ſen wolle, wie ihm vorkomme, ſondern er werde ihn um CHriſti wil len gern annehmen, wenn es nur mit ſeiner Buſſe Wahrheit werde. Eine Salsburgerin klagte, was ſie davon für Schaden bee daß ſie wegen bisheriger Kranckheit die Abend⸗Betſtunden nicht b eſuchen könne, und daſie SOTE ziemlich wieder geſtarcket habe, fo ſey fie willens geweſen, zu uns zu kommen, wenn nicht einer von uns heute Ja

0 Diem 2105 uhr gekommen waͤre, fie häfteder Huͤlfe im Gebet fehr nöthig. Ich Anno 1737. 3 eiyehlteihrefnwns aus der geſtrigen Abend⸗Betſtunde, welches ihr und Aug den andern Anweſenden gar erbaulich war. Die Holtzerin weinete über der Menge und Groͤſſe ihrer Sünden, und bezeugte, daß dis ietzt ihre groͤßte Sorge fen, ſich zur Ewigkeit zuzubereiten. Die ir⸗ diſchen Dinge, davon einige, ſo ſie beſuchen, reden, waͤren ihr gar nichts, ſie wolte ſich um dergleichen nicht mehr bekuͤmmern. Den aten. Wir haben geſtern Nachmittag einen eindrin⸗ genden Regen bekommen, der auch heute angehalten hat. Die bis⸗ herige Duͤrre war ſehr groß, welche die Leute am Ruͤben⸗ſaͤen gehin⸗ dert hat. Gott gebe, daß die Ruͤben und andere Wurtzeln beſſer gerathen, als das Korn. Es ſiehet recht klaͤglich aus, wenn man das von Wuͤrmern gantz durchfreſſene Korn ſelbſt anſiehet, wie wir beyde geſtern gethan. So bald ich nach Savannah komme, fo werde Herrn Cauſton bitten, daß er die gegenwaͤrtige Noth den Herren Truſtees berichte, und mich in feinen Brief auch einen an Sie mit einlegen laſſe. Unſern groſſen Pack Briefe hat N. N. zur Be⸗ ſtellung mit ſich genommen, und weil immer Schiffe nach Londen gehen, ſo duͤrfen wir wegen der richtigen Beſtellung daſelbſt weiter keine Sorge haben. Herr Eveleigh, der bisher in Charles⸗Town die Beſtellung unſerer Briefe beſorget hat, liegt todtkranck, und wird an feinem Aufkommen gezweifelt. 5 r Dien Taten. Dieſen Morgen erhielt ich die Nachricht, daß des Uhrmachers aͤlteſter Sohn heute fruͤh geſtorben ſey. Der Va⸗ ter verſicherte mich, daß er ſich durch ernſtlich Beten und Ringen vor Gott zum Tode wohl zubereitet habe, wie denn ſo wol Eltern als Geſch wiſter fleißig aus GOttes Wort mit ihm geredet und gebetet, wozu er allezeit, auch bey der größten Leibes Schwachheit, bereit: willig geweſen. Den übrigen vielen Geſchwiſtern gibt dis Exempel einen ziemlichen Eindruck, ſich auch in Zeiten zu einem feligen Tode zuzubereiten. Er hatte einen ſehr heftigen Durchfall bey groſſer in nerlicher Hitze, und konte durch kein Mittel gehoben werden. Alle Glieder waren dabey todt und kalt, und reichten keine warme Um⸗ ſchlaͤge zu, ſie wieder zu erwaͤrmen. Die Durchfaͤlle find wieder ſehr gemein, welches daher kommen mag: Die Hitze iſt bisher bey Tage und Nacht (einige Nächte ausgenommen) fehr groß und faſt uner⸗ i p

Americ. IV. Sort Ppp pppp kraͤg⸗

2106 Diarium-

137 gl geweſen . daher die Leute, d Leute, die Int, waer N 0 Kae ene ſeyn, im 50 E en, baden, an kuͤhle Oerter legen, welches allerley 3 ul nach ich ziehen muß. N und dieſe Nacht iſts auf und 5 dem Ne gen fo kühle worden, daß me n ee Ehen , * 425 Lahe nt, der zieht j Den La 10 war in ame in de

und vor alien Zerfuhungen

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Winter 9 7 je 155 on 15 von f Kalte habe. Mein Fieber macht Hi nf 1 bey Tag und Nacht, daß ich zu allen eſtern kaum die Vormitkags⸗Predigt ha Nittel, als Beſtreichung des Unterleibs a 804 warmer A Dieb das 1

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Disk. 2107

Segen die Umſtaͤnde aͤndern. Zwey Perſonen, welche gegen einan⸗ Ann

der Haß und Feindſchaſt getragen, konten neulich in meiner Stube zu keiner Verſohnung gebracht werden, woran die eine groſſen Theils Schuld hatte, welcher wir denn mit Ernſt zugeredet, und unſer Mißfallen an ihrem Verhalten mit derben Worten bezeuget haben,

welches doch fo viel gefruchtet hat; daß fie ſelbſt in der andern Per⸗

ſon Hauſe die Verſoͤhnung geſucht, und ſind dieſe deute wenigſtens

Aufferlich wieder Freunde. Dieſe beyde Perſonen koͤnten in der Ge⸗ f ee eee werden, welches auch ihr Nutz ſeyn würde, wenn ſie ſi \

einen ſo ſchlechten Credit geſetzt hatten. 7 85 Den ızten.. Es haben einige Leute, die im Fieber China de

China gebraucht, das Fieber zwar verloren, aber auch wieder ber

kommen, daher ſie kein Hertz mehr zu dieſer Artzney haben. Wir ra then es ihnen auch nicht, ob es wol das allgemeine Mittel hier im Lande iſt, die Fieber zu vertreiben. Von Geſchwuͤren und dicken aufgeſchwollenen Haͤnden werden einige ſehr geplagt, und gehet es den kleinen Kindern wie den Erwachſenen. Mich hat der liebe Gott ſo weit wieder geſtaͤrcket, daß ich die Abend⸗Betſtunde halten konte, und mir und den Zuhörern die ſchoͤne Verheiſſungen GOttes 2 B. Moſ. 19, 5. 6. zu Nutze zu machen ſuchte. O wie gern wol⸗ ten wir arbeiten, und zum leib⸗ und geiſtlichen Heil unſerer lieben

5 Salsburger unſere Kräfte anwenden, wenn ſie uns der HERR

ſchencken und erhalten wolte! Er erkennet und weiß unfer Verlan⸗

a 145 und wird zu ſeiner Zeit ſchon wieder geben, was ihm gefaͤl⸗ Den 1 sten. Es hat zwar Herr Cauſton mir und dem Prediger

in Savannah verſprochen, zu uns zu kommen, unſerer Leute Arbeit an⸗ zuſehen, es verzieht ſich aber feine Herreiſe fo lange, daß vielleicht wol gar nichts daraus werden moͤchte. Ich gedencke mit naͤchſter Ge⸗ legenheit ihn wieder zu bitten, ſolche Muͤhe uͤber ſich zunehmen, da⸗

mit er den ungemein groſſen Schaden, den die Würme am Korn ger than, ſelbſt anfehen und zum Mitleiden bewogen werben moͤchte. Die Leute haben mit Abbrechung und Heimbringung des Korns viel

ch nur durch ihr Verhalten bey den Saltzburgern nicht in

Aug.

zuthun, bringen aber von einem jeden Morgen nicht ein vollig Bufhel zuſammen, ſondern muͤſſen die as durchfreſſene Aehren den Schwei⸗ I p * nen

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2108 Diarium.

5 . 2 Anno 1737. nen vorwerfen. Der Schade iſt ſehr groß, und iſt dis abermal über Aug, die arme Saltzburger eine ſolche Prüfung, dabey ſie Troſt wohl brau⸗

chen, den ihnen auch der liebreiche GOtt ſchon wird aufbehalten haben. S Rut! ee „Den ıHfen. Unſer Boot brachte etwas Reiß, Mehl und Kaͤſe für den dritten Transport von Savannah, welches ich denn auch gleich dieſen Nachmittag ausgetheilet habe. Dieſen Abend wurde ich zu einer Patientin gerufen, welche ihrem Ende ſchien nahe gekommen zu ſeyn. Ich reichte ihr etwas von unferer Artzeney, wel⸗ ches auch gute Wirckung gehabt. Ich wuͤnſche von Hertzen, daß Gott dieſer Perſon ihr Leben auf eine Zeitlang friſten wolle damit man länger an ihr zur Bekehrung arbeiten koͤnne. * Den 20ten. Die Holtzerin fand ich in groſſer Leibes ⸗Schwach⸗ heit, und ſiehet ſie wol nichts naͤher vor ſich, als den zeitlichen Tod, vor dem fie auch nicht erſchrickt, weil ſie als eine muͤhſelige und bela⸗ dene Suͤnderin zu CHriſto gekommen, und von ihm begnadiget zu ſeyn glaubet. Ich machte ihr das Exempel des alten Simeonis zu Nutze, und betete mit ihr. Weil ihre Tochter auch kranck worden, und ihr nicht mehr an die Hand gehen kan, ſo werden ſie beyde zu ei⸗ Ga e frommen famille in die Nachbarſchaft ge⸗ ra f. 5 | | RT 0 85 8 Mit N und ſeinem Weibe hatte ich ein gar erbaulich Geſpraͤch. Er erzehlte, was Gott in ſeiner heftigen Fieber⸗Kranckheit, da er auch wohl gantz ohne Verſtand da gelegen, fuͤr Gutes gethan; und fie erzehlte, daß fie in ſolchen Umſtaͤnden hertzlich zu GOtt gebetet, und auch Erhoͤrung erlanget habe. Das Weil kan beſſer leſen als der Mann, daher ſie dem Manne ſehr nuͤtziich iſt, der auch ſein Weib um des willen hoch haͤlt. Wir hatten dieſen Nachmittag einen frucht⸗ baren Regen, der aber nebſt dem Donner⸗Wetter in ein paar Stun⸗ den zu Ende ging. e eee e e e Den 21ten. Die Kornbergerin iſt geſtern Abend mit zwey Maͤgdlein ins Kindbette gekommen, und wurde das juͤngſte wegen Schwachheit gleich nach der Geburt von mir getauft, das andere aber empfing die heilige Taufe vor dem heutigen Vormittags⸗Gottes⸗ dienſt in öffentlicher Verſammlung. N. und fein Weib ſind jetzt ſeit dem letzten Gebrauch des heiligen Abendmahls nicht ar > 9 aus⸗

ich die noͤthige und wichtige Lehre vom Amt der Schluͤſſel durch, den

| ; Diarium. u): 21898 Haushaltung, ſondern auch im Gebet und Handlung des goͤttlichen Anno 1737. Worts fein einig, und ſpuͤren fie dabey den göfklichen Segen. Er Aug. erzehlte mir dieſen Nachmittag, daß der liebe GOtt in der vorigen

Woche groſſe Barmhertzigkeit an ihm und ſeinem Weibe gethan, und

muͤſten ſie ihn fuͤr die deutliche Erhoͤrung ihres Gebets preiſen. Sie waͤren zu Anfang der Wochen am Fieber ſehr kranck geweſen, und

weil ſie aus Mangel eines Medici keine eigentliche Mittel dagegen ein»

zunehmen wuͤſten, ſo haͤtten fie. ſich beyde ermuntert, dieſe Leibes⸗

und Haus⸗Noth dem barmhertzigen GOtt im Gebet eifrig vorzutra⸗ gen, welches fie auch etliche Tage hinter einander gethan, dar⸗ auf ihnen GOtt das Fieber abgenommen hätte, daß fie gantz ſtarck

worden waͤren, und nur unterweilen einige Empfindung davon

Mein lieber College hat in voriger Woche eine noͤthige Rei⸗ ſe thun muͤſſen, und bin ich alſo heute in der Gemeine alleine gewe⸗ ſen. Es hat auch der liebe himmliſche Vater dieſe Dage her und auch heute mich recht augenſcheinlich am Leibe geſtaͤrcket, daß ich auſſer der Vormittags⸗Predigt und Nachmittags, Catechiſation auch die Wiederholungs⸗Stunde halten koͤnnen. Nachmittags catechiſirte

Glaͤubigen unter uns zu groſſem Troſt, den Unbußfertigen und Gott⸗ loſen aber zum Schrecken, und konten ſie daraus lernen, daß die Ausuͤbung der Kirchen⸗Zucht unter uns keine Neuerung, ſondern gar was altes und von CHriſto ſelbſt verordnetes ſey. In der Wie⸗ derholung las ich zur Beſtaͤtigung des Vortrags uͤber das ordent⸗ liche Evangelium ein erbaulich Exempel mit einigen Anmerckun⸗ Den ꝛ2ten. N. wendet ihre wenige Kraͤfte gantz dazu an, in dem Erkentniß ihres Suͤnden⸗Elendes recht tief zu graben, und der Verge⸗ bung der Suͤnden recht gewiß zu werden. Die Suͤnden ihres vorigen Lebens, dafuͤr ſie noch nicht Buſſe gethan, koſten ihr viel Thraͤnen, und machen ihr ſo viel Angſt, daß ſie auch des Beyſtandes des frommen N. der ſie in die Huͤtte genommen, im Gebet und Zuſpruch aus GOttes Wort noͤthig hat, der ihr denn auch nach feiner Erkentniß und Ere fahrung gar nuͤtzlich iſt. Wir erfahren es wohl in der Gemeine, dax mancher fuͤr einen guten Chriſten angeſehen ſeyn will, und hat doch R Pyp pppp3 noch

Anno 1737: Aug.

Diarium.

2110 noch nie Buſſe gethan, dah

n, daher wir bey aller Gelegenheit die Zuhörer bitten, ja den Grund des Chriſtenthums, nemlich die neue G eburt

und gründliche Bekehrung und Aenderung des Hertzens nicht zu uͤber⸗

gehen, wozu denn auch diejenigen Exempel, die wir unterweilen vorleſen, uns eine gute Anleitung und den Zuhoͤrern guten Eindruck

geben. a Ae H. S. hat ſich mit einer ſtarcken Diarrhoe aufs Boot gewagt,

und ſich dadurch dergeſtalt verdorben, daß er die Dyſenterie in groß ſem grad und noch andere betruͤbte Zufaͤlle hat, darüber er wol un⸗ gemeine Schmertzen ausſtehet; Gott ſchenckt ihm aber auch dabey ein groß Maß der Geduld CHriſti. Er iſt ein ſehr redlicher und recht⸗ ſchaffener Mann, der in der Gemeine ſehr wohl zu gebrauchen, auch bey iederman lieb und werth iſt, und ſolte ung fein fruͤhzeitiger Ab⸗ ſchied aus der Welt deſto ſchmertzlicher ſeyn. Sein Weib und Kind ſind auch am Fieber und Diarrhoe kranck. RR TESTER Dien 23ten. Ich hatte geſtern mit der Gemeine abermal eine Conferentz, darin ich gebeten wurde, zu Herrn Cauſton ſelbſt zu rei⸗

ſen, und ihn durch muͤndliche Vorſtellung zu bewegen, daß er eine

wolle dergleichen thun. Ich 5 expedirt, um bald wieder zu Hauſe zu ſeyn. Als ich 1 a S eee an

Neiſe an unſern Ort über ſich nehmen, und theils der Saltzburger Arbeit im Felde, theils aber den groſſen von Wuͤrmen verurſachten Schaden ſelbſt anſehen moͤchte, damit er etwa dadurch bewogen wuͤrde, bey den Herren Truſtees ein gut Wort fuͤr ſie einzulegen, daß ihnen bey dieſem Mißwachs und Verluſt nicht die Proviſion auf einmal abgeſchnitten und entzogen wuͤrde. Ich gedencke auch in Gottes Namen dieſen Nachmittag ſolche Reiſe anzutreten, und, wo nicht den Herrn Cauſton, doch den Prediger, Herrn Wesley zu ſolcher Herreiſe zu bewegen. GO gebe feinen Segen zu ſolchem Vorhaben: e matten Wee te e e

Den 24. und 25ten. Herr Cauſton kan nicht zu uns kom⸗ men, die Felder der Saltzburger zu beſehen, da ietzo in Savannah ein gar verworrener Handel auf dem Rathhauſe tractiret wird. Er glaubt es aber wol, daß die Wuͤrme ſo viel Schaden gethan, und betriſt dis Ubel das gange Land und Caroline dazu. Er halt es fuͤr gut, daß ich deshalb an die Herren Truſtees ſchreiben moͤchte, er Ich habe meine uͤbrige Dinge aufs kuͤrtzeſte

und kan fonderlich die eine Perſon unter ihnen von geiſtlichen Din

iſt heute um 1 Uhr Nachmittags ſelig geſtorben, nachdem ſie ſich bis

| Te | Disrium: IR | 2111

fand ich, daß des Kornbergers aͤlteſtes Kindlein, das doch das Anno 1737.

ſtaͤrckſte zu ſeyn ſchiene, geſtorben war, und muſte dieſen Nachmit⸗ Aug. tag begraben werden. Die Kinder in der Gemeine leiden ietzt vom 8 Fieber und andern Unpaͤßlichkeiten viel. RN; Den orten. Ein junger Saltzburger, den der liebe GOtt in ſeiner bisherigen Kranckheit zur Erkentniß und Bereuung ſeiner Suͤnden gebracht hat, ſchaͤtzt nun das hoͤher, als alle Schaͤtze in der Welt, wenn man einen gnaͤdigen GOtt und gut Gewiſſen hat, hin⸗ gegen ſey die Suͤnde ein ſolch Ubel, dadurch der Satan uͤber den Menſchen eine groſſe und ſchreckliche Gewalt bekommt. Er ſucht nun die Gnade GOttes in EHriſto ernſtlich, und ich gab ihm in ſei⸗

ner Hütte eine Evangeliſche Anweiſung, auf dem angetretenen We⸗ ge, darauf ihn der HErr gefuͤhret, gerade und munter fortzugehen, FDeigete ihm auch einen erfahrnen Chriſten, mit dem er fleißig umge

hen, ſich hingegen vor anderer verdaͤchtigen oder heuchleriſchen Ge⸗

BEL garen te e e e, a Een SER: In des N. N. Hütte muſte ich einer gewiſſen Perſon und ih⸗ rem Haufe ernſtlich Buſſe predigen, weil Vater und Kinder bey ale lem Wiſſen und guten Reden auf dem breiten Wege zur Hoͤllen wan⸗ dern. Sie wiſſen es wohl, daß es mit ihnen noch nicht recht ſtehet,

gen, von Himmel und Hölle, von der Ordnung und Schaͤtzen des Heils ſo gruͤndlich und nachdruͤcklich reden, daß man dencken ſolte, er ſey bekehrt, oder werde keine Stunde verziehen, ſich zu G Ott zu ber kehren, wenn man ibn nicht etliche Jahr her hätte kennen lernen. Mit alten Suͤndern ſieht es gefährlich aus, und läßt ſich unter vier len kaum einer erretten. Das Weib iſt lange kranck, und weil ſie ſich zur ſeligen Ewigkeit zubereitet, und die Ihrigen gern in den Himmel haben möchte, fo hat fie ihr Theil daruber zu leiden. Den 28ten. Suſanna Holtzerin eine Witwe aus Oeſterreich,

an ihr Ende im Kampf gegen die Suͤnde und Satan treu bewieſen, bob es ihr wol in der letzten Zeit gar ſauer worden. Geſtern konte fie noch etwas reden, heute aber, da ich nach dem Vormittags⸗Got⸗ tes dienſt bey ihr war, war ihr die Sprache faſt verfallen, und konte ich von ihr weiter nichts, als auf Befragen, ob ſie mich kenne, Ja, W / BR ER vel?

Anno 1737. vernehmen. Ich rief ihr etlich I Aug. mit den anweſenden Leuten auf die Knie, fie im Gebet auch fozu ©

2112 | Diarium.

Sprüche und Gebetlein zu, und fiel

ſu zu bringen, als mit dem tauben und ſtummen im heutigen Evange⸗ lio geſchehen. Wir haben nun in 4 Wochen 3 Leichen gehabt; (das kleine Kind des Kornbergers nicht mitgerechnet) und zwar ha⸗ ben ſich folche Todes⸗Faͤlle theils im Voll⸗ theils im Neumond bege⸗ ben. Die Holtzerin hinterläßt eine einige Tochter von 14 Jahren, die nun als ein Waͤſen⸗Kind in unſere befondere Verpflegung und Aufſicht wird genommen werden. Die Mutter iſt wegen der Ver⸗ ſorgung ihres Kindes gantz unbeſorgt geweſen, wie ſie ſich denn durch irdiſche und zeitliche Gedancken in ihrer Zubereitung zur Ewigkeit nicht wolte irre machen laſſen. Sie war ein im Haus⸗Weſen ver» ſtaändiges und arbeitſames Weib, die ſich dabey nebſt ihrer Tochter ſehr ernſtlich zum Gottesdienſt hielt, und nach per Gabe und Ver⸗ moͤgen auch ihrem Naͤchſten zu dienen ſuchte. Sie hat es aber auf ih» rem langwierigen Krancken und Sterbe⸗ Bette wohl erfahren, daß zum ſelig werden mehr als die erzehlten Dinge erfordert werden, und daß der Menſch bey allem guten Schein und Eigenduͤnckel doch noch wol ein unbekehrtes Hertz haben koͤnne. Gott ſey gelobt, der ſich ih⸗ rer erbarmet hat. | ar Den 29ten. Der liebe GOtt hat es mir abermal an dieſem Tage kund werden laſſen, daß das Wort, ſo geſtern verkuͤndiget worden, nicht ohne Segen geweſen. Auf die Wiederholungs⸗ Stunde zu Abend faͤhret GOtt noch immer fort einen Segen zu le⸗ gen, wie ſie denn von Alten und Jungen fleißig beſuchet wird. Die Muͤllerin iſt vom Fieber und andern Zufaͤllen am Leibe und Gemuͤthe gar ſchwach worden, daß fie auch unterweilen gantz Ein, diſch und einfaͤltig thut. Heute, da ich ſie beſuchte, war es etwas beſſer, und kam mir auch ihr geiſtlicher Zuſtand ſo vor, als wenn ſie der Gnade Gottes am Hertzen zur rechten Zubereitung auf die ſeli⸗ ge Ewigkeit Platz laſſe. Eltern und Kinder halten ſich fleißig zum Gottesdienſt, und geben hierin und in anderm christlichen Verhalten andern ein gut Erempel. Die aͤlteſte Tochter iſt auch kranck, wel⸗ ches fie vor Ausſchweifungen und Leichtſinnigkeit, wozu junge few te ſehr geneigt find, bewahret, und ſie in dem Schatz der Gna⸗ den, den ſie beym neuligen erſtmaligen Gebrauch des heiligen 155 75 a mahls

—Diarium 1 2113

c und de „„ Vripartan ae, beifügen Annonzzy. bil e he ee CCC ern ei N e en) erau urg von de en⸗Predi⸗ . Mech, welcher wol e ee

0 ef war. Negen bleil , und hältdiegeofeHisebeyZage 0 ie ner an, welches auch wal dielrſochemie een mag, daß die ieber re ſo heftig ſind. e N Dun zu ſten. Roch . Abend fieg ein Donner Retter . dabey wir zugleich einen Platz ⸗Negen hatten. Heute hat es faſt den den gansen Tag eindingend geregnet wöchte auch wol die Nacht Fontinuiren. lers deute ſaen ietzt noch Rüben und Rettig, weil ſie Die geul geſäͤete und aufgegangene durch die bisherige groſſe Hitze ſten Theils wieder verlohren haben, oder nicht aufgegangen find, 4 Korn W i ſo hoffen ſie doch viele Bohnen ein⸗ ne SOLL den anſcheinenden Segen wie beym Korn

| Ans . ran hat daB» viele =

ihr alen 75 0 war be ud un 20 EN N Ko ar ie 5 Den 1. 8 b Jah erfu v neul in Sapanna a0 Sept. F Pr die Herren Truſtees einem ieden rm m 5 5 rdentlichen Provifion, dieſelben Tage, wenn er ſeine Arbeiten Er ein halbes Quart ſtarckes Bier verordnet haben, und 1 Leute ſolche Wohlthat noch nie bekommen o Americ. IV Hertſ⸗ Da 44 ſchrieb

nn

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te mie mit unſerm Boote das heure mit Korn und Saz A kam, 4 Faſſer Bier, davon ich fo bald, als möglich, dem dritten

chen aus dem Store, Haufe nie empfangen, etwas davon mittheilen

länger verziehen wird, weil einer don den Buchhaltern eh Here 5

oe zam guten Exempel alle Lrene between, es auch, wo wie nor

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Regen ⸗Wetter hat man in Hütten, wie leicht zu erachten, manche lei) Beſchwerung, die man aber gerne duldet, bis der fiebe GS c

Derr ſton der Ordre der Herren Truſtees, daß ung ein Haus gebauet 2 den ſoll/ ab er keinen Rath wiſſe/ da für 46 Pfund Sterl. welche 0 ben e: nicht

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Diarium if

t einmal gantz dazu deſtiniret find, kein Anfang zum Bau gemacht Anno 1937.

„Sept.

wenden könne, Er gab up Antivart; Unfere Salsburget möchten hauen, und zuſehen, wie weit das Geld langen wolle, und darnach

ſchlag wir aber keinen Bau anfangen koͤnnen, weil uns die mißli⸗

lan Er berſprach

der

müfte man in donden wieder Vorſtellung chun. Auf weſchen Dor,

„N. Ni. die neulich gefährlich kranck war, iſt nun etwas

| „läßt es e . g 4 Bi ERE A i D s 7 Fe an em Krancken⸗Bette zu ihrem Heyl geprediget worden,

5

5 wirds zu feiner Zeit ſchon machen, daß wir ihn auch in einer ordentli⸗

AD

2116 Diarium.

Anno 123. Nacht zu ihn ſchreye, fie wolle ſo gern hindurch, und ihres Gnade,

Standes gewiß ſeyn, che fie aufs Krancken⸗Belte komme. 3 angefangen, ein paar Stunden vor Tage, wenn andere noch fc fen, aufzuſtehen, und in ihrem Garten auf ihren Knien mit ihrem Gott, den ſie doch ſo gern bald in CHriſto als Vater mo te kennen und anrufen lernen allein zu handeln. Ich gab ihr den roſt, den Gott für arme leidtragende Sünder in einem Wort reichlich gnug aufgenoben hat, und ermahnete ſie zum Ausharten im ringenden Gi

die Lehre vom Amt der Schluͤſſel und n nn hy { e

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andern, daß die Schweitzer, welche neulich in dortiger Gegend eine nige ſterben. 5 Prediger iſt noch nicht bey ihnen, uud ſind ſie alſo

ind Der Uhrmacher Muͤller ift mit allen den Seinigen kranck und elend, und ſtehet es mit der aͤlteſten Tochter am gefaͤhrlichſten. Es finden ſich die beyde Eltern in dis Haus⸗Creutz gar wohl, ob 1 nebſt der Kranckheit auch 17 55 Armuth druͤcket, daher ich im je mehr verſichert werde, ſie haben das Chriſtenthum nicht bloß im Munde, ſondern vornehmlich im Hertzen. Was uns GO von leiblichen Wohlthaten in die Haͤnde beſchelet hat, laſſen wir fie, ee der Gemeine, naeh Beſchaffenheſt der Um ſtaͤnde gemieſſen. 5 ri f KUN Kal 1209. 1 3 11 N * a % Den pten. Die Schweighofferin merckt einen mercklichen Abgang der Kraͤfte, und vermuthet daher, daß ihre Aufloͤſung Ha 3% »- WDR Ya * erne

ferne ſeh. Sie wolke auch gerne erben, wenn ihr der fte GOTT. Ango 1737. Sept, |

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Gnade geben wolte. Sie hat viele Anfechtung, beweiſet aber auch im Gebet und Kampf eine ſonderliche Treue. Ihr Haupt⸗Kummer iſt, daß ſie nicht weiß, ob ihr der liehe GOtt gnaͤdig fen, denn fie führ

le ſich gantz verderbt und boͤſe, und ſorge ſie, GOtt ſey von ihr gewi⸗

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chen, und habe ſie verlaſſen, weil fie wol ehemals, aber jetzt nicht

mehr, etwas von feiner Gnaden⸗Gegenwart geſchmecket habe. Die⸗

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vor ihrem Ende eine empfindliche Verſicherung von ſeiner

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ſess erzaͤhlete ſie mir unter vielen Thranen. Ich ſagte ihr aus GOt⸗

tes Wort, an welchen Leuten GOtt in EHriſto Gefallen habe, und bey welchen er zu ſeyn und zu wohnen verheiſſen; das ſind die Elenden,

Die zerbrochenes Geistes find, die Leidtragende, bie Hungrigen und Durſtigen, die Armen am Geiſt. Darin irre ſie, daß ſie mehr auf

ihr Gefühl, als auf das deutliche Wort e Ottes, und die darin be⸗ flindliche Verheiſſung ſehe und traue. Sein Wort laß dir gewiſſer ſeyn, und ob dein Hertz ſpraͤch lauter Nein, fo laß dir doch nicht grauen. Ich wieſe fie daben auf den 23ſten Palm da es heißt:

Ob ich ſchon wandre im finſtern Thal, fürchte ich kein Unn⸗ denn du diſt bey mir. le Ston ſpricht: Der zERR

hat mich verlaſſen, der ER hat mein vergeſſen ꝛc. Jeſ. 49. Sie müͤſte einen Unterſcheid machen zwiſchen der ordentlichen Speiſe und zwiſchen dem was GY e nur dann und wann, wenn ers nützlich findet, feine Kinder genieſſen laffet. Unſere tagliche ordent⸗ liche Speiſe und Franck ſeß daß wir den Willen Oottes thun, und nach ſeinem Willen in der Nac 1 leiden; zuweilen aber findet ers gut, feinen Kindern auch einen Trunck aus dem Freuden, Becher ſeiner empfindlichen Gnade zu ſchencken, daraus ſie aber kein Riecht und was ordentliches machen muͤſten. Sie klagte mir hie⸗ N ihr aͤlteſtes Magdlein, welches ſie noch beyſich hat, ihren Kummer vermehre, und ſehnet ſich alfo ſehr nach einer Nenderung ,

weiche auch mit ihr und den Kindern vorgenommen werden ſoll, fo bald die groſſe Huͤtte, daran jetzt neun Saltzburger mit gutem Fort⸗

gang unter Gebet und Chriſtlſcher Einigkeit arbeiten, fertig ſenn

wird. Dieſe Witwe iſ vom Schlag gerühret, und daher unver» moͤgend, ihr ſelbſt die noͤthige Leibes⸗ Pflege zu thun, daher billig

2

auch für ſie einige Anſtalt in gedachter Huͤtte gemacht werden ſoll⸗ EN. Quaqa qqq q 3 N. N. Weib

Anno a

Sept,

in einem ee als evangeliſchen Geiſt

And gar ſtillen Wandel ſehr erbaulich. Sie iſt in Dienſt eines zwar frommen aber ſeparatiſtiſchen oder Gi

iſt dieſen Nachmittag von feiner Reiſe, die er aus

freundlichen GOttes gelobet ſey. Kieffer aus Purisburg wa ‚feinen Söhnen auf feinem eigenen Boote dorthin gereiſe we fuͤr ihn eine erwuͤnſchte Gelegenheit war, doch hat man 1

ihm gefunden, mit denen er theils beſonders, theils durch o

N. N. Weib ift dem Leibe na be dabey aber bekuͤmmert, daß ſie bisher dem

lieben G Te mehr ienet a“

glaube, der HER R habe ihr dieſe e zu 1 | Si chen Beſten zugeſchickt, und wuͤnſche ſie im Gebet nichts als daß er nur ſeinen Zweck ohne Hinderung an ihr erreichen ge. Ein Exempel, das ich ohnlaͤngſt in einer Wiederholungs und folgenden Betſtunde vorgeleſen habe, hat ihr Gelegenheit gegeben, ſich in einem und dem andern beſſer zu erkennen. Sie iſt wol ein rec ; red lich Weib, die ſich ihr Seligwerden einen Ernſt ſeyn laͤßt. gehoͤret mit zu den Stillen im Lande, und iſt mir in ihrem an 8 N 0 Teutſchland i

Mannes geweſen, der ihr viel Gutes gethan, SOR, ab ber ha | vor feinen Abwegen und Lehr⸗ Sägen bewahret. a Den gten. Nach dem bisherigen Tag und Basta

eee ee en⸗Schein ge die Leute ſehr froh ſeyn, weil fie fonft um ihre Bohnen im Felde, die keine Naͤſſe leiden können, A ee ren. Deinlicher © Coll

en nach Charles⸗Town thun müffe Ion, geſund nach wohlausge 2 9 Er Sachen wieder nach Haufe gekommen, wofür. der Nane 110

vermuthet, daß gedachter Kieffer von der Regierung in Ct Town über 14 Tage würde aufgehalten werden, welches feine Ruck reiſe verzögert hat. In Charles ⸗Town haben ſich teutſche e |

Verkündigung des Worts Gottes etwas Gutes handeln können.

Er hat auch Gelegenheit gefunden, an den Herrn He Prebiger gl Bier 1

genhagen zu ſchreiben, und ihm von ein⸗ und andern Dingen, ſonder⸗ lich von der neulichen Wegſendung unſerer Briefe und des Diarü,

Nachricht zu geben. Wegen des Faſſes Leinwand, davon ſchon im

Diario etliche mal Meldung geſchehen, hat er nun voͤllige Nachricht e ee einem eee N. e

1 . 5 Dia rium 4119 Ende geſchickt, daß wir es hier an die Saltzburger für Reiß, Zerpen- Anno 1737 in⸗Oel, oder Seide verhandeln ſollen, weil er in der Meynung ſte⸗ Sept. hen mag, daß die Saltzburger damit ſchon zu handeln im Stande f waͤren, und wuͤrden ſie alſo von ſolchem Handel Vortheil haben, dem er die Leinwand um billigen Preis überlaͤßt. Zugleich hat er ſthon vor einiger Zeit unſern armen Salsburgern 24 Pfund Sterl. zum Geſchencke zugedacht, davon er ihnen dismal für ohngefaͤhr 13 oder 14 Pfund Sterl Leinwand ſchickt, und dabey verlangt, daß ei⸗ nem ieden 5 Ellen gegeben werden ſollen, fo weit es reichen will; das Übrige gedenckt er kuͤnftig auf eben dieſe Weiſe zu uͤberſchicken.

2120. Diarium.

2

worrenen Zuftand in Religions ⸗Sachen Dafelbft, und erinnert ſich dabey der Vorzuͤge, die wir an unſerm Orte in Anſehung des reinen Evangelii hier genieſſen n.. ee e Den gten, Der verſtorbenen Uſeltin ihr jüngstes Maͤgdlein iſt

durch ihre Mutter nach Charles Town gefuͤhret, und nach ihrem Tode in eines e Sy gerathen, die ſie nach Penſhlpanien geführet hatte, woſſe denn wol wild und unordentlich aufgewachſen ſeyn wuͤrde. GO That es aber fo gefüͤget, daß ſie nun unter une ſere Aufſicht und Verpflegung konunt. Sie iſt ein munteres aufge wecktes Kind, und kan ſie, wenn ſie Lehre annimmt, zur Ehre GOt⸗ tes und Dienſt des Naͤchſten erzogen werden. Die groſſe Hütte, die zur Erziehung der armen Kinder gebauet wird, iſt noch nicht fertig, daher wir die Wähſen⸗Linder, deren nun in allem p ſind ſo lange in unſers zu hoffenden Medici zubereitete Hütte thun ‚bis jene wird ausgebanet Kenn. 1 ar. eee naar e den de

Dien roten. ee Nie heute habe den Saltzbur⸗ gern, von weichen wir gewuſt, daß ſie es am nöthigſten brauchen, die empfangene beinwand ausgetheilet, und ihnen dabey zum Lobe GOt⸗ tes und zur ertlichen Fürbite für Diefen und andere werthe Wohl. thaͤter Gelegenheit gegeben, zweifle auch nicht, es werde dieſe Gabe

bey vielen im Geiſtlichen ihren Nutzen ſchaffen. Weil dieſe Lein.

wand nicht fo. weit reichen wolte, als ich anfangs nach gemachtem

Überſchlag meynte, ſo habe für höchfi-dürftige Verfonen Das Sek. | chen Leinwand von 32 Qard, ſo ich neulich für 28 Sch. Sterl. für unſere Waͤyſen⸗Kinder ekauft hatte, mit zu Hülfe nehmen muͤſſen. Wenn unſere liebe Wohlthaͤter und andere Chriſtliche Freunde der

Saltzburger eigentlich wiffen ſolten, wie viel Gutes durch ihre Ga⸗

ben in unſerer lieben Gemeine geſtiftet werde, fie wurden nebſt uns

den HERRN preiſen, daß er fie vermoͤgend und willig gemacht hat, etwas von ihrem Uberfluß herzugeben. Die meiſten unter uns ſind

im Leiblichen recht arm, und muͤſten ſich von der Gemeine und ED tes Wort auf eine Zeitlang entfernen, und in anderer Leute Dlenſte gehen, wenn ihnen in ihrer aͤuſſerſten Armuth nicht unter die Arme ge⸗ griffen wuͤrde. Redliche Seelen werden durch ſolche unvermuthete Wohlthaten ſo im Glauben geſtaͤrckt, daß ſie dem adp

Lauf etwas vor, da ſie erkennen konte, wie leicht ſich die Menſchen

u Diarium SEE gnaͤdigen Gott ohne Fühlen trauen, und in dem größten Mangel Anno 1737. e erwarten lernen, da er ſchon ſo viel Proben Sept. zur Beſchaͤmung unſers Unglaubens gegeben. Solte der wunderbar 9 8 re Gott, wie er ſchon einen Anfang darzu gemacht, ferner wohlthaͤ⸗

tige Hertzen erwecken, die ihre Wohlthaten zur Erziehung der ten

ſchen verwaͤyſeten hoͤchſt elenden Kinder in dieſem Lande über das

Meer wolten gehen laſſen, fie würden gewiß folche Wohlthaten

nicht beſſer anwenden koͤnnen, und ein ſolch Werck der Barmher⸗ tzigkeit thun, das ihnen in der ſeligen Ewigkeit um CHriſti willen,

der auch arm geweſen, und zu den Kindern eine hertzliche Liebe traͤgt, reichlich wuͤrde vergolten werden. Man moͤchte uͤber dem Jammer, \

der uber dem Mangel der Erziehung der verwaͤyſeten und anderer teul⸗ 5

ſchen Kinder entſtehet, vor Erbarmen weinen, wo man nur einige

Liebe zu JEſu und zu unſterblichen Seelen hat. Da aber Lebens⸗Un⸗ terhalt und Kleider in dieſem Lande, gegen Teutſchland oder Pen

ſplvanien zu rechnen, ſehr theuer ſind, fo kan man ohne leibliche Bey ·

huͤlfe keine Kinder mehr aufnehmen, als die, welche ietzt aufgenom⸗ men ſind. Der zu dieſem Zweck empfangene Segen wuͤrde nicht lan⸗

ge zureichen, wenn nicht etliche von denen in unſere beſondere Aufſicht und Verpflegung genommenen Kindern etwas Proviſion aus dem Storehauſe bekamen. Kalcher und fein Weib find dazu erwaͤhlet worden, bey Tage und Nacht ſich dieſer Kinder in geiſt und leiblichen Umſtaͤnden an Eltern ſtatt anzunehmen, welche auch vor andern hie»

zu geſchickt ſind, indem ſie nicht nur beyde eine wahre ernſtliche Furcht GOttes, ſondern auch fo viel aͤuſſerliche Geſchicklichkeit ber

ſitzen, als zu dieſem wichtigen Gefchäfte erfordert wird. Den ften. Ich beſuchte eine Mutter mit ihren Kindern, und bemüͤhete mich ſonderlich die Mutter von ihrem ſchrecklichen Sünden» Auſſatz, daran ſie gefaͤhrlich kranck liegt, zu uͤberzeugen. Sie iſt aber fo blind, daß ſie ſich ſelbſt nicht erkennen noch es begreifen kan, daß es ihr noch an dem Anfang der Bekehrung, nemlich an der Er⸗ kentniß ihres durch und durch verderbten Hertzens fehlet, ſondern ſich

eine Froͤmmigkeit, Liebe zu GOtt und Chriſtenthum einbildet, das andere doch nicht an ihr finden. Ich las ihr daher aus einem Lebens⸗

FEN. RR a 5 NS I 9 3 e u

mit ihrer Buſſe, Glauben und Chriſtenthum betriegen, und viel gu⸗

Bin 5 0 5

2122 Diarium.

Anno 17. te Dinge an ſich haben koͤnnen, die, weil ſie nicht aus dem Glauben Sept. und wiedergebornen Geiſte geſchehen, doch vor Gott verwerflich ſeyn. Ben einigen Leuten, die da meinen, ſchon vorlängf gute Ehri⸗

ſten geweſen zu ſeyn, richtet man faſt nichts aus, und kan man nichts

anders thun, als für ſie und mit ihnen beten, daß ihnen GOtt die Au⸗

gen oͤffne, ſich ſelbſt zu erkennen. | 8 10 NT Den ꝛaten. Wir haben Nachricht, daß diejenige aus dem Engliſchen ins Teutſche uͤberſetzte Gebet ⸗Buͤcher, die in Londen fuͤr

die teutſche deute in Purisburg angekauft worden, dem Prediger da⸗

ſelbſt zu Haͤnden gekommen, und von ihm unter einige Familien aus⸗ getheilet ſind. Bey Abſendung unſerer letzten Briefe hatte ſie der Prediger noch nicht, wovon dem Herrn Hof⸗Prediger Ziegenhagen

damals Nachricht gegeben worden. 2 nn N. N. wurde aus einigen Urſachen neulich vom Tiſche des

dem Dienſt des N. N. wohl verhalten, und aufs neue viel Gutes zu⸗ ſaget, laͤßt man ihn dismal hinzu. Er erkennet wol mit Reue, was boͤſe oder ſolcher Leute Geſellſchaft, die keinen Grund des wahren

Chriſtenthums haben, für eine Peſt ſey, und wie man, ſo lange man ſich ihre Gemeinſchaft gefallen laͤßt, alle die Gnade, die GOtt

durchs Evangelium ans Hertz bringt, wieder verſchuͤtte, und zu kei⸗

ner Bekehrung kommen moͤge. IT

Dien 13ten. Die Saltzburger tragen nun ihr weniges Korn, das ihnen von den Wuͤrmen im Felde noch übrig geblieben, nach Hauſe und ſo viel ich ihrer geſprochen habe, bezeugen fie alle eine groſſe Vergnuͤgſamkeit und Zufriedenheit mit dem, was ihnen Gott beſcheret. An Bohnen werden ſie einen groͤſſern Zuwachs haben, * ſie 9 5 . nicht weggefreſſen ſind, wie in vielen Gegen»

- den geſchehen ift. var 5 N Eine Witterau war bey mir, und bat mich, ein paar von ihren Kindern in unſere Anſtalten zur Erziehung aufzunehmen. Sie ift ſehr arm, und hat der Kinder viel, die ſie bey der wenigen Provifion nicht erhalten kan, daher ihr dieſe Bitte nicht ſchlechterdings abge⸗ ſchlagen wurde, ſondern man verwies ſie aufs geduldige Warten,

bis die neue Huͤtte fertig ſeyn wuͤrde. In des Medici Huͤtte iſt nur

zu wenigen Platz. Weil die Zimmekleute und andere 1 75

ö 5 Korn

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HErenzurüc gehalten, und weil er ſich feit feiner Wiederkunft aus

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| wegen indie Schwämme und Gebuͤſche hinein 9 und entweder

Bus 3 | Vieh

den Saltzburgern Freyheit gibt, ſolche Plaͤtze mit einem general-

Zaun einzuzaunen, und auf ein oder zwey Jahr anzupflantzen, ſo wuͤrden fie fo viele EAN deſto lieber thun. Ich werde es mit der Gemeine uͤberl egen.

un Den T. muß ich ſchon wieder an einen andern Ort zur Auf ſicht thun, weil er mit ſeinem ietzigen Wirth, aus ſeiner Schuld, nicht auskommen kan. Er will ungebunden und ſo frey als ein ande⸗

rer Einwohner dieſes Orts ſeyn, da er dach noch zu jung und richt. um

Stande iſt, ſich ſelbſt zu regieren. Eben ſe ſtehets mit der N N. die mit vielem Ernſt darauf gedrungen hat, r

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Anno 1737. Sept.

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. Diarium. ie ihr aber und andern unordentlichen Leuten eine Gelegenheit zu vielen Sünden ſeyn würde, Da fie bey N. nicht mehr bleiben kan

will, muß ſie ſonſt guten Leuten gute Worte um die Aufnahme un Herberge geben. r eee e Dien ten. Ich theile die deute, welche kommenden Sonn; tag zum Diſch des HEern gehen wollen, in vier Claſſen, ſo wie ſie ſich in Anſehung ihres Chriſtenthums zuſammen ſchicken, und kommt denn iede Claſſe zur geſetzten Zeit zu mir, hier zu beten, zu ſingen und

etwas zu ihrer rechten Zubereitung aus GOttes Wort anzuhoͤren.

Ich habe denn auch täglich Gelegenheit, mit ihnen nach ihren Um⸗ ſtaͤnden zu reden und zu beten / welches ſie ſich ſehr lieb ſeyn laſſen, und von groſſem Nutzen iſt. Zwey gewiſſe Perſonen gehen dismal auch zum heiligen Abendmahl. Sie ſcheinen test ſich ihre Zubereitung eis nen rechten Ernſt ſeyn zu laſſen. Ich habe mich dieſen Abend nach der Betſtunde über etliche Puncte, daran Anſtoß genommen wird, mit ihnen beſprochen, und war ihr Verhalten dabey fehr fein. Sie find mit N. und N. über aͤuſſerliche Dinge in Uneinigkeit gerathen, und werden Morgen Gelegenheit ſuchen / ſich mit ihnen in meinem Beyſeyn chriſtlich zu verföhnen, 8 ie Den sten. In der vergangenen Nacht hat die A. eine junge Tochter zur Welt geboren, welche auch gleich nach der Geburt von mir getauft werden muͤſſen, weil das Kind ſehr ſchwach ausſahe. Das ar⸗ me Weib, die neulich durch den betruͤbten Todes⸗Fall ihres Mannes Witwe worden, hat nun fuͤnf unerzogene Kinder, auf die man bey unſeter Waͤyſen⸗Pflege, wenn fie in mehrere Ordnung kommt, bil⸗ lig wird Abſicht nehmen muͤſſen. Sie iſt ein redlich Weib, und haͤlt ihre Kinder fleißig zur Schuleund zu allem Guten. Es traf ſich eben, daß wider mein Wiſſen und Vermuthen N. ſeine Frau und N. N. zu Gevattern waren erbeten worden die auch in der Nacht zur Tauf⸗ Handlung kamen; und weil ihre Verſoͤhnung noch nicht zu Stande kommen war, ſo konte ich ſie zu dieſer heiligen Handlung nicht eher zulaſſen, bis ſie mich von ihrer Vergebung unter einander verſichert hatten. Ich werde aber heute noch einmal Gelegenheit haben, die Sache gruͤndlicher vorzunehmen. Der A. Doͤchterlein iſt dieſen Vormittag geſtorben. Es hat von ſeiner Geburts⸗Stunde an be⸗

ſtandig faſt eben fo geſeufzet, geaͤchzet und gewimmert, als die

Mutter

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3 * Sun,

Dial; z: 2125

g im Waſſer ertruncken ſey. Die Verſoͤhnung zwiſchen obi⸗

ſo bewieſen, daß ich glaube, es ſey ihnen Ernſt, ſich von Suͤnden los zu machen, und ſich zum Tiſch des HEren recht, wie Chriſten gebüh⸗

ret, zuzubereiten.

hat zwar mein lieber College einige Stucke, die zur Zubereitung der

Medicamenten gegen das Fieber in D. Richters medicinifchem Bu⸗

Personen is in meinem Bepſeyn ſo wohl zu Stande gebracht, daß ich mich herzlich darüber freue. N. und feine Frau haben ſich dabeh

tler gethan auf die betrübte Nachricht, daß ihr Mann in Pu⸗ Anno 1737.

Sept,

Den iyten. Es haben noch immer einige deute in der Go meine das Fieber, und dabey allerhand uns unbekante Zufaͤlle. Es

che verordnet find, in Charles Town eingekauft, und wird den Leu⸗

ten davon, da unſere Artzeney nicht zureicht, gegeben; es koͤnnen aber ſolche Mittel nicht ſo, wie man wuͤnſchte, anſchlagen, weil man

den Zuſtand der Kranckheit nicht recht weiß, noch die Mittel gehöri- ger Weiſe zu appliciren gnugſame Erfahrung hat. Ein Engländer in Alt⸗EbenEzer brachte ſechs Stuck Vieh, das von unferer Heerde gelaufen war, wieder zu uns, und muſten ihm die Leute von iedem

langen zwar von unſern Leuten viel Liebe, beweiſen aber ſelbſt

1

Wort zu arbeiten, daß ſie zu dieſer heiligen Handlung recht zuberei⸗

= 3 5

mit ſeinem Segen begleitet haben.

tet wuͤrden. Wir hoffen auch, der liebe G Ott werde ſolche Arbeit Den 19. bis 22ten. Ich habe eine Reiſe nach Savannah

vornehmen muͤſſen. Nun iſt unſere privat. Rechnung völlig fertig,

und habe ich alſo dieſelbe unterzeichnen muͤſſen, zum Zeugniß, das uns alle benamte Stucke aus dem Storehauſe für unſer keines | Sͤgalarium gegeben worden. Ich habe abermal viele Proben einer

reellen Gewogenheit von Herrn Cauſton genoſſen, wie er denn auch

der Gemeine alle moͤgliche Gefaͤlligkeit zu erweiſen ſuchet. Er mad»

te mir gute Hoffnung, daß die wenige Proviſion, welche den Saltz⸗

* burger bey Abholung der vn rg

Netz | fe

2 Stück einen Engl. Sh. geben. Unſere Nachbarn in dieſem Lande 1 Den 1gten. Heute waren der Communrranten an der Zahl

44 Personen. Man hat in der ganzen Woche, undfonderlich in den letzten drey Tagen Gelegenheit gehabt, an ihren Seelen durchs

2126 Diarium.

Anno 1737. ſe gegeben worden, und die bey den Öftern Reifen in der Summa Sept. viel ausmacht, geſchenckt werden ſoll, und gab er mir Instruction, die Rechnung darnach einzurichten. Der liebe GOtt laͤßt es mehr⸗ mal ſo geſchehen, daß dieſe und jene Verordnung und Refolurion zur andern Zeit wieder ein anderes und uns heilſames Anſehen gewin⸗ net, welches uns zum Lobe Gottes Anlaß gibt. In Purisburg begehren die Evangeliſchen deute einen von uns, des heiligen Abend mahls durch unſern Dienſt theilhaftig zu werden. So bald wir Aa davon bekommen, wird einer von uns auf etliche age hinreiſen. n 8 Dien 23ten, Der Feldmeſſer Roß iſt nun wieder bey uns angekommen, der Saltzburger Plantationen auszumeſſen. Er hat in Charles⸗Town zwey junge Schweitzer aus dem Canton Bern ge⸗ kauft, die aber beyde am Fieber kranck ſind, und werden doch zur Arbeit beym Ausmeſſen des Landes angehalten. Wenn dieſe ihm zu helfen nicht mehr vermögend ſeyn werden, fo wird er von unſern Leuten wol einige fuͤr Bezahlung hierzu brauchen wollen, wie er denn ſchon um einen ſtarcken Mann anhaͤlt; ich zweifele aber, ob er ieman⸗ den bekommen werde, weil die meiſten deute nach der Fieber ⸗Kranck · heit gar ſchwaͤchlich ſind, und ſich bald wieder verderben würden, wenn ſie den gantzen Tag bey der noch fortwaͤhrenden groſſen Hitze in vielen waͤßrichen Gegenden arbeiten, und in den kuͤhlen Yachten unter freyem Himmel ſchlafen, und nichts als kalte Speiſen eſſen ſolten. Dis iſt die Art dieſes Mannes. Er nimmt ſchon zuberei⸗ tete Provifion auf etliche Tage oder eine gantze Woche mit, und laͤßt weder ſich noch den mitgehenden Leuten ſo viel Zeit, etwas zu ko⸗ chen, ſondern die Arbeit gehet bey anbrechendem Tage an bis in die Nacht, nachdem zum Frühſtuͤck und Mittag⸗Eſſen nur eine kurtze Zeit ausgeſetzet wird. Es iſt eine groſſe Wohlthat, daß Herr Oglethorpe dem Mann aufgelegt, niemanden von unſern Leuten zu gebrauchen, es ſey denn, daß ers ihm bezahle. eie Den aten. Wir haben in etlichen Betſtunden aus 2 B. Moſ. 2 5. und 35. vernommen, mit was willigem Hertzen die Kin⸗ der Iſrael ihre Hebe zur Erbauung der Stifts Huͤtte gebracht, und wie ſich Maͤnner und Weiber dergeſtalt eifrig dabey bewieſen, daß fie von fernerm Herzubringen von Moſe auf Vorſtellung der vun | er

1 20 Dierium.: Ä 212

der zurück gehalten werden müſſen. ‚Diebe habe ich mich zweyer Anno 1737. 3

Briefe aus den Continuationen der Oſt⸗Indiſchen Nachrichten er⸗

innert, welche ich geſtern Abend zu meiner und anderer groſſen Er⸗

weckung vorgeleſen habe. Der eine Brief war von der Adelichen erſon, die ihre Perlen und Geſchmeide dem HErrn zur Erbauung

ines Heiligthums unter den Heyden in Oſt⸗Indien hingegeben:

der andere war von einem rechtſchaffenen Inſpectore in Lautereck, der Durch dieſes Exempel kraͤftig bewogen worden, ſeiner verarmeten

Gemeine den Mangel der Malabariſchen Ehriften vorzuſtellen, und dar mit ſo geſegnetem effect, daß unſchuldige Kinder, Witwen, Woyſen, und andere arme doch redlich geſinnete Leute ihre Schärfe lein zu dieſem Zweck zu ſeiner groſſen Glaubens,Stärckung herbe gebracht haben. Die⸗ Umſtaͤnde und die beygefuͤgten reflexiones find dergeſtalt beweglich und eindruͤcklich, daß ieder, der fie lieſet und hoͤret, dadurch innigſt bewegt werden kan. Ich erfuhr ſchon geſtern Abend, wie lieb dieſes Vorleſen der Gemeine geweſen, und heute wurden mir noch mehr beſondere Nachrichten von dem erbau⸗ lichen Eindruck, den es hie und da gehabt, zu meiner Freude bekant. Bex dieſer Gelegenheit habe abermal nicht unangezeigt laſſen koͤnnen, daß der liebreiche GOtt ſchon einiger Wohlthaͤter Hertzen auch zu

unſerer Gemeine in Liebe und Barmhertzigkeit geneiget hat, die theils am Gelde, theils an Leinwand und andern Sachen der Noth unſe⸗ rer Gemeine zu Hülfe gekommen, wofür wir ja alle billig GOT

25 7

vn zu dancken, und ihn um eine gnaͤdige Vergeltung folcher

Lie cke hertzlich und eifrig anzurufen haben. Der allwiſ⸗ nde HErr weiß es, daß uns ein gutes und veſtes Haus zur Kirche und Schule fehlet; er weiß es auch, daß die Glieder der Gemeine wegen ihrer Armuth und bisherigen Kranckheit nicht im Stande, dergleichen höchftnöthige und nuͤzliche Gebäue aufführen daher wir es ihm zutrauen wollen, er werde ſchon hin und her einige from⸗ me Chriſten, denen er vom zeitlichen Vermoͤgen etwas anvertrauet hat, erwecken, die ſich auch dieſes unſers Mangels annehmen, und ur Erbauung eines Gottes⸗Hauſes etwas beytragen werden. Sind doch viele Wohlthater in Teutſchland von Hertzen bereitwillig gewe⸗ fen, den Evangeliſchen Leuten in Penſylvanien mit wircklicher Hülfe dur Erbauung einiger Kirchen und Schulen beyzuſtehen, fo Wc 5 „F 885 si u. Kun sie 10 2 1 qu

2128 Diarium.

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| auch wir nicht, SITE: werde fie in Abficht auf uns und unfer ae Mangel eben fo willig machen, da unſre arme eee

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Wuͤſten bey weitem ſolche Vorzüge nicht, wie jene in ihrem frucht⸗ baren und wohlangebauten wohlfeilen Lande genieſſen, und bey aller Armuth es mit GOtt und ſeinem Wort von Hertzen redlich meynen. Nun wir wollen den Vater im Himmel drum bitten, und ſeine Huͤl⸗ fe ermarten. C e ee e eee eee Den 2 ten. Ein frommes Weib ſagte mir unter vielen Thraͤ⸗ nen, was ihr ihr Mann aus der Predigt mit nach Hauſe gebracht hätte, da ſie wegen ihres krancken Kindes nicht ſelbſt zur Kirche kom⸗ men koͤnnen. Gott haͤtte ihr dadurch abermal zu erkennen gegeben, welche Tuͤcke und heimliche Abgoͤtterey und Anhaͤnglichkeit an den irdiſchen Dingen noch in ihrem Hertzen ſteckten, und wie es daher mit ihrem Chriſtenthum noch gar chlecht bewandt ſey. Sie ſchreye zwar Tag und Nacht zu GOtt unter vieler Angſt und Buß ⸗Thraͤ⸗ nen; es komme ihr aber vor, daß ihr Gebet lange ſo ernſtlich nicht ſey, als es ſeyn ſolte, und wiſſe ſie nicht, ob ſie noch durchkommen werde. Ich moͤchte ihr doch fleißig zuſprechen ꝛc. Ein anderer le⸗ diger Mann lobte GOD, daß ers ihm vor allen feinen Brüdern ſo gut werden laſſen, daß er zur Erkentniß des rechten Weges zur Seligkeit gekommen ſey, und ſo viele Gelegenheit zur Errettung ſei⸗ ner Seelen unter uns gefunden habe. Er haͤtte ſich an dieſem Tage aufs neue ermuntert, ſeine Seligkeit ernſtlich zu ſchaffen, daß er doch auch an den feligen Ort gelangen möchte, wohin fein Vater ſchon voran gegangen, als der kurtz vor dem Ausgang aus Saltzburg als ein wahrhaftig Evangeliſcher Chriſt geſtorben, aber auch um des⸗ willen nicht auf dem Catholiſchen Kirchhof ſondern im Garten bey ſeinem Hauſe begraben werden muͤſſen. Wegen ſeiner Mutter, 05 blind und eifrig catholiſch geblieben, habe er groſſe Traurig⸗ kit. ze. 170 e e Green 18, e ee gt Den.26ten. Es wurde mir geſtern beym Haus⸗Beſuch Se legenheit gegeben, in der Wiederholungs ⸗Stunde einen gewiſſen ce 9. Ae i eee (0 Sdtt hat, wie ſchon bekannt, nicht nur ſeit dem allen Innwohnern in 5 Eben Ezer gutes band gegeben, ſondern auch über die vorherige noch viele

andere Wohlthaten ihnen aus Teutſch und England zufnieſſen laſſen.

1 s ;

23

Kirche geweſen, vorzuleſen. Er erzehlete dabey, daß ſein Weib

eben recht vorgeſtellet worden. Da ſie mit ihm nach Haufe gekom⸗

ER Diarium. 2: 2129

gar etbaulichen Lebens⸗Lauf vorzulefen , der ſich eben zur vorgetrage⸗Anno 1737.

0 2 en Materie aus dem Evangelio ſchickte. Es hat ſolch Exempel ei⸗ 8 en 8

j nes Mannes, den Gott zur Erkentniß ſeiner Suͤnden, zur wah u. nn Bekehrung und zum Fleiß in der Heiligung gebracht, auch durch fein Wort und Wandel bey andern Menſchen vielen Segen geſchafft hat,

bey einigen in der Gemeine vielen Eindruck gegeben. Unter andern

kam ein redlicher Mann zu mir, und bat mich um dieſen Lebenslauf,

ihn einem andern frommen Mann, der wegen Kranckheit nicht inder

hiedurch ſehr bewegt und zu einem guten Vorſatz erwecket worden ſey. Ich haͤtte dabey eine gewiſſe Anmerckung und application ger

macht / dadurch ihr bisheriges Verhalten gegen ihn (ihren Mann) men, habe er ſie des beſondern Puncts, darüber er von ihr immer viel leiden 9 erinnert; fie habe aber mit Thränen bekannt, er ſolte nur ietzo ſchweigen, ſie wiſſe es nun wohl, daß fie unrecht ge⸗ than, und ſich verfündiget hatte Es hat nun der Mann gute Hoffnung, es werde endlich ſein Weib, das ſich vom Zorn oft uͤber⸗ eilen laſſe, gewonnen werden. Herr Wesley hat ſich erboten, uns Briefe nach Londen zu beſtellen, wozu er gar ſichere Gelegenheit hätte, Wir ſchrieben auch gerne, und ſchickten unſer Diarjum mit, muͤſſen es aber noch einen Monat oder etwas aufſchieben, weil der Feldmeſ⸗ ſer eben ietzt beſchaͤftiget iſt, das fo lange begehrte und gehoffte Land der Saltzburger auszumeſſen, und ſo bald es einer jeden Familie zu⸗ getheilt worden, werden wir ſchreiben und die Beſchaffenheit deſ⸗ e . ent. Den 27 ten. Es iſt unvermuthet gar kalt worden, und hat man gar einen Froſt beſorget, den aber der liebe GOtt noch abge⸗ wendet hat, ſonſt wuͤrden Bohnen und Potatoes, die noch im beſten Wachſen ſind, verdorben ſeyͤn. V Eein armer Mann von Purisburg fragte an, ob wir feinen Sohn, der ohngefaͤhr 12 Jahr alt iſt, in unſere Schule und Ver⸗ pflegung nehmen koͤnten. Er koͤnne in Purisburg nicht fo viel ver» dienen, ſich und die Seinigen erhalten koͤnne, daher habe ſich ſein Weib als Magd verdingen muͤſſen, er arbeite in Alt- EbenEzer, fein Maͤgdlein habe er auch auf etliche Jahre weggege⸗ Americ. IV. Sortf: Sss sss s ö( ben,

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5 * | 2130 Diarium. | Anno 1737. ben, und nun ſey nur der Knabe noch da, den er gern wolte in die

\ il 165 Sept. Schule gehen laſſen. Es jammerte mich des Mannes, es war aber 2 Vic | nicht moͤglich, ihm ietzo zu dienen, da wir an unſerm Orte ſelbſt ſo NA 1 A| viele arme Kinder haben, die wir nicht alle in die angefangene Armen, (N | Pflege nehmen koͤnnen. Am vergangenen Sonntag find mir bey 5 Gelegenheit des Evangelii die beyden Sprüche Jeſ. 25,4. und Pf. 11 10, 14 ſehr eindruͤcklich geweſen, daß ich nicht zweifle, JESUS 15 5 | werde ſich auch bey uns als einen folchen erweiſen, wie er uns in die⸗ 10 fen und andern Sprüchen lieblich abgemahlet wird. Er erwecke

durch feine allmaͤchtige Kraft wohlthaͤtige Hertzen zum Mitleiden ge⸗ gen die armen und in der Irre herumgehende teutſche Kinder in dieſem Lande! Wie wollen wir uns freuen, ein Haͤufchen derſelben bey⸗ ſammen zu haben, und an ihren Seelen arbeiten zu koͤnnen! Das moͤchte vielleicht unter goͤttlichem Segen der Weg ſeyn, auch einmal bey den Heyden etwas fruchtbarliches auszuri chen. Den 28ten. Man redet ietzt ſtarck davon, daß Herr Ogle⸗ thorpe ſchon unter Wegs ſeyn ſoll, hieher nach Georgien zu kommen, welche Nachricht ſonderlich auch durch die in Savannah angekomme⸗ ne Chaloupen mitgebracht iſt. Der liebe GOtt neige ſein Hertz zu N N uns und unſerer Gemeine, als welche wegen des Mißwachſes in die⸗ il ſem Jahr in mancherley kuͤmmerlichen Umſtaͤnden iſt, dazu auch die a mancherley Schwachheiten, die noch immer anhalten, kommen, 7 N 8 wodurch die lieben Leute in ihrer Arbeit ſehr gehindert werden. Gott 1 ki alles nach feinem Willen, zu feinen Ehren und unferm 1 eyl ein! 5 et n. it. Den 29ten. Mit dem N. und feiner Frauen gehet es ſeit dem 4A U letzten Gebrauch des heiligen Abendmahls wieder gar fein. Sie bes 1 ſuchen beyde den Gottesdienſt und Betſtunden ſehr fleißig, halten ſich ſtill und ordentlich, und er beweiſet an den kleinen Kindern, die er zu . informiren hat, ſeinen Fleiß und Treue. In einigen Stuͤcken hat er ſeine alte eigene Methoden, die auch eben keinen Schaden thun; daher man gerne Geduld hat. Wenn es doch nur bey beyden zu einer za gruͤndlichen Bekehrung kommen wolte! Der Selbſtbetrug iſt gar ein gefährlicher Strich, 2 88 8 A 5 Den z ten. Der Zimmermann Sanſtleben iſt des Vorha⸗ 2 | bens, nach Endigung der dreyen Jahre, die ein ieder Coloniſte hier

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Diarium r SEE

aushalten muß, wieder Abſchied zu nehmen, und nach Teutſchland Anno 1737. zuruck zu gehen. Ich wolte dieſem Gerüchte anfangs nicht glauben, da Sept. ich dergleichen Sinn nie, wol aber das Gegentheil an ihm wahrgenom⸗ N men, und hat ihm der liebe G Ott zur Schaffung feiner Seligkeit wohl viele Gnade verliehen. Daher ließ ich ihn zu mir kommen, um die Umſtaͤnde ſelbſt von ihm zu erfahren, und ihm hierüber meine Mei⸗ nung zu ſagen. Und da ich von ihm vernahm, daß er wircklich des Vorhabensſeh, habe ich ihm die uͤble Conſequentzien, die mit ſeinen Ruͤckreiſe gewiß verknuͤpft ſeyn wuͤrden, deutlich vorgelegt, und ig hertzlich ermahnet, fein Vorhaben vor GOtt wohl zu pruͤfen, und

nicht eher einen Schritt weiter zu ſetzen, bis er davon den goͤttlichen Willen erkannt habe. Ich halte dafuͤr, daß niemand aus unferer '

Gemeine ohne ſpecielle Erfaubnißder Herren Truſtees und der So⸗ cietat davon ziehen darf, weil es wegen der auf fie gewandten groſſen Koſten und anderer Umſtaͤnde es mit ihnen gar eine andere Beſchaf⸗ fenheit hat, als mit andern Leuten im Lande, welches ich auch folchen deuten, die eine Aenderung ſuchen, ſagggee.

eee eee eren | den’ iten Oet. Diefen Nachmittag hatte ich die Maͤnner Oct. aus der Gemeine beyſammen, mit ihnen einige Dinge, welche gu⸗ i te Einrichtung betreffen, zu verabreden, und zugleich um die Plan⸗ tationen, die jetzt ausgemeſſen werden, das Loos zu werfen. Es ſolte zwar der erſte Transport nach der Ordre des Herrn Oglethorpe vor dem andern und dritten einen Vorzug haben, und zuerſt looſen, 1 aber alle einig worden, gleich durchzugehen, und es auf goͤtt⸗ liche Fuͤgung dabey ankommen zu laſſen, wodurch manches Murren und Vorwürfe vermieden werden koͤnnen. Der Feldmeſſer hat mir zur Austheilung des Landes ſolche Vorſchlaͤge gethan, die mir ſehr wohl gefallen, und hoffe ich, wo ſich alles in der Wahrheit fo ver haͤlt, es werde ein ieder ein gut Stück Land bekommen, daß er zufrie⸗ den ſeyn koͤnne. e n e ee Den 2ten. Weil der Feldmeſſer morgen fruͤh wieder an feine Arbeit gehet, und mich vorher wegen einiger Dinge zu fragen hatte, ſo wurde durch ihn vom Beſuch der Glieder unſerer Gemeine abge⸗ | halten. Und ſo iſt mirs auch . 35997 u. | . 0 13 als . N

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2132 Diarium. Anno 1737. als darin ich die bisher ausgetheilte Proviſion, die mit dem Schluß Oct. des vorigen Monats zu Ende gehen ſoll, ordentlich in Rechnung bringen und uͤberſchlagen muͤſſen, was ein ieder die gantze Zeit über empfangen habe, oder noch empfangen ſoll. Der Haus⸗Beſuch iſt uns ſonſt eine gar angenehme Verrichtung, und haben auch die Leute in der Gemeine, an denen nur etwas redliches iſt, ein groß Gefallen daran. Der liebe GOtt wolle mir doch die Unterlaſſung folches wich⸗ tigen und nüglichen Wercks nicht zurechnen, da ich durch ſo viele aͤuf⸗ ſerliche zum geiſtlichen Amt nicht gehoͤrige Dinge davon mehrmal ab⸗ gehalten werde. | e e e Es wurde mir kund, daß der liebe Gott abermal auf die heu⸗ tige Wiederholung einen Segen geleget hatte, welches mich in dem Kummer, den ich uber die Erfahrung ſo mancherley Umftände fühle, wieder ziemlich aufgerichtet. Meine Zeit moͤchte wol noch gar kurtz ſeyn, und wolte ich ja gerne darin etwas zur Hauptſache dienliches ſchaffen, damit ich nicht umſonſt in die neue Welt geſandt ſer. Den z3ten. Unſere Leute werden genoͤthiget, ihren Reiß gruͤn und unreif abzuſchneiden, weil ſich eine ungemeine Menge Voͤgel, wie die Sperlinge, doch kleiner, darauf ſetzt, die die Koͤrner fo grun und unreif abſtreifen. An den Potatoes haben dis Jahr die Mäufe ſo wol hier als in Purisburg, und vielleicht auch an andern Orten viel Schaden gethan. Die meiſten Bohnen, die etwas von der Stadt abliegen, haben die Hirſche abgefreſſen. Und wenn man auf ſolches Land, wo man nicht immer gegenwaͤrtig ſeyn kan, Potatoes pflantzt, ſo freſſen die wilden Thiere nicht nur das Kraut ab, ſondern graben auch die Wurtzeln voͤllig aus. Bey ſo bewandten Umſtaͤnden werden die Saltzburger wenig in Eben Ezer ſeyn koͤnnen, wenn fie: kuͤnftig ihre ziemlich abgelegene Plantationen bepflantzen und die Frucht bewahren wollen, zumal da die meiſten ledigen Standes ſeyn. Der liebe GOtt wolle uns ſelbſt leiten, welche Wege wir hiebey zu gehen haben, damit wir unſer Amt an den Seelen unſerer lieben u⸗ hörer recht ausrichten moͤgen! : . W el! Den ꝗten. Der werthe Herr Hof⸗Prediger Ziegenhagen hat uns unter andern auch dadurch einen gar angenehmen Gefallen erwie⸗ fen, daß er fur uns ein paar feine Muͤhlſteine bey den Herren Truſtees ausgebeten hat, welche beſſer ſeyn, als die man hier im Lande | 13

u: welche zwey Leute treiben muͤſſen. Jetzo laſſe ich eine eigene gute Huͤt⸗

Holtz, darauf die Spille in einem etwas ausgehohleten Eiſen liegt, welches Quer⸗Holtz durch zwey untergeſteckte Keile, die von dem di⸗ - den Ende ſpitz zu gehen, auf beyden Seiten bald erhoͤhet, bald ernie⸗ driget werden kan, wenn man grob oder klar mahlen will. Die N. iſt ſeit geraumer Zeit am Leibe gar kranck und elend ge⸗ weſen, und gibt ihr GOtt in dieſen kuͤmmerlichen und leidenden Umſtaͤnden nachdruͤcklich zu erkennen, was ſie vormals nicht erken⸗ nen wollen, nemlich, daß ſie von Jugend auf ſehr wider Gott ge⸗ ſuͤndiget, und noch nicht Buſſe gethan habe. Sie iſt mit dieſem vei⸗ den ſehr wohl zufrieden, weil ſie den Finger GOttes darunter wohl mercket, als der darunter ihr ewiges Heil befoͤrdern will. Sie er⸗ zaͤhlte mir unter vielen Thraͤnen, wie fie ſich ietzt erkenne, und was ſie ſo hertzlich wuͤnſche, nemlich, daß ſie doch, ehe ſie ſtuͤrbe, zur Be⸗ kehrung und Gewißheit der Vergebung ihrer Suͤnden kommen moͤch⸗ ke. Seit ihrem letzten Gebrauch des Heil. Abendmahls (da vorher ihre wider mich ausgeſchuͤttete Laͤſterung auf Chriſtliche Weiſe abge» than worden) hat man eine Aenderung an ihr mercken koͤnnen, als von welcher Zeit fie dem Geiſt GOttes mehr Platz gelaffen hat, als ſonſt. C Ihr

2134 Dierium) Ä | 9 7 ini. Anno 1737. Ihr Mann fuͤhret auch feit dem mit ihr eine vergnuͤgte und friedſame Oct. Ehe, da er in der vorigen Zeit viel Widerſpruch und Widerwaͤrtig⸗ keit erfahren muͤſſen. O wie freue ich mich, daß ich durch die Gnade meines ſanftmuͤthigen Heylandes keine Spur einiger Rache gegen dieſes Weib mercken laſſe; mare man, wie ſie es verdienet hat e, zum Exempel anderer hart mit ihr umgegangen, ſie wuͤrde wol zu ſolcher . ö heilſamen Reue nicht gekommen feyn, fondern ihr Gemuͤth noch mehr TPM gegen uns erbittert haben. O der HEgꝛed lehre uns doch in alln * Dingen thun nach ſeinem Wohlgefallen, ſein guter Geiſt fuͤhre uns auf ebener Bahn! | 82 5 ie Dien sten. Das warme und trockene Wetter haͤlt noch immer an, welches auch zur Reifmachung und Einſammlung der Bohnen gar zutraͤglich iſt. Die Potatoes, die noch im beſten Wachſen find, wie auch die Rüben, leiden etwas darunter. Kuͤrbiſſe haben wir an unſerm Orte faſt gar keine bekommen; die groſſe Sonnen⸗Hitze und der lange ausgebliebene Regen im Sommer hat ſie im Wachsthum und in der Bluͤhte verdorben. Den N. und ſein Weib habe wieder liebreich zur Buſſe ermahnet, und fie angewieſen, doch einmal ernſt⸗ lich zu GOtt um die rechte Erkentniß ihrer vielen von Jugend auf be⸗ . gangenen Suͤnden zu rufen. So lange ſie an ſolchem rechten Erkent⸗ 4 | niß der Sünden blind ſeyn, ſo lange iſt keine Reue, und was ſonſt zur Bl gruͤndlichen Bekehrung gehört, zu hoffen. Sie hoͤreten die Ermah⸗ 70 : nung aͤuſſerlich gelaffen und andaͤchtig an, beteten auch mit mir, und er verſicherte mich, daß er nun alle Betſtunden beſuche, und es ſei⸗ | nem Weibe, die des Kindes wegen nicht abkommen kan, wieder EHE ; ersahle 7 er REITER A X Den Eten. Die Schweighoferin iſt am deibe immer kraͤncklich Nik | und elend, welche Leibes⸗Schwachheiten auch wol einen Einfluß in ihr Gemuͤth haben moͤgen, indem ſie gar niedergeſchlagen und ſehr bekuͤmmert iſt. Nach dem neulichen Gebrauch des Heil. Abendmahls 4 iſt drey Tage hinter einander ihr Hertz mit ihrem Heyland wohl dran 14 geweſen, und hat fie feine Güte und Freundlichkeit nach vorherge⸗ M gangenem vielem Suchen und Anklopfen geſchmeckt. Nachher aber A iſt ſie wieder fo elend und dürte worden, daß ſie auch nicht beten kan welches ihr tauſend Kummer macht. Ich troͤſtete fie aus GOttes "> Wort, und ſonderlich aus einigen Sprüchen und Verheiſſungen u

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ſonderheit machte ich ihr einige rechtſchaffene Lehrer und Knechte Ehr

Thr n GOttes bringen ſolle ꝛc. Da fie eine krancke, vom Schlag

Die Maͤnner, die ſich vor Z Monat bey einem Capitain uͤber Scavannah⸗Town vermiethet hatten, ſind nun wiederkommen, und wiſſen über das ſchlechte Tractament, das ſie dort gehabt, wie auch über das Verhalten der Engliſchen Knechte gegen ſie, nicht gung zu klagen. Weil ſie nur ſtinckendes halb verfaultes Korn eſſen zn | 5 5 1 8

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und viel Beſchwerniß hat.

2136 Diarium.

0 —— - n i Anno 1737. ſo ſind ſie kranck worden, wie denn auch einer von ihnen kranck hieher Oct. kommen iſt. Es ſoll alles daſelbſt ſehr chene ſeyn, wal Dietdalſen

und andere Nothdurft von Charles ⸗Town und Savannah auf Boo⸗ ten hinauf geführet werden muß, welches eine ſehr beſchwerliche Rei, ſe iſt. Wer hier im Lande Incommoditaͤt ſcheuet, der ſchickt ſich an neu» änzulegende Oerter nicht, wo man an vielen Dingen Mangel Eh Reini Den Sten. In dieſem Herbſt ſind nicht nur Korn, Reiß und Mehl, ſondern auch Rind und Schwein» Fleiſch gar —— die letztere Art von Lebens Mitteln iſt faſt gar nicht zu haben. Unſer Boot brachte gefalgene Fiſche von Savannah, davon aber die Leu

x

‚te, die ſie an ſtatt des Fleiſches nehmen müffen groſſen Schaden ha⸗ ben. Die Urſach des Fleiſch⸗Mangels iſt, weil in Peu⸗Horck

Penſolvanien, wie auch in Carolina woher das Salt⸗Fleiſch gemei⸗ niglich gebracht wird, viel Vieh in den Waſſer⸗Uberſchwemmungen im Fruͤhling umgekommen iſf t. Den gten. Es wird ietzt Nachmittags uͤber die Fragſtuͤcke des ſel. Lutheri catechiſiret, darinnen wir viele Gelegenheit zur Erbauung finden. Ich habe ſie bey der neulichen Zubereitung einiger Kinder zum Heil Abendmahl zum Grunde geleget, und da ſie ſie ietzt oͤfent⸗ lich hoͤren, ſo gedencke ich mit denen, die ietzo praͤpariret werden, die Paßions⸗Hiſtorie unſers lieben Heylandes durchzugehen, worzu ich

in dieſer Woche einen Anfang machen werde, wo nicht abermal et⸗

was dazwiſchen kommt. Es moͤchte es wohl die Nothwendigkeit er⸗ fordern nach Savannah zu reiſen, und des Herrn Cauſtons Mey⸗ nung über ein gewiß Stück Land, das ſich der Feldmeſſer nicht ge. trauet auszumeſſen, zu vernehmen. een ene Dien loten. Des Cornbergers juͤngſtes Doͤchterlein iſt ver⸗

gangene Nacht geſtorben, und Nachmittags begraben worden. cs

war die gantze Zeit feines kurtzens Lebens Franck und elend. Dieje⸗ nigen Kinder, welche bisher gleichfalls mit dem Fieber geplagt gene» ſen, befinden ſich nun meiſtens wieder wohl, und beſuchen die Schu⸗

le ordentlich. Zu dieſer Ernte⸗Zeit, da die Bohnen⸗Einſammlung

viele Muͤhe erfordert, wird denen, die es auf Verlangen der Eltern begehren, Erlaubniß gegeben, ein⸗ und andermal der Feld» Arbeit wegen aus der Schule zu bleiben. Ob wir wol dis Jahr im * an

5 N | Korn

IE RER Diarium. —— —— . ———— . . Korn und einigen andern Dingen einen Mißwachs gehabt, fo find Anno 1737. doch die redlichen Glieder der Gemeine bey ihrem wenigen Vorrath Oct. vergnuͤgt, und dancken GY d dafuͤr eben fo wohl, als wenn fie et⸗ was mehrers bekommen haͤtten. Wir trauen es auch dem liebrei⸗ chen Vater im Himmel zu, er werde unſere Noth und Mangel mit den Augen ſeiner Barmhertzigkeit anſehen, und keinen, der auf ihn trauet, zu ſchanden werden laſſen. Es ſind einige Witwen, ſehr ar⸗ me Kinder und unvermoͤgende deute unter uns, die ſelber nicht ſo viel verdienen koͤnnen, als fie zur Erhaltung ihres Lebens nöthig haben, i rent ihrer Nothdurft etwas aus der Armen⸗Caſſa gereichet

Dien u bis izten. So wol die Sache unſers auszumeſſenden Lan⸗ des, als auch einige andere die Gemeine betreffende Umſtaͤnde noͤthig⸗ ten mich zu einer Reiſe nach Savannah; ich fand aber Herrn Cauſton nicht zu Haufe, und weil die Zeit feiner Wiederkunft ungewiß war, ſo konte ich auf ihn nicht länger als einen Tag warten. Unſere Zim⸗ merleute, die meines lieben Collegen Haus in Alt⸗EbenEzer gebauet, und noch keine Bezahlung bekommen haben, reifefen mit mir in dem groſſen Boote, ſich an ſtatt des Geldes bey dem ietzigen Proviſion⸗ Mangel einige Dinge aus dem Store⸗Hauſe geben zu laſſen. Weil aber Herr Cauſton nicht da war, und ich doch die Leute nicht umſonſt und mit ledigem Boote wolte nach Hauſe fahren laſſen, ſo nahm ich einige Proviſion auf meine Rechnung fuͤr ſie aus dem Store⸗Hauſe aus, und werde naͤchſtens mit dem Herrn Cauſton darüber fprechen, ließ auch einen Brief an ihn zuruͤcke, in welchem ich ihn fo wol um die Bezahlung unſerer Zimmerleute und anderer Arbeiter erſuchte, als auch das Begehren des Feld⸗Meſſers ihm vortrug, ihm und mir, ſo bald als moͤglich, feine Meynung darüber zu eröffnen. Den Herrn Wesley fand ich nicht zu Haufe, als der Dienflags morgens, meh⸗ rentheils zu Lande, hieher nach Eben Ezer gereiſet war, um ſich bey uns einiger Dinge wegen zu erkundigen. Er gedencket nach Londen zu reiſen Durch ihn haben wir gute Gelegenheit, unſer Diarium und einige Briefe nach Londen und Teutſchland zu beſtellen. Und weil der Tag feiner Abreiſe, wie ich in Savannah vernahm, gar nahe iſt, ſo eilete ich um ſo viel mehr von Savannah nach Eben Ezer, einige noͤe thige Briefe zu ſchreiben. ea. Americ. IV. Sort. Tttettt t Den

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2138 Diarium. Anno 1737: Den 14ten. Vergangene Nacht haben wir gar kaltes Wet⸗ Oct. ter bekommen, und iſt in dieſem Herbſt der erſte Reif gefallen, der aber den Potatoes und Bohnen noch ſo viel nicht gethan hat, wie ſonſt wol vom Reif geſchiehet. SEEN | vers ri Den 15 ten. Es ſind nun einige Briefe nach Londen und Teutſch⸗ land geſchrieben, die Herr Wesley beſtellen will. An die Herren Truſtees und Loͤbl. Societaͤt haben wir wegen Kuͤrtze der Zeit dis⸗ mal nicht ſchreiben koͤnnen, es ſoll aber mit naͤchſter Gelegenheit ges: ſchehen. Es werden in Savannah Schiffe erwartet, die denn auch

wol Briefe an uns mitbringen werden

| 51 K welche wir alsdenn bald be⸗ | antworten, und einige Nachricht von der Saltzburger Plantationen, 8 die jet ausgemeſſen werden, geben wollen. Die Briefe, die ietzo b abgeſchicket werden, ſind an Herrn Hofr Prediger Ziegenhagen, Herrn Sen. Urlſperger, Herrn Prof. Francken, und an zwey Kauf⸗ Leute, einen in Londen und den andern in S. Gallen, Herrn Schlot tern, dem wir von dem Empfang der hergeſchickten Leinwand, und 8 daß ſie von Herrn Cauſton fuͤr den angeſetzten Preis angenommen werde, Bericht geben. e e e eee Den 17ten. Geſtern bey ſpaͤtem Abend ließ mich die Schweig⸗ hoferin rufen. Sie wan ploͤtzlich kranck worden, und vermuthete ih⸗ re Auffoͤſung, wornach fie bisher lange geſeuftzet hat. Ich fand ein paar fromme Leute in der Hütte, mit denen ich fuͤr die Krancke zu un. ſerm rechten Helfer, dem HErrn SESU, betete, und kuͤrtzlich mit ihr nach ihren Umſtaͤnden redete. Sie iſt bereit alles zu leiden, und von der Hand GOttes anzunehmen, wenn es auch Fleiſch und Blut noch fo ſchwer fallen ſolte, wenn ſie nur GOTT nicht verſtoſſen, ſon⸗ dern fie feiner Gnade noch vor ihrem Ende verſichern wolte. Sie iſt dem Gichtbruͤchigen im geſtrigen Evangelio Matth. 9, 1. qq. voͤllig nach Gemuͤths⸗ und Leibes ⸗Umſtaͤnden ähnlich, und konte ich ihr da her eben den Troſt aus dem Munde des freundlichen Heylandes erthei⸗ len, den jener bekam. Ihr Ernſt im Gebet und Kampf gibt mir und andern, die mit ihr umgehen, einen groſſen Eindruck. Siedrin get mit Gewalt durch die enge Pforte, und wird auch das Kleinod 33 g die Kraft JE Sill, nach der fie allein anckert, ergreifen. Ich habe geſtern in der Wiederholungs⸗Stunde zur Bekraͤftigung der lieblichen Materie, die aber das ſchoͤne Epangelium vorgetra⸗ | | gen

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bey u 8 a ſinnigkeit, welche fie an der ernſtlichen Annehmung des Guten hin⸗

dert, und zu allen Ausſchweifungen und vorfallenden Unordnungen

ley meynet auch nach Teutſchland zu reiſen. |

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rechen und Unvollkommenheiten, die er bey ſich und feinem Weibe je länger ie mehr gewahr werde, daher er erkennen muͤſſe, es fey mit ihm ſo noch nicht, wie er an dem Exempel anderer redlichen Kinder Gottes faͤnde. Es fehle ihm und ſeinem Weibe auch noch an Er⸗ kentniß der Catechiſmus „Wahrheiten, daher er angefangen habe,

den dh mum, und zwar die Auslegung deſſelben beſſer zu lernen,

und ſey er ietzt in den 3 Haupt⸗Artickeln des Christlichen Glaubens. Seinem Weibe, die nicht leſen kan, muß ers vorſprechen. Er und ſein Weib find beyde redliche Seelen, die in geoffer Armuth des

ie ſie an ſich wenig oder nicht gewahr werden, erkennen ande⸗

| re gar wohl an ihnen, und ſind ſie mir und andern Frommen unter uns ein an Geruch. Mein lieber College kam nach dem Mittage>

n ei 2 72 ER ep Ba 2 S Eſſen ſchon von Savannah wieder zurück, weil feine Geſchaͤffte da⸗

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geben, der aber nun nicht ſelbſt nach Londen reiſet, nachdem er von . C

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Den Sten. Ein Salgburger , bey de ich mich wegen feines F im Chriſtenthum erkundigte, klagte uͤber die vielen Ge⸗

Geiſtes wandeln. Die Gnade Fee ee a

fe 1 eitlaͤuftig waren „auch die Leute, die ihn im Boote her⸗ unter geführet, ſelbſt ſehr nach Hauſe und zu ihrer Arbeit geeilet ha⸗ ben. Er hat unſere Briefe und Diarium dem Herrn Wesley uͤber :

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Anno 1737. Oct.

geſchicket haͤtten, den Saltzburgern des dritten Transports

2140 Diarium. den Herren Truſtees angenehme und favorable Brieſe bekommen. Es reiſet einer von feinen Freunden in 6 Tagen nach England, und wird er unſer Paquet demſelben zur richtigen Beſtellung anvertrauen. Mein lieber College brachte die erfreuliche Nachricht mit, daß die Herren Truſtees an Herrn Cauſton geſchrieben, und ihm die Ordre zu⸗

Schweine und Feder Vieh, ſondern auch 5Koͤpfen eine Kuh zu geben. GOT ſey auch für dieſe Wohlthat gelobet; er ſtaͤrcke uns im Glau⸗ ben, fo wird es uns an feiner Verſorgung nicht fehlen.

„Den roten. Der Land⸗Meſſer if geneigt, wieder von uns zu

reifen, da er doch das Land noch nicht völlig nach der Ordre des

Herrn Oglethorpe ausgemeſſen hat, wozu ich aber meinen Willen nicht geben kan. Die Leute, welche ihm die Kette tragen, und zur Zeichnung der Grentzen der Plantationen zur Hand gehen, beſchwe⸗ ren ſich ſehr, daher ich faſt niemand bekommen kan, der ſich von ihm will brauchen laſſen. Weil er aber auf ſolche Weiſe einen Prätert

zum Weggehen haben möchte, fo muͤſſen unſere Leute ein briges

mit doch einmal das Land voͤllig ausgemeſſen werde.

thun, und in der Ordnung einer nach dem andern mit ihm! ehen, da⸗ 30 gedencke

nach der Abend⸗Betſtunde unſern Leuten noͤthige Vorſchlaͤge deshalb

zu thun.

Küche und dazu gehörigen Vieh⸗Stalle fo aptiret, daß er hoffentli

Diäiie Wohnung unſers zu hoffenden Medici wird e

alle moͤgliche Commoditaͤt, die hier in der Wüͤſten nur zu haben, wit genieſſen koͤnnen. Wir wuͤnſchen nur, daß wir ihn bald bey uns haben moͤgen, da wir ihn bey den mancherley eee ten, die viele unter uns wieder fühlen, ehr noͤthig brauchen. Fieber, Durchfaͤlle und Dyſenterie ſind ietzt, da die Naͤchte ſo kalt und die Ta⸗ ge noch ſo heiß ſind, gar gemein. e Den 20ſten. Vergangene Nacht hat des Ruprecht Steiners Weib einen jungen Sohn zur Welt geboren, der dieſen Vormittag nach meiner Schul» Stunde getauft worden. Unſere lieben Leute ſaͤumen nicht, ihre Kindlein, wenn ſie auch e und wohl auf find, bald zur Heil. Taufe zu befördern, da fie ſelbſt im Gebrauch der Mit⸗ tel des Heyls ſo ordentlich und ernſtlich find, und weil ſie wohl wiſſen, welche Gnade Gott den jungen und alten durch den Rn 100 7 rau

Diarium. n

Prem ſelbſt geordneten neten Mittel verheiſſen hat. Iinſere agg *

Saltzburger haben zur Einſammlung ihrer Bohnen Wetter gehabt, wie ſie denn auch an den Orten, wo ſie das Wil

Vieh nicht abgefreſſen hat, einen ziemlichen Vorrath derſelben be⸗ me 2 Das Abpfficken und nach Hauſe tragen iſt eine ber

e e e aus Mangel des Reiſſes und Kornes faſt lauter Boh⸗

dianiſch ae Gelegenheit geben. Wenn ſie unter uns bis. cher nicht einiges Geld verdienen koͤnten, ſich dafur einige Pfund Mehl und Fett zu kaufen fo e ener ſolchen Speisen noch we⸗

hene recheekonene N A neee N. hat ſich neulich gegen N. feine Fault Sohn will Schimpf Worten vergangen, und ihnen eins und das andere ſchuld gegeben, was er een Darüber Zum ner nnd reg aber die Sache unſerm Urtheil und Abthuung uͤber⸗

. Ich habe Demnach den Mann aufetegt nur Staff 2 Tage

| ee fur unſere Schule zu hauen, da denn ſeine Strafe zugleich ein | Liebes ⸗Werck und was nuͤtzliches ſeyn kan: er iſt auch hiezu gantz I unsre ar heise 72 W 4 Nn ri A Dentauflen.“ Unſere Leute, die von Herrn anden für ihre ‚Arbeit etwas zu fordern haben, bekommen an ſtatt des Geldes Pro» bviſion und andere im Store⸗Hauſe befindliche Dinge, damit aber ei» nige nicht zu rieden ſind. Den Englaͤndern gehet —.— ſo, die fich dabey mit Laſtern und uͤbeln Urtheilen verſuͤndigen. Es fehlt in Sa⸗ vannah am Gelde. Wenn Chalouppen mit Proviſton dort ankom⸗ men, wuͤrden ſie wieder ohne ihre Ladung zu verkaufen, zuruͤck ge⸗

hen muͤſſen, daher Herr Cauſton alles kaufen muß, ſonſt wurden fi |

die Proviſions⸗Chalouppen nach Charles, Town und anders wohin

wenden, und keine Lebens⸗Mittel nach Savannah kommen. Und

weil die gantze Stadt und Land davon Nutzen hat, und Herr Cauſton ihrethalben viel Vorrath an Lebens⸗Mitteln einkauft, fo ſolten fie auf die Bezahlung mit baarem Gelde ſo eigenſinnig nicht dringen.

er ee hitte es gern geſehen 3 1 er unſern Leuten ihre

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> ee auf den Plantationen, die gr» ſten Theil Ins entfernet mitten im Lande liegen, noch beſchwer⸗ icher a Vagen und Pferde zur Zeit noch nicht zu dencken

„fo bekommen ſie ſtarcke Durchfaͤlle, wozu die In⸗

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2142 Diarium.

Anno 1737. ausgemeſſene Plantationen hätte anweiſen, und morgen oder kom⸗

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menden Montag von ung reifen koͤnnen. Er muß aber, ehe ein ieder ſein Land ausgetheilt bekommen kan, alle Plantationen, die zu der gantzen Stadt gehören, vorher ausmeſſen, damit ich wiſſen moͤge,

in welcher Gegend die beſten Stücke Landes beyſammen liegen, daß unſere Saltzburger, die bisher fo viel ausgeſtanden, vor den Nach⸗ kommenden einigen Vorzug genieſſen moͤgen, welchen ihnen auch

Herr Oglethorpe gern goͤnnet. Wenn es moͤglich waͤre, daß ſie al⸗ le oder die meiſten ihr Land am Savannah⸗ oder Eben Ezer⸗Fluß be⸗ kommen koͤnten, waͤre es fuͤr ſie zur Heimbringung der Feld⸗Fruͤchte, da es ihnen an Pferden oder Ochſen fehlet, ſehr profitable. Er hat

ordre, alles zu Plantationen gehörige Land in einem Viereck von

16 Engliſchen Meilen auszumeſſen. Ob er nach dem Sinn des Herrn Oglethoype alles ordentlich ausmeſſen wird, ſtehet zu erwar⸗ ten. In dem Walde, wo lauter Fichten oder Tannen ſtehen, kommt es ihm am leichteſten an, da iſt aber das Land nichts nutze.

Den ꝛ2ten. Der Knabe von Purisburg, Franck, der unter unſere Waͤyſen⸗Kinder aufgenommen worden, will nicht wohl ein ſchlagen, und muß Kalcher über ihn manche Klage führen. Er ſelbſt nimmt das Wort Gottes zu ſeiner Hertzens⸗Aenderung nicht an, und ſcheinet auch den andern Kindern ſchaͤdlich zu ſeyn; daher, wo er ſich auf alle Ermahnung nicht beſſert, man ihn ſeiner Muttor wieder heimgeben wird. Aeuſſerlich hat er ſich ziemlich gebeſſert, und iſt ordentlicher worden, hat auch in der Schule den Catechiſmum, Bibliſche Sprüche, das Leſen und einen Anfang des Schreibens ge⸗ faßt, da er vorher gantz unwiſſend war, und in Purisburg viele Bosheit veruͤbet hat. Wir haben unter uns viel arme Kinder, denen man mit der Wohlthat, in die Waͤyſen⸗Pflege aufgenommen zu werden, wird dienen, und hoffentlich den geſuchten Zweck beſſer er⸗ reichen koͤnnen. Wir haben in langer Zeit keine Indianer an unſerm Orte geſehen, woher es kommen mag, iſt uns nicht bekannt. Die Saltzburger thun ihnen alle moͤgliche Liebe, und ihr Fleiſch, das ſie etwa herbringen, wird ihnen mit Reiß „Bohnen oder andern Din⸗ gen wohl bezahlt. Wir bemuͤhen uns hier, ihnen und allen, die zu uns kommen, ein gut Exempel zu geben, und moͤgliche Liebe zu be⸗ weiſen, wozu die Zuhoͤrer bey Gelegenheit treulich . 5

Dias 2143

Als ich neulich in Purisburg | | | Kieffers etwas aufgehalten hatte, wartete, nach Savannah zu fah⸗

8 ven, ſahen einige Mohren am Ufer unſere Saltzburger in groſſen

Boot kommen, und ſagten unter einander: Das ſind Leute von

Eben Ezer. Ich frage ſie, ob fie ſie kennten, und was es fuͤr Leute N eee zur Antwort gab: es waͤren ſehr gute Leute, beſſer als die in Purisburg. Sie ſind etwan ein oder ein

8 unſerm Orte geweſen, und ſolte man wohl kaum dencken, daß ſie einen Unterſchied machen koͤnten. wan

Den 23ten. Ein Mann aus Purisburg hat ſich etliche Wo⸗ |

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chen hier aufgehalten , und war dem Feldmeſſer in feiner Arbeit an die Hand gegangen, an demſelben hat der liebe GOtt den heutigen Vortrag uͤber das Evangelium Matth. 22, 1. ſaq: ſo geſegnet, daß er daruber bey mir Freuden⸗Thraͤnen vergoß, und den guten Vorſatz faſſete, ſich mit ſeinem Weib und Kindern, denen er von dem hier eingeſammleten Guten ſagen will, redlich zu Gott zu bekehren. Seine Ausdrücke, die er von der an ſeinem Hertzen empfundenen Kraft des goͤttlichen Worts und von den Vorzuͤgen unſerer Zuhoͤrer vor andern brauchte, waren gar beweglich und der Wahrheit gantz gemaͤß. Ich ſchenckte ihm auf ſein Begehren ein Teſtament und Ge⸗ ſangbuch. Wenn ein rechtſchaffener Prediger in N. ware, es moͤch⸗ ten wol noch einige Seelen aus der Irre, darin ſie wie Schafe ohne Hirten herum gehen, errettet werden.

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u Den agten. Es ſind geſtern unſere liebe Zuhoͤrer freundlich eingeladen worden, uns in unſern Hätten fleißig zuzuſprechen, weil wir ſie ietzt nicht allezeit zu Hauſe finden, wenn wir ſie beſuchen, und

uns mit ihnen in guten Geſpraͤchen und Gebet erbauen wollen. Ich

ſetzte ihnen die Zeit von 12 bis 4 Uhr, da ich Vormittags theils in

| et „theils bey der Præparation einiger Kinder zum heiligen

Abendmahl und ander eordentliche Geſchaͤfte habe. Heute mach⸗

ten mir einige nach dem Mittag ⸗Eſſen die Freude, und gaben mir in meiner Huͤtte Gelegenheit mit ihnen zu beten, und nach Beſchaffen⸗ heit ihrer geiſtlichen Umſtaͤnde mit ihnen zu reden, welches wol eine

recht geſegnete und heilſame Sache iſt. Es iſt mir lieber, wenn ſie

mit zuſprechen, als wenn ich immer den Anfang machen muß. Auf

dieſe Weiſe lernet man ihre Begierde nach Erbauung und ihren geiſt⸗

lichen

auf unſer kleines Boot, das ſich bey *

2 aa AN ji 2144 Diarium⸗ 9 104 Anno 157. lichen Hunger und Durſt beſſer kennen, und da ſie die Urſache ſolch 015 Oct. Zuſpruches anzeigen, ſo geben ſie gute Materie zum Geſprach, Un⸗ 1 | terricht und Troſt, und manerfähret ſo auch, ob ſie den öffentlichen „„ Vortrag des Worts recht gefaßt, und was ihnen daraus ſonderlich Sul zu Dergengegangenifl. Es iſt mir ſchon geftern , aber noch mehr If heute Morgens und Nachmittags kund worden, wie reichlich der 4 treue Heyland ſein Evangelium, und ſonderlich ein merckwuͤrdig Ex⸗ Di empel, ſoich zur Bekräftigung der vorgetragenen Sache in der Joie 110 derholungs⸗Stunde abermal vorgeleſen, geſegnet habe. Wenn

das Evangelium in den Gewiſſen der Zuhoͤrer ſo rumort, wie mir ietzt an einigen vorkommt, da hat man gute Hoffnung, daß der Deu fel immer mehr werde ausgetrieben, und das Reich JIEſu in den Seelen ausgebreitet werden. Zwey von Hertzen bekuͤmmerte und wegen ihrer Sünden leidtragende Weiber funden nach dem Gebet zwey Spruͤchlein in dem Schatz Kaſtlein, die eine das, welches Freude und Erqvickung hatten, war recht eindrücklich, weil ihr Sinn und Verlangen, und das Hertz Gottes gegen ſie ſo nach⸗ druͤcklich und nach ihrem Wunſch darin ausgedruckt war. Bey ein⸗ M faͤltigen Seelen, die in ihrer Bekehrung wie die Kinder werden, kan 70 | 1 1 und muß man alle Mittel der Erbauung, Erweckung und Troͤſtung ergreifen. Zwey Weibsperſonen, davon die eine ſchon vorm Jahr n geheyvathet, find im Catechiſmo gantz unwiſſend, oder was ſie dem Buchſtaben nach wiſſen, wiſſen fie nicht recht, ſondern verſtuͤm⸗ melt, daher ſie einige Zeit her wöchentlich drey mal zu mir kommen . muͤſſen, und bemuͤhe ich mich, ihnen die Worte des Catechiſmi, ſo 57 Al 15 f lang es meine eingeſchraͤnckte Zeit leidet, beyzubringen. Die N 0 hat etwas gefaſſet, bey der andern hält es gar ſchwer. Doch iſts mir

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lieb, daß ſie der Sache nicht uͤberdruͤßig werden, ſondern zur geſetz.

Nie a N wegen N u vergeblich kommen oder warten muͤſſen.

ten Zeit kommen, wenn ſie auch wegen vorfallender Verhinderung N ll Den 25ten. Eine fromme Mutter erzehlte mir von ihrer 4 | Tochter, daß ſie kranck worden, und unvermuthet zu ihr geſagt haͤt⸗ N te: Mutter, der Herr Pfarrer mag wol dencken, ich ſey ein fromm

Kind, weil ich aͤuſſerlich ſo fromm bin, aber mein Hertz iſt ſehr boͤſe, ermahnet mich doch immer, daß ich anders werde. Darauf ſie ſich 1 zu

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ihr was Boͤſes an mir ſehet, ſagt mirs doch, ich will es euch nicht uͤbel nehmen, ich will es euch auch ſagen, wenn ich dergleichen an euch gewahr werde. Und weil dieſe Mutter auch an gedachten Kna⸗ ben etwas Gutes mercket, ſo bat ſie uns, dieſen drey Kindern öfters wmnzureden , daß ſie doch bald von Hertzen fromme Kinder wurden. Von einem andern Maͤgdlein wurde mir erzehlet, daß ſie unter dem Gebet mit den Haͤnden geſpielet hatte, und da es ihr nach dem Gebet 1 verwieſen worden, hat ſie bittere Thraͤnen vergoſſen, ihre N Reue ae ber \

auch von ſelbiger Zeit an viel andaͤchtiger erwieſen.

Weib klagte mir in Begenwart ihres Mannes, daß ſie mit Ausübung ihrer Jugend⸗Lüſte dem Deufel gedienet haͤtte, und da fie ſich ſo ſehr an G Ott verſuͤndiget, und fo viele Wercke des Teufels und

des Fleiſches geliebet und geuͤbet hätte, fo muͤſte ihr Hertz ohne Zwei⸗ fel mit deſſen Stricken ſehr gefeſſelt und ganz in ſeiner Gemeinſchaſt yn Kom aber habe fie es noch nicht fo gemerckt, daß fie von feinen

Stricken und aus feiner unfeligen Gemeinſchaft los ſey, was ich denn dazu meine? Ich merckte wohl, daß ſie eine empfindliche und in die Sinne fallende Befreyung vom Satan und ſeinen Stricken verſtehe, da ſie es xecht fühlen, begreifen und mercken will, wie ein Strick nach em andern abgeſchnitten wuͤrde; daher ich ihr die Beſchaffenheit des Reichs GOttes, den Anfang, Fortgang und das gantze Werck un ſerer neuen Schöpfung vorlegte, und die Sache mit einigen Spruͤ⸗ chen, als Joh. 3, 8. und Marc. 4, 26.29. erlaͤuterte, auch ihr

einige Kennzeichen gab, daran fie ihren gegenwärtigen bußfertigen von dem vorigen unbußfertigen Zuſtand unterſcheiden konte. Eben dieſes Weib war hertzlich bekuͤmmert, daß ſie neulich beym Gebrauch des heiligen Abendmahls ein Hemde angehabt, das ſie nicht mit Recht habe: fie ſey zwar im Gewiſſen beſtraft und unruhig worden, habe ſich aber damit eine falſche Ruhe und Troſt gemacht, fie haͤtte doch kein anders anzuziehen und wolle es wegſchaffen, ſo bald ſie ander⸗

waͤrts Nath ſchaffen koͤnte. Jetzo aber wolle ſie es durchaus nicht

| ne e „ſondern einem Armen ſchencken, da ſie es dem rech⸗ ten Beſitzer nicht wieder geben kan. Sie und der Mann machten ſich auch Gewiſſen uͤber ein Gebet Buch, das ſie auf dem Schiffe ge⸗ Americ. IV. Sortſ.. Uuu uuu u | fun

ſolche Berfündigung mit deutlichen Worten zu erkennen

Sn bapden Brüdern gewendet und gefage + Ich bitte euch, wenn Auro 1737.

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2146 Diarium

| 2 5 funden, und welches, weil ſich niemand auf alles Nachfragen dar⸗

zu bekennen wollen, ihnen vom Commiflario geſchencket worden. Ein anderer Mann klagte, daß er ein Scheerchen nicht mit Recht

hätte, der es auf mein Einrathen einer armen Witwen geben will.

Man zeiget den Leuten bey Gelegenheit ſolcher Bekentniſſe und ver⸗ willigten Erſetzung, daß ſolche Beichte und Wiedergeben die Suͤn⸗ de ſelbſt nicht gut mache, ſondern dazu ſey der HErr JEſus und feine Verſoͤhnung, die von bußfertigen, zerknirſchten Hertzen ergriffen

werden muͤſſe; es gehöre aber ſolches zur Ordnung, und koͤnne der⸗

jenige nicht aufrichtig Buſſe thun, und einen Eckel an allen Sünden haben, der noch unrecht Gut unter feinem Hausrath behalten wolle.

Den 26ten. Ein Maͤgdlein aus der Gemeine hat an einer an⸗ dern, mit der ſie vor einiger Zeit das erſte mal zum heiligen Abend⸗

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mahl geweſen, wahrgenommen, daß fie zum Guten gar träge wor⸗

den, und weil fie ſich in der damaligen Præparation mit ihr genau

verbunden, dem HErrn JESu in der Wahrheit zu dienen, und eines das andere im Ehriſtenthum zu fördern, fo war ſie zu ihr gegan⸗ gen, und hat fie freundlich ihrer Traͤgheit erinnert, welches hoffent⸗ lich feinen Nutzen haben wird. Sie ſelbſt ſtehet im ernſtlichen We⸗ ſen des Chriſtenthums. Ein Mann kam im ſpaͤten Abend zu mir, da er am Tage vor vieler Arbeit nicht kommen koͤnnen, und beſprach ſich mit mir von feinen Seelen ⸗Umſtaͤnden. Er erkennet es wohl, daß er einer mit von denen iſt, die bey dem an fie ergangenen Beruf

Gottes hingehen, theils auf ihren Acker, theils zu ihrer Handthie⸗

rung, und ſich bey ſolcher Verſaumung der angebotenen Gnade im» mer mit guten Vorſätzen der kuͤnftigen Beſſerung tragen. Es ſoll aber von nun an mit GOttes Huͤlfe bey ihm Ernſt werden; wozu er

auch gern ſein Weib bringen mochte, daher er mich bat, mich ihrer nach Bermögen anzunehmen, weshalb er fie fleißig zu mir ſchicken

will. Es war ihm ſehr lieb, daß er nebſt mir und den Meinigen dem Abend Gebet beytohnen konte, worauf er bewegt nach Haufe

in * 5 2 N b ae 4 h 1 ie 4 et Den 27ten. Wir haben ietzt gar gelinde und warme Witte⸗ rung bey Tag und Nacht, welches den Potatoes, Nuͤben und Ret⸗ tigen, wie auch den ſpaͤt gepflanzten Bohnen ſehr dienlich iſt. üer

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Alnem exprels hergeſchickten Boote nach Purisburg zukommen. Er

verlangte meinen Conlens zu dieſer Neiſe, davon er die Urſach nicht wuͤſte, und verſprach in wenig Tagen wieder zu kommen, und in ſei⸗

ich Port⸗Nohal gereiſet iſt, ohne Zweifel dort ein Stuͤck Land aus⸗

zumeſſen | x | wieder hier ſeyn tolle. Wo er nicht bald kommt, werde ich dem

Cauſton davon Nachricht geben, welches ich ihm auch vor ſei⸗

ner Abreiſe deutlich vorher geſagt habe. N. that mir in meinen heu⸗

tigen Gemuͤths⸗Umſtaͤnden einen recht er Dienſt, da er

eben zu rechter Zeit in meine Hütte kam, und 2 fort, Zion ꝛc. mit ſingen und beten half Er machte mir durch die Erzehlung feiner Seelen⸗Fuͤhrungen ein recht ſonderlich Vergnuͤgen,

r das Lied: Sabre

unnd kan es einem ja nicht anders als hoͤchſtergbicklich ſeyn, wenn man

inne wird, wie in einem und andern Zuhoͤrer der Sinn des Fleiſches

immer mehr untergeht, und EHriflus eine neue Geſtalt gewinnet. Er iſt wol eine vechte liebe Seele, die ſich der Herr JEſus zu ſeiner

- auserwählten Braut erkohren hat, ob er wol in feiner Geistes, Ar⸗ muth noch weit von dieſer Ehre entfernt zu ſeyn glaubet. Sein Ver⸗

grnüuͤgen daruber iſt ungemein, daß er CHriſtum mit ſeinem Mittler⸗ Amte und Verſoͤhnung in den Bildern des Levitiſchen Gottesdien⸗

ſtes bey Gelegenheit der taglichen Betſtunden kennen lernet. Er kan ſich nicht gnug wundern, daß einige Leute unter uns unvergnuͤgt

| ſind, und ſich in unſere Umſtaͤnde, die doch ja noch wol ertraͤglich

ſind, nicht finden koͤnnen, da er an ſeinem Theil GOtt herklich prei⸗ ſet, der ihn aus ſo vielem Elende und kuͤmmerlichen Umſtaͤnden, ja aus Teutſchland heraus und in dieſe Wuͤſten gefuͤhret habe, wo er ja im Geiſtlichen und Leiblichen verſorget ſen e e e ee

De aste. Wi braucht des privar-Umgangs fee nöthigs er iſt ſehr einfaͤltig und wegen feines bloͤden Verſtandes unfaͤhig,

doch hat er ein redlich Gemuͤthe, und wandelt in der Wahrheit.

Die Lehre von dem menſchlichen Elend und von der Erlöfung daraus durch CHriſtum, Gottes und Menſchen Sohn, iſt ihm doch fo viel bekannt, daß er davon Rede und Antwort geben konte nur daß er Feine bibliſche Sprüche herſagen kan. Den Spruch: Alſo hat SO

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n, und wird mir zugleich gemeldet, daß er nach wenig Tagen

ner Arbeit des Feldmeſſens fortzufahren. Heute erfahre ich, daß er

Arnnſer Feldmeſſer bekam neulichen Sonnabend einen Brief, mit *

2148 Diarium | Ann6 1737.die Welt geliebet ꝛc. Das iſt ie gewißlich wahr ꝛc. Kommet her zu mir ö Gel alle ꝛc. konte er mehr dem Verſtande als den Worten nach herſagen. Ich sprach ihm etliche kurtze Spruͤchlein vor, und werde darin Eünfe tig, ſo oft er mich beſucht, ſortfahren. Sein Weib kan gut leſen, und weil ſie auch gern in der Wahrheit ſelig werden will, ſo thut ſie an dieſem ihrem einfaͤltigen Manne mit vorleſen, beten, erinnern, was fie nur kan, und wurde ſie zu ſolcher Pflicht „da ich fie geſtern auf ihrem Krancken⸗Bette beſuchte, von mir noch mehr ermahnet. N. aͤlteſtes Maͤgdlein iſt ebenfalls von gar unfaͤhigem und kindiſchem Verſtande, die ich nebſt andern Kindern ietzt in der Preparation zum heiligen Abendmahl habe. Sie kan den Catechiſmum und bi⸗ bliſche Kernſpruͤche fertig auswendig, lieſet, ſinget und betet gern, und wird durch G Ottes Wort mehrmal ſehr beweget; doch kommen ihre Antworten, wenn man fie beſonders examiniret, ſehr unvoll⸗ kommen heraus, daß man alſo wohl anmercken kan, wie ſie nicht vermoͤgend ſey, etwas ordentlich und mit Unterſchied zu faſſen, fon dern durch oͤfters hoͤren und leſen nur etwan eines und das andere im Gedaͤchtniß kleben bleibe. Sie iſt ſchon lange in die Præparation gegangen, ich finde es aber noͤthig, ſie auch oͤfters bey mir allein zu haben, damit ich nach ihrer Faſſung mit ihr reden, und ihr die Grund⸗ Wahrheiten der christlichen Religion beybringen moͤge. Sie iſt ſehr ſchuchtern, blöde und verzagt, und hat man eine Weile zu thun, ehe man ihr Gemuͤth ruhig machen, und zum Hoͤren und zu einiger Faſſung zubereiten kann. Dien 29 ten. Unſere Leute brauchen gar noͤthig Proviſion, getrauen ſich aber nicht nach Savannah zu fahren, weil ſie beſorgen, fie muͤſſen an ſtatt des Fleiſches Fiſche laden, die ſie gar nicht zu braus chen wiſſen. Man erwarket den Capitain Diamond, der nach | foloanien und Neu⸗Porck nach allerley Proviſton geſchickt worden, da denn hoffentlich alles reichlicher als bisher wird zu haben ſeyn. In dieſer Woche haben einige unter uns einen Anfang gemacht, die mit Baumen und Buͤſchen bewachſene groſſe Plaͤtze vor unſern Hütten, nach dem Fluß zu, auszureinigen, als worin ſich bisher nicht nur viel ſchaͤdliches Ungeziefer, als wilde Katzen, Bären, Woͤlfe ze. aufge⸗ halten, ſondern auch die Winde unſern Ort nicht ſo durchſtreichen können; welches pon einigen perſtaͤndigen deuten gls N 55 ur * o

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gegeben wird, daß wir bey uns langwierige Kranckheiten gehabt. Anno 1737. Die Arbeit hiebey iſt ſehr groß, und damit fie ihnen einiger maſſen ‚Od. vergolten werde, ſo gedencken fie ſolche Platze, fo lange es ſeyn kan, zu bepflantzen, ſo wie ſie im vergangenen Jahr mit den Plaͤtzen mitten in der Stadt gethan haben. Weil fie nahe bey den Huͤtten ſind, ſo haben Weiber und Kinder eine nuͤtzliche Arbeit, wenn erſt die Maͤn⸗ ner die Baͤume umgehauen, die Aeſte„Buͤſche und Wurtzeln ver⸗ brannt, und alſo die ſchwerſte und groͤbſte Arbeit gethan haben. Dien Zoten. N. N. war mit feinem Weibe bey mir, mit mir etwas nuͤtzliches zu ihrer Erbauung vorzunehmen. Das Weib iſt noch gar jung und unverſtaͤndig, und wuͤnſchet er ſehr, daß fie zum Chriſtenthum und Haus⸗Weſen geſchickter werden möchte, Er meint es hierinnen wol redlich, braucht aber die rechte Methode nicht, zu ihrer Beſſerung etwas auszurichten, daher ich noͤthig fand, ietzt abermal allen beyden zu ſagen, was ihnen zukomme, wenn ſie ein gottgefaͤlliges Chriſtenthum führen, und in ihrem Haus⸗Weſen Segen haben wolten. Bey dem Manne iſt faſt alles ein geſetzliches Treiben und aͤngſtliches Zwingen zum Guten, und klagte er, wie es bey ihm mit der Verleugnung ſein ſelbſt und der Welt noch ſo ſchlecht ſtuͤnde, weshalben ich ihm die lebendige Erkentniß CHriſti, als den einigen lautern Grund der Verleugnung und aller Ubungen des Chri⸗ ſtenthums , vorhielt. Der Mann erzehlte mir, wie erbaulich und eind ücklich es ihm geweſen, daß er vor einiger Zeit einige Maͤgdlein an einem einſamen und verborgenen Ort im gemeinſchaftlichen Gebet ſo ernſtlich angetroffen, daß ſie ihn nicht wahrgenommen, und ſich nichts irre machen laſſen, welche Kinder auch jetzt noch im Ernſt be⸗ harren. Bey N. N. waren heute fo wol ein paar fromme Weiber, als auch zwey von den Kindern, die ietzt zum heiligen Abendmahl praͤpariret werden, eingekehret, und hatten mit ihr ſo ernſtlich gebe tet, daß ihre Zuſammenkunft dismal mit vielem Segen der Erbau⸗ ung gecroͤnet geweſen. Sie erzehlete mir, daß die Kinder im Ge fühl ihrer Suͤnden ſtuͤnden, und darüber hertzlich bekuͤmmert waͤren. Dieſe Perſon wuchert mit der empfangenen Gnade treulich. Den ziten. Ein hertzlich redlicher Saltzburger erholte ſich Raths, was er thun ſolle? er ſey von einem andern Saltzburger ans geſprochen worden, nächfiens, wenn Gott feinem Weibe bey der e luz uun yz Entbin⸗

2150 8 Diarium. ä —— —F—J——

Anno 1737. Entbindung würde geholfen haben, bey feinem Kinde Tauf⸗Zeuge

Oct.

zu ſeyn. Er und fein Weib waͤren nun gar einfaͤltige ſuͤndige Leute, und zu einer ſo heiligen und wichtigen Sache, als die Tauf⸗Hand⸗ lung wäre, gantz unwuͤrdig. Ich wies ihn kürtzlich aufs Gebet, in welchem er das Kindlein und feine Unwuͤrdigkeit dem lieben GOTT vortragen ſolle, alle Wuͤrdigkeit komme von ihm, und er gebe fie u. denen, die in ihren Augen unwuͤrdig, ungeſchickt, arm und elend ehn. a - NER . Abi ee Ein anderer, dem ich etwas vom rechtſchaffenen Ernſt im Chris ſtenthum vorlag, erzehlte mir bey Gelegenheit des Vorleſens, daß er in voriger Zeit manche Sprüche unrecht verſtanden, und fie zur fleiſchli⸗ chen Sicherheit und Faulheit gemißbrauchet haͤtte, unter andern den ſchoͤnen Spruch: 2 Cor. 6, 17: Gehet aus von ihnen, und ſon⸗ dert euch abe ꝛc welche Worte er nur vom leiblichen Ausgehen aus der Paͤbſtiſchen Kirche und Irrthuͤmern in der Lehre verſtanden,

und weil er dieſem Befehle GOttes nachgekommen, ſich vielen Troſt

und Hoffnung des ewigen Lebens daraus gemacht. Er haͤtte zwar wol an ſeinem Bruder einen mehrern Ernſt geſehen, dabey aber ge⸗ meinet, daß er zu weit ginge ꝛe. Weil dieſes Mannes Weib nicht leſen, auch vielmal wegen ihrer Leibes ⸗Schwachheiten nicht zur Kir⸗ chen kommen kan; ſo erinnerte ich ihn, es ſo zu machen, wie der Koͤnigiſche im geſtrigen Evangelio, der das, was er von dem HErrn SEfu gehoͤret und erfahren, zu Hauſe bey den Seinigen zur Befoͤr⸗ derung ihrer Bekehrung und Glaͤubigwerdung erzehlet hat. Ich hatte geſtern in der Wiederholungs⸗Stunde gezeiget, was dis für einen geistlichen Nutzen bey dem Koͤnigiſchen und andern Jungen und Alten in Capernaum werde geſchafft haben; wenn diejenigen, die auf dem Feſte zu Jeruſalem des HErrn ZESU Lehre und Wunder vernommen, nach ihrer Zuruͤckkunft den Ihrigen und andern etwas davon erzehlet haben; das ſey nuͤtzlicher geweſen, als wenn fie eitele und unnuͤtze, oder wol gar aͤrgerliche Hiſtorien mitgebracht und er⸗ zehlet hätten, Bey dieſer Gelegenheit warnete ich die Unfrigen „ja nicht den Unflat, den ſie an andern Orten auf ihren Reiſen vielmals ſehen muͤſſen, bis hieher an unſern Ort zum Anſtoß anderer zu brin⸗ gen, ſondern, wolten fie was neues erzehlen und mitbringen, ſo muͤſte es was Gutes und zur Erbauung dienendes ſeyn. ac. 190 noͤthig

Rnꝛaion laſſen ſoll. N. wird immer fleifehlicher, und kommt wieder auf

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u | DRUM . 215 noͤthig dieſe Erinnerung geweſen, erfuhr ich heute von eben dieſem Anno 1737: Ranne, der mir erzaͤhlete, daß er mit drey andern Saltzburgern neulich Okt. beym Proviſton⸗holen an einem Orte des Abends angefahren ſey, wo er einige Indianer und weiſſe Leute beyderley 1 auf eine ſchandbare Weiſe in der Hütte herum ſpringend und als gantz raſend

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angetroffen habe, aber durch ſolche unerhörte Schande bewogen wor⸗ den fen, wieder zurück ins Boot zugehen. Er hatte nichts hievon an

unſerm Orte erzaͤhlet, aber doch erfahren, daß es andere gethan.

SNOM BEER 855 Dien fen. Die N., welche eins von unfern Waͤyſen⸗Kin⸗ Nov. dern iſt, bekommt ein feines Zeugniß ihres Fleiſſes, Gehorſams und Chriſtlichen Verhaltens, daß man daher die gute Hoffnung hat, | er ein von Hertzen frommes Kind werden. O! welch eine Freude iſt es uns und denen, die den HErrn JEfum lieben wern die Kinder wohl einſchlagen! wie gerne gibt man ſich zur Beförderung ihres geiſtlichen und leiblichen Heyls alle nur moͤgliche Muͤhe! Die N., welche nach dem Tode ihrer Mutter auch in die Waͤyſen⸗Pflege aufgenommen worden, iſt gleichfalls im Gebet und Betrachtung des göttlichen Worts ernſtlich und dabey in allem folgſam und ordent⸗ lich, da ſie wol in voriger Zeit zur Betruͤhniß ihrer Mutter das Ge⸗ gentheil bewieſen. Sie iſt mit unter den Kindern, welche zum Heili⸗ gen Abendmahl praͤpariret werden. RR Dien 2ten, N war im willens, kommenden Sonntag wit zum Tiſch des HErrn zu gehen, ich gab ihm aber den Rath, ſich nicht zu übereilen, ſondern ſich vorher fein ſorgfaͤltig zuzubereiten, wozu er jetzt in den ordentlichen Betſtunden wieder Gelegenheit hat, daran er wegen ſeines Wegreiſens zu fremder Arbeit über fünf Mo» nat ermangeln müflen. Eben dieſes hat ſich N. und N. gefallen laſſen muͤſſen. Sie hatten ſich ziemlich lange unſerer geiftlichen Pflege und ae Aufſicht entzogen, und muͤſſen fie vorher wieder recht mit uns nach 5 ihrem geiſtlichen Zuſtande bekant werden, wenn man ſie zur Commu⸗

die alte Wege, darauf er ſich theils in Teutſchland, theils auf der Reeiſe mit dem erſten Transport nach America erfinden laſſen. Das iſt die Frucht der Entfernung von unſerm Orte. Er iſt bey Gelegen⸗

3 ./) . urn 8 f 2 1 N 12 2 TG Sn ne ui 5 2

| : Diarium.

40 Anno 7737. heit ſeiner Verrichtungen in Savannah mit der N. bekant worden, der | i 170 Nov. er auch auf fieben Jahr ſein Maͤgdlein zur Kindes⸗Magd uͤberlaſſen, 175 | ohne mir das geringſte davon zu ſagen, woruͤber ich ihm mein Mißtaller . zu erkennen gab. Das arme Kind wird nicht nur hart gehalten werden, N ſondern auch alles gelernte wieder vergeſſen, und in der Bosheit

. darinnen es ſteckt, noch mehr durch die böfen Exempel geflärckef 45 EREN . werden. N ; ER * ai 5 AN | Unſere liebe Zuhörer. haben Diefen Nachmittag fleißig einge⸗

ſprochen, da denn mit ihnen gebetet und guter Rath zu ernſter Fuͤh⸗ rung des Chriſtenthums gegeben worden. Wir uͤben uns ietzo unter einander deſto mehr, die im Hertzen liegende Abgoͤttereyen und man⸗ nigfaltige Abweichungen von SOTT, dem einigen wahren Gut und Heylande, durch de Znade des Heiligen Geiſtes zu erkennen wo⸗ zu uns ietzt in den Betſtunden nach Anleitung der ſchrecklichen 5 iſto⸗ rie 2 B. Mos. 32. genugſame Gelegenheit gegeben wird. SOLL gibt Gnade, daß unſere Zuhoͤrer mit einem beſonderen Eifer und Ac- euratefle die Abend⸗Betſtunden beſuchen, und offenbaret ſich der Se⸗ gen davon zum Preiſe des HER Roe gar reichlich. N. hatte ſich ai etliche Monate in N. zum Knecht vermiethet, und dort mancherley Unarten gelernet, die ich ihm heute vorhielt. Er erkante den Scha⸗ den wohl, und erzahlete mir etwas von dem Greuel der groben Sab⸗ bath⸗Schaͤnderey daſelbſt, daß er daher ſolcher Leute gantz ſatt und uͤberdruͤßig iſt. Auch andere, die der Arbeit wegen ſich eine Zeitlang unter den Engliſchen Knechten aufhalten muͤſſen, ſehnen ſich 115 mehr von uns weg. Einer, den ich durch meine Vorſtellung zuruck gehalten, danckete mir für ſolche Liebe hertzlich, da er ietzt aus ande⸗ rer Erfahrung den Schaden höret und ſiehet, den er von feiner Weg reiſe gleichfalls gehabt haͤttt e Den gzten. Geſtern Abend kurtz vor der Betſtunde erhielte zween gar angenehme Briefe, einen von Herrn Prof. Srancken, und den andern von Herrn Rath Walbaum. Der erſte war vom 13. und 23. Iul. und der andere vom 14. Tun. dieſes Jahres, deren In, halt fo erfreulich iſt, daß ich billig die Glieder unſerer lieben Gemeine zum Lobe GOttes und Stärckung im Glauben daran muß laſſen heil nehmen, ſo bald die Hiſtorie 2 Moſ. 32. die uns zur Präparation zum Heil. Abendmahl dienet, wird zu Ende gebracht or 2979

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HER vergilte es beyden werthen Wohlthaͤtern mit mehr als tau Anno 1737. N Nov.

em Segen, was ſie an uns und unferer lieben Gemeine

E 5 A 0 re hertzliche Zuſchriſten, Fürbitte und Vorſorge fuͤr Nutzen

5 In dem ietztaedachten Briefe des Herrn Prof. Francken Se 8 Medico gedacht, deſſen baldige Uberkunft wir uns

bisher ſo ſehr gewuͤnſchet und ausgebeten haben. Wir wollen den lieben GOTT deſto hertzlicher anrufen, daß er unſere liebe Wohl⸗ thaͤter zu Diefer wichtigen Sache neige, und ſie willig mache, zu der Unterhaltung eines verſtaͤndigen Medici oder Chirurgi etwas herzu⸗ ſchieſſen. Die Wohnung für ihn iſt nun vollig fertig, und iſt ihm

auch zum Diſtilliren und anderer Bequemlichkeit eine groſſe feine Kür

7

che zur Seiten der Wohn⸗Huͤtte; welche eine Stube und Kammer bat ſchon gebauet, daß er alſo hoffentlich damit wohl wird zufrieden

ſeyn können. Der Prediger von Savannah ſchickte mir einen Brief,

den der Herr von Reck an mich aus Teutſchland von einem Orte, Na⸗ mens Windhauſen den 28. Iul. dieſes Jahrs geſchrieben hat

Den aten. Vergangene Nacht haben wir einen gar kalten Wind

gehabt, der auch den gantzen Tag gar rauh und unangenehm anges halten. Der Winter bricht nun völlig herein und da einige arme deute unter uns mit Kleidung und Decken gar nicht verſehen find, fo werde gebeten, für ſie zu ſorgen. Wir hoffen zwar bey der bevorſtehenden Ankunft des Herrn Oglethorpe, aus Vorſorge des lieben Herrn Hof» Predigers Butjenters, einigen Vorrath an Decken und alten Kleidern zu bekommen, weil ſie aber wie aus einem Briefe des Herrn Vats, den er an Kalchern geſchrieben, vernehme, noch ef» ſiche Monate verziehen möchte , fo muͤſſen wir das noͤthigſte von dem Gelde, das G Ott in unſere Haͤnde beſcheret hat, anſchaffen. Gott ſen gelobt, der die Bruͤnnlein ſeiner Barmhertzigkeit und paterlichen Vorſorge noch immer über uns ausfüiefien laͤßt, und uns auch durch den werthen Herrn Prof. Francken in gedachtem Briefe zu neuen lieb⸗ reichen Gaben an Gelde und andern Stücken liebliche Hoffnung mas chen laſſen. In unſern mit Gott angefangenen Wagſen⸗Anſtalten

iſt dis unſer Waßhl⸗Spruch worden: Gochttes Bruͤnnlein hat gaſſers die Sölle, und hat der liehe Vater im Himmel an dieſem

ge) da ich in Gemeinſchaft der beyden Kalchers⸗Leute unſere und anderer Noth und Mangel im Gebet vor ſeinem Thron ausgeſchuͤt⸗ Americ. IV. Sortſ. EXKxx xxx x tet

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2154 Diariam.

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Anno zy. tet habe, mein Gemüth voller Troft und füfen Hoffnung gemocht,

Nov.

er werde uns nicht verlaffen noch verſaͤumen, und auch durch die e geringſcheinende Anſtalten ſeines Namens Ehre ——— 10 fe Den sten. Der Froſt war in vergangener Nacht ſehr heftig, und ſind nun unſere Leute ſehr ernftlich dahinter her, ihre Potatoes auszu⸗ graben, als welche keinen Froſt leiden koͤnnen. So lange als es noch warm iſt, pflegen ſie ſolche Wurtzeln ſtehen zu laſſen, weil ſie noch im⸗ mer zu wachſen und dicker zu werden pflegen; ſo bald aber die Nacht Froͤſte einfallen, werden die Blätter als gebruͤht, und die Wurtzeln dauren nicht in der Erde, ſondern müffen an einen warmen und tro⸗ ckenen Ort gebracht werden. Es erzählte mir einer, daß er auf die geſtrige Betſtunde eine gar unruhige Nacht gehabt, indem ihm ſeine Suͤnden und das Urtheil Darüber auch im Schlaf ſchrecklich vorge⸗ kommen, darunter ihm aber auch der Spruch: So wahr ich lebe, ſpricht der HERR, ich habe keinen Gefallen de. einige Hoffe nung, feinem verdienten Urtheil zu entgehen, gemacht hat; wie er denn auch den ernſtlichen Vorſatz gefaßt, ſich von gantzem Hertzen zu dem HErrn Je Su, welcher der Menſchen verdientes Urtheil an ſich zur Execution bringen laſſen, zu bekehren. Dieſes Mannes Weib, die in ihrem Chriſtenthum von Hertzen redlich iſt, klagte mir neulich, daß ihr zwo Urſachen die Redlichkeit ihrer Bekehrung zweifelhaft machten: 1) Weil ſie noch ſo furchtſam ſey, die deute, welche ſes reden und thun, zu beſtrafen; 2) Weil ſie ihre Feinde noch nicht ſo lieben und ihnen Gutes thun koͤnte, als ſie ſolte. Ich erklaͤrete ihr dieſe Chriſten⸗ Pflicht von der Beſtraſung des Naͤch ten, und zeigete ihr, daß dieſelbe zwar, wenn GOtt Freudigkeit und Weisheit dazu gäbe, mit Worten, aber auch mit Geberden, geſchehen koͤnte und muͤ⸗ fie: Es gehoͤre dazu der Geiſt der Sanftmuth, der Liebe und der De⸗ muth, daß der Mächte ſahe, es ſey uns nur um die Ehre GOttes und des Naͤchſten Heyl zu thun. Bey zornigem oder hoͤhniſchem Wider⸗ ſpruch fen es beſſer, ftille zu ſeyn, und zu ſeuſtzen, und über ſich u wa⸗ chen, daß man ſich nicht ſelbſt aus der Ruhe bringe. Das Gebot von der Liebe der Feinde würde fie fo viel beſſer ben lernen, ie beſſer ſie die Liebe des freundlichen Heylandes ſchmecken wuͤrde. Merckte r⸗ in und in andern Stuͤcken ihre Fehler, ſo ſolte ſie nur re Gebet zu ihm eindringen, er wuͤrde ihren Mangel ſchon erſetzen. IM | | ah muſte

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muͤſte ſich aber hüten, nicht etwa in Ubung dieſer oder anderer Tugen⸗Anno yz x den; ſondern alleine als eine arme mannigfaltig fehlende Suͤnderin Nov. in den Wunden JES ll ihre Ruhe zu ſuchen und zu finden.

Jn dieſer Woche iſt theils bey mir, theils in der Hütte meines lieben Collegen mit unſern Zuhörern fleißig gebetet worden. Der

liebreiche Vater im Himmel, der Gebet erhoͤret, wird ih um CHri⸗ ſti willen auch dieſe heilige Ubung gefallen laſſen, und uns alles das

geben, was wir für uns und andere ausgebeten haben. Es hat dis einen ungemeinen Nutzen, wenn die Zuhoͤrer aus eigenem Triebe, mit uns zu beten oder unterrichtet zu werden, zu uns kommen: Wir la- ſen denn gerne alle vorhabende Geſchaͤffte, fo ſich nur immer aufſchie⸗ ben laſſen wollen, gleichſam ſtehen und liegen, weil wir das, was uns der HE in die Hande gibt, fuͤr noͤthiger zu achten haben.

Dien Sten. An dieſem Sonntage haben 42 Perſonen das Heil. Abendmahl genoſſen, darunter manche Gnaden⸗ hungrige und durſtige Seelen geweſen, die der HENN ohne Zweifel an dieſer ſeiner Gnaden⸗

N e EN. Geſtern in der Vorbereitung ſchenckte uns der liebe Gott eine feine Erweckung über Jeſ. 4, 4.

darauf denn auch einige Seelen nebſt uns und den Unſrigen in des

Mediei neuerbauete Kuͤche zum Singen und Beten zuſammen kamen, welches bey uns und andern groſſen Segen gehabt. Weil dieſe Kuͤ⸗ che raͤumlich und zu ſolcher Ehriſtlichen Verſammlung recht bequem iſt, ſo kamen wir dieſen Abend hier wieder zuſammen. Die Leute, jung und alt, hatten ſich ſchon vor unferer Ankunft hier verſammlet, und ſungen das ſchoͤne Lied: Sey frölich im 3 Erren, du heili⸗ ge Seele ꝛc. Dieſes erbauliche Verhalten der verſammleten Zu⸗ hoͤrer war mir ſehr eindruͤcklich, und weil ich Leute darunter kante, die im hertzlichen Verlangen ſtehen, rechtſchaffene Chriſten zu werden, und die es geworden, immer weiter zu kommen, ſo machte ich nach abgeſungenem Liede: Ich will dich lieben, meine Stärde ic. den Anfang, mir und ihnen die zwar kurtze aber gar wichtige Re⸗ geln, die der ſel. Collin in ſeinem Buche vom gewaltigen Ein⸗ dringen ins Reich Gottes gegeben, bekant zu machen, und theils mit andern nachdruͤcklichen Schrift Stellen, theils mit Exempeln du beſtaͤtigen. Ich erinnerte mich unter dem Vortrage dreyer Eye

empel redlicher Seelen, die mir mit ihrem ernſtlichen Chriſtenthum in aer KIEFER 2 Halle

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2156 Diarium. n

Anno 1737. Halle bekant worden, welche neue Erinnerung mir und andern nach f

Nov.

dem Zweck, warum ich fie anführete, ſehr angenehm und eindrücke lich geweſen. GO? Tiſt uͤberaus getreu, der bey vieler Gelegenheit zur Erbauung anderer dasjenige im Gemuͤthe wieder aufleben laͤſſet, was man doch ſchon vor etlichen Jahren gehoͤret oder geſehen, und die Umſtaͤnde davon damals wol ſo nicht, als es haͤtte ſeyn ſollen, zu Ders gen genommen hatt M Ma Eine arme Witwe erzaͤhlete mir, daß Gott einer Saltzburge⸗ rin Gemuͤth zu ihr gelencket, welche ihr für ihre entblößte Kinder ein paar Hemden gegeben hätte, welche ihr bey der eingebrochenen Kaͤl⸗ te und bey ihrem Mangel eben recht zu ſtatten kaͤnmen. Ihr Glaube iſt dadurch an den lebendigen allgenugſamen Gott geſtaͤrcket wor⸗ den, daß ſie gar nicht zweifelt, er werde auch auf dieſen Winter für fie und ihre Kinder Rath ſchaffen. Es war mir dieſe Nachricht ev» freulich, weil ich dis Liebes⸗Werck fuͤr eine Frucht des verkuͤndigten und ins Hertz gedrungenen göftlichen Worts erkennen konte. Denn das Weib hat gedachte Leinwand nicht mit Recht beſeſſen, und ſich lieber davon losgemacht, ob ſie gleich ſelbſt arm und duͤrftig iſt. Den 7ten. Dieſen Morgen ſprach ein Schweitzer der nebſt einigen andern auf einem Boote von ihrer neuangelegten Stadt nach Purisburg reiſete, bey mir ein, dem ich gerne etwas warmes zu feiner Erquickung hätte kochen laſſen, wenn nur der Schiffmann haͤtte war⸗ ten wollen. Er war kranck und elend, und fo ſteht es mit den übrigen allen. Grauſam viel (wie ſein Ausdruck war) ſind in der neuen Stadt (die aber noch ſchlecht Anſehen zur Stadt hat) geſtorben. Sie find Leute ohne Lebens⸗Mittel, Schafe ohne Hirten, und alſo der, malen in miſerablen Umſtaͤnden. Es ſind nun ſeit einiger Zeit vier Toͤchter des in Purisburg verſtorbenen Schulmeiſters Unſelts, der dem Herrn Hof- Prediger Ziegenhagen wohl bekant ſeyn wird, bey uns, und geben fie von einer gründlichen Bekehrung zu GOTT ſehr ſchoͤne Hoffnung, Die aͤlteſte iſt ſeit geraumer Zeit an einen Saltz⸗ burger verheyrathet, die andere war vor einiger Zeit in meinem Dien⸗ fie, läßt aber ietzt mehr, als damals, das Gute, fo fie in meinem Hauſe gehoͤret und geſehen, in ihrem Gemuͤthe aufleben, und bewei⸗ fet ſich in der Schaffung ihrer Seligkeit ſehr ernſtlich. Die beyden jungften Maͤgdlein find in die Zahl der Waͤyſen⸗Kinder 1 | en,

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Digtium 217 gen Und wird das groͤſſere davon zum Tiſch des HEren i 300 höre . wie dieſe Kinder das Gute, fo ihnen ietzt dach Seele und Leib wiederfaͤhret, als einen Segen anſehen, den inen noch ihr frommer Vater auf feinem Krancken und Sterbe, Bette ausgebeten hat, Er iſt feiner Kinder wegen ſehr bekümmert gewesen, zumal da in Purisburg keine Schule ift, und ihre Mutter, . Be in Epares,gonn vor ige 0 geſtorben, nicht gar wohl int den Kindern umzugehen gewohnt war. f r lt Auſſer der Paßions⸗Hiſtorie, die ich denen, wel⸗ che zum Heil⸗Abendmahl zubereitet werden; ſtückweiſe vortrage, und zuletzt mit ihnen ins Gebet faſſe, finde ich noͤthig, auch die Ordnung des Heils, welche der Herr Palt. Freylinghauſen aufgeſetzt, ihnen ein, zuſchaͤrfen zumal da zwey Kinder, und zugleich mein Engliſcher Kna⸗ be Bifhop, darunter ind, denen es hier und dar nochan der richti⸗ gen Erkentniß der Grund⸗Wahrheiten der Chriſtlichen Religion feh⸗ let. G Ott laſſe ſich dieſe und alle Arbeiten, die an Kindern und Er.

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wachſenen unter uns geſchehen, um CHriſti willen gefallen, und

begleite fie mit ſeinem goͤttlichen Segen?! Wee ge 1 174 805 | ee kam zu Ende der vorigen Woche wieder hier an, und fängt heute mit Ernſt an unfere Laͤnderepen völlig auszu⸗ meſſen. 800 hatte ihm vorgeſchlagen, daß er ſich Leute in Puris⸗ burg oder anderswo miethen oder mitbringen mochte, die er beſſer als die Unfeigen gebrauchen koͤnne, damit ich einmal feiner Klagen und der Ungelegenheiten überhoben waͤre; er brachte aber niemanden, weil ihm vermuthlich niemand um einen ſo ſchlechten Lohn, als er den Unſrigen für ſo viele Strapazen gibt, wird dienen wollen.

Einige arme Glieder der Gemeine leiden be dieſem ein ebroche, nen Winter bey Tag und Nacht viel, daher mein lieber College eine

Reeiſe nach Savannah uͤbernommen, etwas wohlfeiles zu Winter⸗

Kleidern und Decken einzukaufen. Go e ſey gelobet, der uns 1 Nahrung und Kleider oder Decken beſcheret hat, er wird ſchon ferner ſorgen, deſſen verſichert uns fein untrügliches Wort.

2 Er peigete mit geiftlichen und leiblichen Segen den lieben Wohl⸗

chaͤtern, von deren Liebes⸗Gaben unſere Arme und Krancke bisher zu

worden. 1 et e | xx xxx x 3 Den

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uf ll | 2158 Dierin, Anno 1737, Den gten. Vergangene Nacht hatten wir ein Donner Vet, 19 NN | New ter mit Blitzen und Regen, welches doch aber nicht lange anhielt, auch nicht ſo heftig als ſonſt im Sommer war. Es pflegt um dieſe a. Zeit gern ein Vorbote von harter Kälte und vielem Regen Wetter zu ſeyn. Ein Indianer borgete von uns eine Lancette, einem alten krancken Indianer, der ſich etliche Tage hier aufgehalten { zur Ader

4 zu laſſen. Weil dieſer Indianer etwas Engliſch konte, ſo fragte ich nach ſeinem Alter, er konte mir aber nichts gewiſſes, ſondern nur fo 1 viel ſagen, daß er ſchon eine lange Zeit gelebet, und damals ſchon ge _

weſen, da dis und dis im Lande paßirt ſey. Da er ietzt feinen Unter. 1 halt im Walde nicht ſuchen kan, ſo verſorget ihn ſein Schwieger⸗ Sohn, der mit ihm an unſerm Otte iſt. Ich fand an dem Mann 77 eine groſſe natürliche Redlichkeit und ein gedüldiges ſtilles Verhalten 11 bey feiner Krangkheit und Mangel, daß ich mich vernundern muß. e Ohne Zweifel wird ſolch ein Heyde viele Ehriſten, die es bey dem Lich⸗ te des Evangeli nicht einmal fo weit bringen, als es dieſer, und wol Bu 1 a noch andere ſeines gleichen, aus Natut⸗Kraͤften gebracht hat, bee 9 ſchaͤnen. Der andere, der ihm zur Ader ließ, bekannte, er hatt, | ſich das Fluchen und Schweren angewoͤhnet, ſo lang er unter den wel 5 ſen Leuten ſey, ſonſt hätte fish dergleichenunanſtaͤndig Ding unter den 4 2 nicht gefunden. Ich reichte beyden etwas zu eſſen und zu I trincken. r 4 Den roten. Unſer Boot, das ich nach Savannah der Pro⸗ vifion wegen geſchickt hatte, kam ledig wieder, weil Herr Cauſton in der Meinung ſtehet, als ob unſere deute ſchon das Ihrige weg haͤt⸗ ten, da es una Rechnungen ausweiſen, daß alle drey Sant

porte noch am Fleiſch, Reiß, Korn und andern Dingen ziemlich vie

empfangen muͤſſen. Ich werde mit Gottes Huͤlfe kommende Wo⸗

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die Rechnungen einmal in Ordnung zu bringen. Mein lieber Colle⸗

ge brachte die eingefaufte Bett⸗Decken und Tuch zu einiger Saltzbur⸗

ger Kleidung mit. V

.. Den taten. Mein lieber College wurde dieſen Abend nach Purisburg abgeholet, Morgen daſelbſt das Evangelium Eee predigen, welches ſich die Leute ſchon neulich ausgebeten.